magnify
Home Themen Affiliate-Marketing Das Ende der Glücksspiel-Partnerprogramme – wo bleibt die Vergütung?
formats

Das Ende der Glücksspiel-Partnerprogramme – wo bleibt die Vergütung?

Das Bewerben von Glücksspiel-Partnerprogrammen ist verboten. Das ist bereits bekannt (siehe u. a. den Aufsatz von Dr. Martin Bahr: Kritische Angebote in Partnerprogrammen: Glücks- und Gewinnspiele). Auf vielen Websites wird darüber berichtet und zwischenzeitlich muss das auch jeden Publisher erreicht haben.

Prominentes „Opfer“ ist Tipp24, die die letzten Jahre sehr erfolgreich bei affili.net und co. ein Partnerprogramm betrieben haben. Mittlerweile wurde das Programm eingestellt.

Doch genau an der Stelle, an dem diese Epoche der Partnerprogramme für Glücksspielseiten endet, nimmt ein anderes Problem seinen Anfang.
Denn nun steht ein Programm in der Bringschuld, das eigentlich ja gar nicht mehr existiert.

Ich schreibe hier natürlich von der Provisionierung.

Die Partnerprogramme von Glücksspielseiten boten meist eine Einmalprovision für die Anmeldung und eine Lifetimevergütung an.
Die Lifetimevergütung bezog sich meist auf die eingezahlte Summe des angemeldeten Spielers und lief entweder über einen Zeitraum von 1-2 Jahren, oder gar so lange, wie der Spieler angemeldet war.
Dies war natürlich eine lukrative Angelegenheit für jeden Publisher.
Das war mitunter ein Grund, warum diese Programme solchen Abstatz unter den Publishern gefunden haben.

Nun hat sich die Sachlage geändert.

Die Publisher generierten Neuanmeldungen, hinsichtlich der attraktiven Provisionszahlungen.
Nun musste das Programm eingestellt werden. Und hier beginnt das Dillema.
Denn wie wird nun mit den Provisionszahlungen für die Publisher wohl umgegangen?
Schliesslich sind sie ja einen bindenden Vertrag mit dem Programmbetreiber eingegangen und haben ihren Teil des Vertrages erfüllt.
Werden nun die Provisionen, so wie im Vertrag festgehalten, auf Lifetime weiter vergütet? Wird eine Lösung, die beide Seiten akzeptieren, gefunden? Denn auch wenn das Programm nicht weiter beworben werden darf, hat die jeweilig Glücksspielseite ja schließlich seine Spieler nicht verloren, und verdient weiterhin Geld mit diesen Usern.

Oder ist das gar auch gesetzwidrig, die Zahlungen für Leistungen aufrecht zu erhalten, da diese sich ja auf ein Zeitraum beziehen, in dem das Werben noch erlaubt war?

Und wenn diese Zahlungen noch rechtskräftig und legal sind, wie funktioniert denn das Tracking, wenn es offiziell kein Partnerprogramm mehr gibt?

Wurden diese Sachen überhaupt durchgedacht? Oder wurde das Programm einfach nur eingestellt?

Zusammenfassend liegt die Brisanz der Sache auf der Hand:

  • Die ehemaligen Programmbetreiber haben User bekommen, über die sie Geld verdienen. Dafür müssten sie Provisionen zahlen.
  • Zahlen sie nicht, verstoßen sie gegen ihre Verträge.
  • Zahlen sie, verstoßen sie wahrscheinlich gegen gültige Gesetzesvorgaben und müsse hierzu weitehin ihr Tracking aufrechterhalten, den es eigentlich ja gar nicht geben dürfte.

Es bleibt abzuwarten, welche Lösungsvorschläge diesbezüglich den Publishern angeboten werden.

Gibt es unter den Lesern Meinungen, Lösungsansätze oder bereits Feedback von den Partnerprogrammbetreibern?

VN:F [1.9.22_1171]
Wie hat dir dieser Beitrag gefallen?
Wertung: 0.0/5 (0 Bewertungen)
Danke für´s Teilen :-)Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn
 
 Share on Facebook Share on Twitter Share on Reddit Share on LinkedIn
9 Comments  comments 

9 Antworten

  1. Tja das ist wirklich eine schwierige Sache. Der Geschäftsbetrieb der Firma, mit der die Affiliates einen Vertrag hatten, wurde ja offiziell eingestellt (jedenfalls das Lottoangebot). Es wurde nur auf „andere“ Anbieter hingewiesen die das selbe anbieten. Mit diesen Firmen besteht allerdings kein Vertrag seitens der Affiliates.

    Was ich mich aber vor allem frage: Wenn Online-Lotto komplett verboten wurde, wie kann dann noch jemand Online-Lotto in Deutschland anbieten? Lotto wird doch staatlich reguliert und die Ltds müssten doch mit einer Annahmestelle in Deutschland zusammenarbeiten. Macht sich die Annahmestelle dann nicht strafbar?

    Auf jeden Fall ist dieser ganze Glücksspielstaatsvertrag großer Mist – gerade in Bezug auf Lotto. a) gehen dem Staat ne Menge Einnahmen verloren b) gibt es prozentual extrem wenig Süchtige, wenn man das mal mit anderen Dingen vergleicht. Casinos sind z.B. wesentlich „gefährlicher“ c) gehen Arbeitsplätze verloren (siehe Tipp24) d) ist es für einen Süchtigen wohl ziemlich egal, ob er seine Tipps online oder offline abgibt.

    Ich kann nur hoffen, dass sich da noch etwas tut.

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  2. Na ja manche (Ur-)Sachen bleiben uns verborgen, warum wieso weshalb. Ob Jugendschutz, ob Suchtbekämpfung, die Hintergründe sind ein wenig schleierhaft. Aber du hast recht, es ist schon interessant, warum man trotzdem dann noch online in Deutschland spielen kann?!

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  3. In diesem Fall hat die Glücksspielseite Tipp24 ja leider doch seine Spieler verloren, da ja nicht nur die Bewerbung, sondern auch der Betrieb der Seite selber verboten wurde.
    Lifetime ist somit wohl beendet, da der Merchant ja in der Tat nicht mehr lebt.
    Aber die bis dato angefallenen Provisionen (vor dem 1.1.) müssten natürlich noch ausgezahlt werden.

    Ich drücke aber die Daumen, dass die Klagen der Betreiber gegen das vermeintlich rechtswidrige Gesetz (Glücksspielvertrag) Erfolg haben werden. Vielleicht sollten auch mal Affiliates klagen. Aber nicht gegen die Merchants, weil die ja in diesem Fall absolut nichts dafür können.

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  4. Hier treffen gleich zwei „schwierige Themen“ aufeinander. Zum einen der Umgang des Staates mit dem Thema Spiele im Allgemeinen und Glücksspiele im Besonderen. Bereits am 24. Oktober schrieb ich in einer Presseerklärung (nachzulesen auf http://www.ProfiWIN-GmbH.de) zum Thema Gewinnspielsatzung bei den Landesmedienanstalten. Hauptaufhänger war die Benachteiligung der Internetwirtschaft ODER die Benachteiligung der Verbraucher bei den „alten Medien“. Während inzwischen nicht mal Lotto mehr im Internet spielbar ist, kann mein Kind ohne weiteres bei Radio- oder Fernseh-Spielen Geld ausgeben. Besteht hier keine Suchtgefahr? Ich sehe das ähnlich, wie Konrad, dass bei obigem Beispiel oder Casinos erheblich höheres Suchtpotential zu sehen ist.

    Wie die Verprovisionierung nun für die ehemaligen Affiliates aussieht, wird wohl letzten Endes das Gesetz und deren Vertreter zu klären haben. Allerdings hat der oben genannte Merchand ja bereits angekündigt, die Rechtswege auszuschöpfen. Deshalb ist ihm – oder seinem Interimsnachfolger – so lange angeraten, auch LifeTime zu vergüten, so lange er selbst an eine Rückkehr auf den Markt glaubt, sofern die Zahlung ihm erlaubt wird.

    Wir selbst – als Merchand einer gegenwärtig am naheliegendsten Branche, und damit Alternative – stehen vor einem ähnlichen Dilemma. Bisher haben wir unseren Affiliates mit starken LifeTime-Provisionen beeindrucken können. Ich befürchte, dass dies Thema nun alle Merchands treffen wird, falls die Auszahlung der Provisionen untersagt wird. Kommen dann unsere Affiliates auf uns zu, müssen wir wohl auch reagieren und weniger bieten. Dafür einmalig. Ich hoffe, es kommt nicht soweit.

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  5. @Martin

    Eine interessante Sichtweise, nun auch mal von einem Betreiber, worauf ich auch gehofft habe.

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  6. Ach ja, da fällt mir ein, falls jemand nicht wissen sollte um was es hier geht, hier kann man sich den Glücksspielstaatsvertrag ansehen:

    http://www.blja.bayern.de/imperia/md/content/blvf/bayerlandesjugendamt/gesetze_verordnungen/staatsvertrag_zum_gl_cksspielwesen_in_deutschland.pdf

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  7. Hallo zusammen,

    Ich verstehe nicht, wie ein Internetunternehmen wie tipp24, eine derart schlechte Kommunikationspolitik an den Tag legen kann. Mit einer einzigen Massenmail wurde die Einstellung des Programmes in einem 2-Zeiler angekündigt. In einem Nachtrag mußte sogar erst mitgeteilt werden, dass man bitte auch alle Werbemittel entfernen möge, um dem Gesetz zu entsprechen. Kein einziges Wort wurde über die Provisionen verloren.

    Da ich selbst Aktionär bin, sehe ich auch diese Seite und auch diesen wichtigen stakeholdern wurde die ganze Sache mehr als verschwiegen.

    Kann es sein, dass Internetunternehmen, die Bloggospäre unterschätzen? Ich sehe immer mehr Blog und Forenbeiträge zu diesem Thema aus dem Boden schießen und würde mich nicht wurden, wenn auch die old economy Medien, das Thema aufgreifen.

    Der Widereintritt in den legalen Markt wird so sicherlich wirlich nicht einfach, da die Affiliate Welt vernetzter als alle anderen Branchen auf dieser Welt ist.

    Was mich persönlich am meisten stört: Alle geworbenen Spieler werden einfach auf tipp24.com weitergeleitet und haben dort den gewohnten Account, in dem es sich nach wie vor gut spielen läßt.
    ————————————————————————————————————————

    Nach über 1 MONAT erhielt ich folgende mit Fehlern gespickte Antwort:

    Sehr geehrter Herr Salletmeier,

    Vielen Dank für Ihre Anfrage und entschuldigen Sie bitte die verzögerte Antwort.
    Da das Partnerprogramm und alle Werbemaßnahmen von Tipp24 eingestellt wurden,
    können keine weitere Provisionen mehr ausgezahlt werden.
    Wir bedauert es sehr und hoffen, dass wenn sich sie rechtliche Situation ändert,
    wir können die Zusammenarbeit wieder fortsetzen.

    Viele Grüße

    ***

    Tipp24 AG

    ——————————————————————————————————————-
    Ich erwarte mir von tipp24 eine faire Abschlagszahlung für jeden Partner als Lösung!

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  8. @Gerald
    Ja du hsat recht, es ist wirklich eine Nacht und neben Aktion gewesen. Unverständlich diesbezüglich ist, dass der Staatsvertrag ja bereits Anfang 2008 bekannt war. Es hätte auch langfristig bereits angekündigt werden können.

    Was mich an der Aussage von tipp24 etwas wundert ist die logische Frage: Falls der Staatsvertrag geändert wird, und tipp24 wieder online gehen kann: werden die Lifetime-Vergütungen dann weiter gezahlt, oder wird ein Nullpunkt gesetzt?

    Bezüglich deiner Anmerkung über die Blogosphäre:
    Ich denke schon, dass es genug unternehmen gibt, die die wirtschaftliche Wirkung von Blogs unterschätzen.
    Es ist, vor allem seit dem Durchmarsch von wordpress, aus unserem Leben nun mal nicht mehr wegzudenken. Und Fakt ist, dass es jeden Tag immer mehr Blogs aus dem Boden schiessen.
    Allein durch die Masse der Blogs, multilpiziert mit der Anzahl der interessierten Leser und der Trackbacks, ist es ein Medium, der mittlerweile Meinungsbildend und auch entscheidend über manche strategische Entscheidung sein kann.

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  9. avatar Jan

    Mittlerweile geht es ja wieder los mit Glücksspiel Partnerprogrammen. Aktuell ist nämlich kein Glücksspielvertrag in Kraft (der alte ist ausgelaufen, der neue noch nicht aktiv). Und wahrscheinlich werden mit dem neuen dann auch alle Partnerprogramme erlaubt sein, wo der Anbieter eine Lizenz in Deutschland hat.

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)