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Warum Affiliates ein Partnerprogramm nicht bewerben

Immer wieder kommen Merchants auf mich zu, die mich fragen warum gerade ihr Partnerprogramm nicht beworben wird, bzw. was sie am Partnerprogramm verbessern müssen um es zum Erfolg zu führen. Die Lösungsansätze sind so unterschiedlich, dass es kaum möglich ist eine allgemeine Antwort zu liefern. Häufig liegt es auch einfach an der Seite selbst und nicht an der Provision. Damit hier nicht nur meine Meinung steht, habe ich mir erlaubt einige wirklich erfahrene Leute aus der Branche um ein kurzes Statement zur Frage „Was sind Deine Onpage-Kriterien für die Seite eines Merchants“ gebeten. Hier die Antworten:

Marcus Tandler – Mediadonis.net
Ich würde da eher mal den Teilaspekt des Bestellprozesses bzw. Lead-Gen Prozesses hervorheben. Natürlich wollen die Unternehmen so viel wie möglich Informationen über den Besteller bzw. Interessenten, aber umso weniger Infos abgefragt werden, desto mehr Leute werden letztendlich bestellen bzw. das für den Lead erforderliche Formular ausfüllen.

Der erste Schritt als Affiliate ist also immer, das ganze mal selber auszuprobieren. Nichts ist schlimmer als umfangreiche mehrteilige Formulare, und / oder für den letztendlichen Lead nicht erforderliche Infos, die dem User penetrant abverlangt werden. Wenn man selber schon vom Prozess genervt ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es auch anderen Usern so gehen wird… von dem her wird man es sich zweimal überlegen, ob man das Produkt letztendlich bewirbt.

Julian Dziki – Seokratie.de
Der Shop muss gut konvertieren. Das fängt schon damit an, dass manche Merchants keine Deeplinks bereitstellen und man nur dumpf auf die Startseite linken kann. Andere Sachen sind lieblose Produktseiten ohne richtige Beschreibung oder mit schlechten Produktbildern. Wenn man als Affiliate eine tolle Webseite hat und dann auf einen Shop à la 1995 leitet, dann braucht man sich über schlechte Conversions nicht wundern. Völlig überzogene Preise, ein schlechter Ruf oder ein umständlicher Bestellvorgang („bitte geben sie den zweiten Vornamen ihrer Großtante ein“) lassen mich als Affiliate oft schon vorher von der Bewerbung eines Shops absehen.

Ringo Dühmke – Affiliate-News.net
Ich bewerbe nur Produkte und Shops, für die ich selbst Kunde werden würde. Ein unprofessionelles Design, mit z. Bsp. amateurhafter Bebilderung des Produkts, schreckt mich auf den ersten Blick am meisten ab. Wenn ich als potenzieller Kunde schon nach dem ersten Eindruck die Nase rümpfe, leite ich dort auch keinen Traffic drauf.

Die schlimmsten Fälle sind aber tatsächlich Onlineshops die Kunden gezielt an die Bestell-Hotline locken oder schon auf der Startseite groß den Betriebsurlaub verkünden. Bestellungen werden natürlich erst wieder bei Arbeitsantritt bearbeitet…. Partnerprogramme solcher Onlineshops scheiden bei mir sofort aus.

Johannes Siemers – Internetmarketing-News.de
Neben der Höhe der Bezahlung, ist die Conversion ein entscheidender Faktor. Entsprechend schaue ich mir an, ob die Seite eine gute Conversion aufweisen könnte. Wenn der Betreiber schon nicht in diese Richtung optimiert hat, so sollte er doch keine Riesenfehler gemacht haben. Ich spiele immer den Bestellprozeß durch oder schau mir auszufüllende Formulare an. Stellt der Merchant dem Kunden genügend Informationen/Optionen/Alternativen bereit? Im Zweifelsfall wird das Programm einfach kurz angetestet und ggf. dann auch genauso schnell wieder rausgekickt. Wenn die Conversion stimmt, stellt auch eine riesengroße Service-Telefonnummer erstmal kein Problem dar, auch wenn dass in Zeiten von Telefon-Tracking auch nicht unbedingt mehr ein Problem sein muss.

Nils Römeling – Affiliate-auf-Weltreise.de
Bevor ich ein Partnerprogramm bewerbe, schaue ich mir die Landingpages an, wie leicht es ist zu buchen und falls möglich mache ich auch selbst einen Testkauf. Fällt die Webseite in meinen Augen aus diversen Gründen da schon durch, überlege ich es mir, ob es eventuell ein ähnliches Programm gibt. Bei Brands ist das meist aber anders, da ist die User Experience auch meist positiv. Funktioniert dann aber schon das Tracking nicht (kommt öfters vor als man denkt), ist es für mich schon ein Rohrkrepierer.

Bei mir bekommen viele Partnerprogramme eine Chance, doch derzeit bewerbe ich ernsthaft nur ca. 20 Partnerprogramme. Auch bei diesen sind welche dabei, bei denen die Servicenummer auf der Landingpage enthalten ist. Das ist ärgerlich und macht eigentlich keinen Spaß. Wäre es doch so einfach, das über den Referer bzw. Parameter zu ändern. Hier heisst es: Testen, testen, testen. Ist die Performance gut, bleibt es online. Merke ich, dass zwar viel Traffic auf die Seite gelenkt wird, aber keine Käufe stattfinden, fliegt es wieder raus.

Zusammenfassend sollte die Webseite einen seriösen Eindruck machen, eine gute User Experience zeigen und „fair“ mit seinen Affiliates umgehen.

Andre Alpar – andre.fm
Ich glaube der Conversion Prozess ist das A und O. Das macht für den Merchant und den Affiliate das Affiliate-Marketing attraktiver. Der Einkaufsprozess muss tadellos funktionieren. Das bedeutet ausführliche Tests unterschiedlicher Abläufe nach jedem Update. Oft sehe ich viel zu viel Krims-Krams wenn man erst mal den Artikel im Warenkorb kaufen will. Da sollte man „reduzieren“! Ein anderer Fehler den ich schon oft gesehen habe ist, dass die Leute zu sehr erpicht drauf sind cross selling Effekte zu bekommen und wenn der Kunde einen Artikel in den Warenkorb legt stehen da noch 20 andere Produkte groß beworben da und am Ende ist der Kunde eher verwirrt und abgelenkt als wenigstens den einen Artikel zu kaufen.

Zusammenfassung & Tipps für Affiliates:

  • Bestellprozess durchspielen und prüfen
  • Navigation testen
  • Auf ablenkende Reize achten
  • Conversion beobachten
  • Passt das Shop-Layout zur wahrscheinlichen Kundenklientel
  • Sind alle Abbildungen vorhanden
  • funktioniert das Tracking, ggf. Testebestellung
  • Sind die Produkte leicht zu finden
  • Werden vom Kunden nur wirklich wichtige Daten abverlangt
  • Ist man in der Verlinkung von Artikeln frei (Deeplinks)
  • Kann ich meine Affiliate-Tätigkeit für den Shop skalieren oder bin ich beschränkt auf wenige oder einen Werbekanal (SEM, SEO, TKP, …)
  • Nimmt mir der Merchant selbst die Kunden ab (große Telefonnummer, Aufforderung zur Faxbestellung im Warenkorb, usw.)

Tipp für Merchants:
Affiliates sind nicht dumm! Oft sind Affiliates von Seiten des Marketings besser im Bilde als der eigene Marketing-Manager oder ein Agentur-Mitarbeiter (sorry ist so). Professionelle Affiliates achten, wie man sieht, auf die o.g. Details und bewerben u.U. ein Partnerprogramm aus diesen Gründen nicht.

UND! Affiliates sind untereinander vernetzt und tauschen sich über Partnerprogramme, Conversion und Affiliate-Netzwerke aus. Bei schwerwiegenden Fehlern des Merchants auch gerne mal in Blogs und Foren. Also liebe Merchants schaut mit diesem Wissen über euere Seiten und überlegt euch: Würdet ihr euch wirklich selbst bewerben, wenn ihr Affiliate wärt, oder findet ihr den ein oder anderen Makel aus Affilate-Sicht?

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6 Comments  comments 

6 Antworten

  1. Die ersten entscheidentent Punkte für oder gegen die Zusammenarbeit mit einem Leistungsträger wurden ja von den oben zitierten genannt. Ein für mich sehr wichtiger Punkt wurde noch nicht genannt.

    Die Zuverlässigkeit des Leistungsträgers in seinem partnerschaftlichen Verhalten.

    Dazu schaue ich mir die Historie der Managerentscheidungen des Leistungsträgers an. Unternehmen die negativ auffällig sind im bisherigen Umgang mit Partnern, werden nicht oder nur sehr verhalten beworben. Siehe z.B. in der Reisebranche die grossen Veranstalter. Alljährlich glänzen sie mit Provisionskürzungen bzw. die Staffel-Hürden werden erhöht.

    Oder wenn man sich die vermeintlich tollen Provisionsstaffeln anschaut die indiskutabel sind. (Siehe grosse Brands) Bei über 500 Pauschalbuchungen im Monat gerade mal 5,5% anbieten.

    Ja für wie bescheuert halten die den einen?

    Gestern Abend erst habe ich bei einem sehr bekannten deutschen Anbieter für Ferienhäuser, den ich selber früher stark beworben habe, für Afiliates riskante Angebote (abmahngefährtet) gefunden. Das ist wahrscheinlich keinem Partner bewusst. Sollte da mal Affiliates dieses Leistungsträger deshalb Abmahnungen kassieren (nein ich veranlasse so was nicht) und dieser die Kosten dann nicht übernimmt – Im Affiliatevertrag kann ich disbezüglich keine Klausel finden – wird das ziemlich teuer für einige Affiliates.

    Ich persönlich schaue mir die Leistungsträger mit denen ich intensiv zusammen arbeiten will genau an. Das heist, wenn die von den oben zitierten Kriterien schon mal stimmen, besuche ich recht schnell den Leistungsträger vor Ort und schaue mir den Betrieb genau an und lasse mir deren Arbeitsabläufe zeigen. So kann ich leichter beurteilen ob ein partnerschaftliches Zusammenarbeiten gelebt wird oder nur vorgetäuscht.

    Auf Grund meiner bisherigen Erfahrungen ziehe ich deshalb mittelständische inhabergeführte Unternehmen den Manager geführten Konzernen vor. Wenn dann der Leistungsträger auch noch ein Inhouse-PP betreibt um so besser.

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  2. avatar hans

    Also ich sage dazu nur es gibt auch hier gute und ehrliche Anbieter und natürlich auch einige Schwarze Schafe die sich aber langfristig selber besser schaden da ja im www alle guten und schlechten Sachen irgendwo publiziert werden.

    Wünsche noch ein gesundes erfolgreiches Jahr 2009 allen Anbietern und Affilis.

    Gruss Hans.

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  3. […] hatte ich ja ein paar Größen der Affiliate-Branche gebeten sich zu äußern, was sie hindert einen Merchant zu bewerben. Häufig werden […]

  4. Es sind alles Argumente, die fundiert und durchgedacht sind. Es ist verständlich, dass die Kriterien, die zur Entscheidung führen, im Großen und Ganzen zwar gleich, doch beim Einzelnen auch stark variieren.

    Was ich allerdings in diesem Zusamenhang vermisse, ist die Kommunikation der Publisher mit den Account Managern.
    Denn Account Manager stellen bei schlechter Conversion ihrer Programme immer wieder die selbe Fragen an die Affiliates:

    „Woran liegt es?“
    „Was kann der Programmbetreiber besser machen?“
    „Warum ist die Bewerbung eher zurückhaltend?“

    Ganz ehrlich? Ich habe zu 90% meiner Gespräche keinen der oben Genannten Gründe gehört.

    Es ist doch wie eine Symbiose: Das was der Programmbetreiber besser machen kann, das hilft nicht nur ihm sondern auch dem Publisher.
    Es ist sehr hilfreich, hier darüber zu lesen, und ich hoffe dass dies auch etliche AM-Manager tun.
    Doch könnten die Publisher selber vieles vereinfachen, wenn sie auch mal „den Mund aufmachen“.
    Sie sind, wie oben erwähnt, zum Teil besser über Hintergründe und auch Methoden informiezrt als der KAM. Und trotzdem sind sie, falls sie explizit danach gefragt werden, eher zurückhaltend und wortkarg.

    Auf der einen Seite ist es ganz klar, die Aufgabe der Advertiser, das Programm, die Seite und die Angebote auf einem Top-Level zu halten.
    Auf der anderen Seite obliegt es dem Publisher sich zu Wort zu melden und auch mal konstruktive Kritik zu üben, wenn er der Meinung ist, dass das zu einem Ziel führt, was beide Seiten zufriedenstellen würde.

    Es ist immer sehr einfach, in seinem Blog, auf Stammtischtreffen oder in einem Gespräch, sich über ein Programm auszutauschen, zu beschweren oder schweigend das Programm von der eigenen Seite zu nehmen.
    Es ist aber genauso einfach, diese Informationen, wie oben beschrieben, an die Ansprechpartner der Advertiser weiterzugeben, und ihnen damit die Möglichkeit zu bieten zu reagieren.
    Wenn dann immer noch nichts passiert, ja dann sehe ich es genauso wie ihr.

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  5. @Tibor
    Es ist schon richtig was Du sagst, aber aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich Dir sagen, dass es in 98 von 100 Fällen vergebene Liebesmühe ist mit dem Merchant zu reden. Entweder bekommt man auf Email keine Antwort oder nur Ausflüchte, warum man genau den störenden Punkt nicht ändern kann. :-(

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  6. @Sascha
    Ich denke, dass es bei einigen bisher so gelaufen ist. Ich finde zudem eine gesunde Mischung aus Emails und Telefonaten sollte hier die gewünschten Ergebnisse bringen. Das ganze mit einer Prise perönlichem Kennenlernen, bei einem Event, Stammtisch oder einem Meeting bringt das ganze noch weiter voran.
    Ich sehe das auch als Entwicklung, wie Affilate marketing auch die letzten Jahre Entwicklungen durchgemacht hat, dass sich die Account Manager immer mehr um die Publisher bemühen. Natürlich gibt es Einzelschicksale, wo alles was nur geht schief läuft. Die Tendenz zeigt allerdings, dass ein persönlicher enger Kontakt zwischen Publisher und Manager immer die beste Konstallation darstellt.

    Bei uns wird bereits großen Wert auf persönliche Kontakte gelegt und ich merke bei meiner täglichen Arbeit, dass dies auch zu immer mehr Erfolg führt.

    Klar sind hier immer noch Verbesserungen notwendig, aber ich denke, eine abwartende (und vielleicht auch abwehrende) Haltung der Publisher, nur weil es früher „immer“ so gelaufen ist, eher an eine Stammtischparole.

    Das Zauberwort heißt Zusammenarbeit.

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