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Kommentar: Gar nichts

Aus der Reihe “Randbemerkungen – aus Affiliate-Perspektive“…


„Was bringt der Code of Conduct“?
fragt die IWB in der Ausgabe vom 13. Oktober. Die Antwort hab ich gleich mal zur Überschrift gemacht. [100pp berichtete „Code of Conduct setzt neue Maßstäbe im Affiliate-Marketing„, Diskussion im Forum „Zeigen sich erste Erfolge durch den Code of Conduct?“]

Also zumindest wird sich in der Praxis nichts ändern. Vielleicht beeindruckt oder beruhigt das ja tatsächlich den einen oder anderen Advertiser. In dieser Hinsicht könnte das natürlich schon was bringen – aber das vermag ich nicht zu beurteilen.

Grundsätzlich muss man sagen, dass Regeln, die sich jemand selbst auferlegt und deren Einhaltung von außerhalb kaum kontrollierbar ist, idR nicht das Papier (und schon gar nicht den Monitor) wert sind, auf dem sie stehen. Der Code of Conduct ist da mit Sicherheit keine Ausnahme. Als die Diskussion um 180solutions (später zango, k.A. wie die sich jetzt grade nennen) aufkam, distanzierten sich nach und nach fast alle Affiliate Netzwerke (wenn z.T. auch etwas zögerlich) von diesen Praktiken. Ich wurde aber das Gefühl nicht so ganz los, dass es sich dabei lediglich um Lippenbekenntnisse handelt. Dieses Gefühl wurde bestätigt, als ich ganz konkrete Informationen (aus absolut zuverlässiger Quelle) über ein Netzwerk bekam, dass in der Praxis mit dieser Art Affiliates gaaaaanz anders umgeht, als das nach außen kommuniziert wird. Ich vermute doch stark, dass das bei den anderen Netzwerken nicht anders sein wird.

Abgesehen davon: der Code of Conduct ist so vage formuliert, dass es wohl Auslegungssache ist, ob die derzeit erfolgreichsten „Blackhat“-Affiliate-Methoden überhaupt darunter fallen.
Ein Beispiel: „Cookies: Es muss ein Werbemittelkontakt (durch Click oder View) mit dem Endnutzer stattfinden, um ein Cookie setzen zu dürfen.“
D.h. wenn ich einen Banner auf der Seite hab, darf ich ruhig über einen iframe Cookies droppen. View ist ja da, also darf ich auch Cookies setzen. Am besten gleich für ein paar Netzwerke. Ob ich das aus rechtlicher Sicht oder nach den Nutzungsbedingungen von Netzwerk oder Merchant darf, ist eine andere Sache – der Code of Conduct hat jedenfalls nichts dagegen.
Ähnliche „Schlupflöcher“ gibt´s auch bei den anderen Punkten.

Aber ganz abgesehen von diesen Haarspaltereien: jeder, der das Geschäft ein bisschen kennt, weiß doch genau, dass die Praxis ganz anders aussieht. Bleiben wir mal beim Beispiel Cookie Dropping. Die Anstrengungen der Netzwerke gehen wohl eher in die Richtung, das mit Postview-Tracking zu legitimieren, als dagegen vorzugehen. Is ja auch völlig klar – sie wollen schließlich auch was verdienen. Und wer ernsthaft dagegen vorgeht, überlässt den weniger zimperlichen Netzwerken das Feld.

Fast noch heikler ist die Sache für die Agenturen. Vor allem sie hätten wohl die Aufgabe, ihre Kunden vor unlauteren Methoden zu schützen. Aber da auch hier – wie bei den Netzwerken – am Umsatz mitverdient wird, ist klar, dass nur dann eingeschritten wird, wenn der Kunde auch selbst dahinter kommen kann. Wenn der Kunde nichts sehen will, außer ein paar schönen Zahlen am Ende des Monats, hat die Agentur freie Hand.

Als Affiliate kann mir das alles nur recht sein (zumindest so lange mir nicht durch Adware und gedroppte Cookies die Provisionen geklaut werden). Ich verurteile das keineswegs. Wenn ein Merchant auf die Qualität des Traffics Wert legt, muss er sich halt drum kümmern. Oder zumindest sichergehen, dass sich Agentur und/oder Netzwerk auch tatsächlich darum kümmern. Und genau das sollte man ihm auch sagen, anstatt sich mit einer wertlosen Vereinbarung selbst einen Heiligenschein aufzusetzen. Zumindest wenn man tatsächlich die „Verantwortung für qualitatives Performance Marketing“ übernehmen will, wie es im Code of Conduct so schön heißt.

Der Kommentar “Randbemerkungen – aus Affiliate-Perspektive” entspricht nicht unbedingt der Meinung des Herausgebers.

Wie denken Sie darüber? Wir freuen uns über Ihre Sicht der Dinge…

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3 Comments  comments 

3 Antworten

  1. […] im Affiliate-Marketing: Dieser Vortrag wurde von Torben Heimann (TradeDoubler) besucht, der ja den Code of Conduct mit ins Leben gerufen hat. Was die Ausgestaltung angeht, ist da ja noch einiges zu tun… Die […]

  2. […] im Affiliate-Marketing: Dieser Vortrag wurde von Torben Heimann (TradeDoubler) besucht, der ja den Code of Conduct mit ins Leben gerufen hat. Was die Ausgestaltung angeht, ist da ja noch einiges zu tun… Die […]

  3. […] im Affiliate-Marketing: Dieser Vortrag wurde von Torben Heimann (TradeDoubler) besucht, der ja den Code of Conduct mit ins Leben gerufen hat. Was die Ausgestaltung angeht, ist da ja noch einiges zu tun… Die […]