Eindrücke vom Besuch des 1. Tages der Community-Summit 2007

Hier meine völlig subjektiven Notizen vom ersten Tag:
Fachvortrag: Der Online-Kunde im Wandel Ergebnisse aus dem Community Research
Jörg Blumtritt, Burda Community Network GmbH
- “Wir befinden uns im Zeitalter des Wechsels von dem Individuum zur Person”, soll auch der Papst gesagt haben
- Marketing = Gewinnung öffentlichen Vertrauens
- Ansonsten viel Theorie und Burda-Werbung
Fachvortrag: Ist Web 2.0 der Wegbereiter für das Community-Business?
Prof. Dr. Peter Gentsch, Business Intelligence Group
- “Ist Web 2.0 eine Revolution, Evolution oder Illusion?”
- Virale Macht des Web 2.0, extremer Vernetzungsgrad
- Killerapplikation des Web 2.0 = AJAX
- Long Tail wird durch Web 2.0 breiter (TV -> Press -> .com -> Podcast -> Vodcast -> Communities -> Blogs -> Wikis)
- Tags verknüpfen Social Media: Tags als soziales Scharnier um Personen zusammenzubringen
- Dezentrales, demokratisches Tagging
- Über Tags und Inhalte Leute miteinander verknüpfen
- kein zentraler Standort der Communities
- Longtail-Communities sind spannend, man kann für noch so kleine Nischen etwas anbieten
- die kollektive Kreativität nutzen und einen Wettbewerb machen (Beispiel Spreadshirt)
- Kunden durch Community zum Produzenten machen -> Konsument
- Kollektive Intelligenz durch Tagging
- extremes Potenzial der Communities durch deren Glaubwürdigkeit
- man sollte analysieren, wie die Community entstanden ist und organisiert ist
wer sind die Super Spreader (Meinungsführer), Chance beim Start einer neuen Community, um schnell erfolgreich zu werden - Fazit: Web 2.0 = evolutionäre Community, leistungsfähige Instrumente
Community 2.0 = Selbstdarstellung, Exploration und soziale Vernetzung
Community Business 2.0 = Eigene Community mit Web 2.0-Elementen - sehr spannender Vortrag, leider war nicht mehr Zeit
Fachvortrag: Funktionen und Folgen von Communities für das Markenmanagement
Dr. Kai-Uwe Hellmann, Institut für Konsumund Markenforschung
- viel Theorie, “Dominanz der Gemeinschaften”, “Substitution durch Gesellschaften”
- gerade mal bei Xing gegengecheckt, seit sechs Monaten dabei, erst ein Kontakt, will hier was über Communities erzählen
Best Practice: Erfahrungsbericht zu einer Marken-Community
Christian Müller, Sun Microsystems GmbH
- lustiger Typ, wird im August Vater, bloggt privat bei Wallstreet Online, da er in deutsche Small Caps investiert ist
- dann erst mal 5 Minuten Sun-Werbung
- Fragestellung: Wie die Sysops erreichen?
- “Hier geht´s um dich! Denn du bist etwas besonderes” (systemhelden.com)
- Sun hat es geschafft, mit lustigen Videos “Daus züchtigen” und Tools “Daus bestrafen” eine messbare Aufmerksamkeit in der Szene der Systemadministratoren (potentielle Kunden!) zu erreichen
- “an Video wird man in Zukunft nicht mehr vorbei kommen”
- “mit negativen Äußerungen immer offen umgehen”
Best Practice: Community und Social Network für “Silver Surfer”
Alexander Wild, Feierabend Online Dienste für Senioren AG
- Sehr kurzweiliger Vortrag!
- will vorstellen, was sich im Laufe der Jahre aus einer Community entwickeln kann
- Lebensqualität kann für Senioren durch das Internet deutlich gesteigert werden
- Silver Surfer haben überdurchschnittlich hohes Einkommen
- hohe Bereitschaft, Werbemails zu lesen, über 80 % DSL-Anschluss
- 50plusler entstammen der 68er-Generation
- haben viel Zeit
- Community-Zielgruppe sehr breit angelegt: Zielgruppe 50plus
- Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum verschwindet
- Buchtipp: Netgain Profit im Netz
- Communities müssen kostenlos sein, aber Registrierung ist nötig (Abfrage Lifistyle-Profil)
- Blog, Poesiealbum, Visitenkarten, Fotos
- Besonderheit: 80 Feierabend-Regionalgruppen, über 150 ehrenamtliche Regionalbotschafter pflegen Webseiten und organisieren Aktivitäten
- Erfolgsrezept: Einstiegsseite wie bei StudiVZ bzw. Facebook, damit Sprung von 1.000 Neuanmeldungen pro Monat auf 3.000 – 5.000
- Irmgard Palusinski, Deutschlands älteste Surferin hat mit 94 Jahren die Pressekonferenz für Feierabend.de geschmissen
- wie Geld verdienen, wenn Community kostenlos -> Werbung muss akzeptiert werden, Seniorenmarketing
- Die “Feierabend-Senioren-Scouts” waren geboren, Einsatz für Produkthersteller, z. B. Europapark Rust, Durchschnittsalter der Tester war 73 Jahre
- Smart-Test der Feierabendscouter, 1 Woche kostenlos, vollgetankt, Berichte im Blog
- Feierabend-Gütesiegel, Wursthersteller, 20 25 % mehr Verkauf durch das Gütesiegel
Trends im Web 2.0: Soziale Ebene (Community = eine Art Zuhause), wirtschaftliche Ebene (Marktforschung, Entwicklung und Werbung wachsen zusammen) - acht Jahre gebraucht, bis die kritische Masse erreicht wurde in diesem Fall 100.000 Mitglieder
Fachvortrag: Virale Konzepte für den Start und Aufbau einer Community
Markus Roder, Dialog Solutions GmbH
- will die psychologische Perspektive beleuchten
- “Communities können nicht aus dem Boden gestampft werden”
- Herausforderungen für Marken-Communities: Kritische Masse, die 90/9/1-Regel (90 Lurker = passive, 9 Kommentatoren = wenig aktiv, 1 Kontributoren = hoch aktiv). D. h. 10 % der Communnity müssen kritische Masse bilden
- natürlich wachsende Communities, keine Marke, sondern ein Thema (z. B. Fressnapf -> Haustiere)
- natürlich wachsende Marken-Communities, Apple, Nintendo, Niki (teils von loyalen Fans erstellt, Marken sind viral aktiv, hervorragende Firmenpolitik)
- schwieriger: Mineralwasser, Zahnpasta, Damenbinden -> Lowinterest-Produkte
- Ist massive Werbung die Lösung? Nein, denn künstliche Communities brauchen die 10fache kritische Masse.
- Neue Wege: Neuropsychologie, Memetik (Virus in die Welt setzen, der sich selbst verbreitet, weil die Leute daran interessiert sind)
- Erfolgsbeispiel: Shave-Everywhere-Community (männliche Intimrasur, in den USA Tabuthema)
- Philips Norelco hat Gerät für die männliche Intimrasur entwickelt und über virale Kampagne zum Erfolg geführt
- Initialzündung ist möglich, aber stark Abhängig vom Produkt
Fachvortrag: Von Lock-In- und Netzwerk-Effekten zum Lebenszyklus
Thomas Vehmeier, vehmeier.com
- “Das Verhalten der anderen Nutzer stiftet uns Nutzen”
- Reedsches Gesetz: Nützlichkeit wächst mit der Anzahl möglicher Untergruppen
- Phasen in der Community-Entwicklung (Neue Dimensionen durch erhöhte Konnektivität)
- 1. zum Start “Best Content” = N
- 2. “Most Mebmers” = N hoch 2
- 3. “Best Facilitation” (User kommunizieren untereinander) = 2 hoch N
- Erhöhung der Konnektivität durch API, Widgets, user-generated lists, Diskussionsgruppen, Buddy Lists
- Identität schaffen: Es kommt auf die Kommunikationsmöglichkeiten an.
- Identitätsstiftende Funktionen schaffen!
Fachvortrag: Erfolgsfaktoren für das Community-Management
Gaby Munz, 21TORR AGENCY GmbH
Uwe Thomas, Metropolis AG
- Aufbau von hochwertigen Benutzerdaten, Bindung des Nutzers an die Marke,
- unauffällige Präsentation von Produkten und Dienstleistungen, User-Content nutzen, rechtliche Absicherung und technische Stabilität.
- Chronologie: Chats ab Mitte der 90er Jahre, Communities ab Ende der 90er, Social Networks ab 2005
- früher anonym (Nickname), heute rege Selbstdarstellung (bessere Profile)
- “Leute kennen lernen” und “sich austauschen” war immer schon die größte Motivation
- Der anonyme Chatter entwickelt sich zum “bekannten Consumer”
- Stolpersteine der Konzeptphase = Userverwaltung, CMS, Backend, Kommunikations-Funktionalitäten, Content-Formate wie Foto, Blog etc.
- Wichtig ist eine ständige Marktbeobachtung. Die Nutzer sind experimentierfreudiger geworden.
- Reaktion auf neue Big-Player, z. B. Inhalte Google-indizierbar machen
Selbstdarstellung der User findet stark über Lieblingsmedien statt (Lieblingsfilm etc. abfragen) - Erhöhung der Qualität: Registrierung/Verifizierung. Mehr Anwendungen gegen Verifizierung, z. B. Ausweiskopie. Überwachung des User-Contents (Missbrauchsmeldungen einbauen).
- Erhöhung der Quantität: Incentivierung guter User, spezielle Angebote an Premium-User, Schaffung von Relevanz für den User (persönliche Startseite, Zielgruppen-gerechter Content vom Betreiber, unabhängige User-Meinung, Integration von Content anderer Plattformen z. B. Flickr)
Best Practice: Erfahrungsbericht zum Aufbau eines Community-Networks
Volker Krön, T-Com Innovationsgesellschaft
- Warum nutzen Menschen Communities? Entdecken, informieren, kommunizieren.
- Unterschiedliche Anlässe, Themen bzw. Situationen
- (ausgiebige Vorstellung von t-community.com und fussball.de)
- was demnächst kommt: WIR Groups “Gründe deine eigene Community”
Best Practice:Aufbau einer Social-Commerce-Community am Beispiel von edelight
Tassilo Bestler, edelight GmbH
- Geschenkeund Shopping-Community
- Die 7 Fs für eine erfolgreiche Plattform = Fun , Fame (präsentieren), Friends, Focus, Free, Finance (Nutzer an Einnahmen beteiligen), F. King Good Team (?)
- Bedürfnisse der Nutzer müssen befriedigt werden (nach Maslow)
- bei Communities: Körperliche Bedürfnisse (StudiVZ, MySpace), Sicherheit (Imedo.de), soziale Beziehungen (edelight, neu.de), soziale Anerkennung (XING), Selbstverwirklichung.
- “Menschen sprechen naturgemäß über Dinge, die sie lieben (oder hassen)”
(ausführliche Vorstellung von edelight.de) - gute Idee: Partnershop-Provisionen werden dem Nutzer offengelegt
- Möglichkeit, Widgets für eigene Website zu erstellen und dort einzubinden
- Geschenkanlässe anlegen und sich automatisch mit Geschenkempfehlungen erinnern lassen
- Für Händler = Orientierung, wie eigene Produkte auf unabhängiger Empfehlungsplattform ankommen
- Händler können edelight-Empfehlungsbutton nutzen
Morgen gehts weiter mit diesen Vorträgen…
Über den Autor
9. Mai 200718:28
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