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Ich Chef Du nix! – kuriose Partnerprogramm-Bedingungen

Mal ganz ehrlich: Wer liest schon was die Merchants so in ihren Partnerprogramm-Bedingungen schreiben? Wohl kaum einer liest die teilweise mehrere Absätze langen Bedingungen, die i.d.R. immer das selbe aussagen, wie z.B. keine politischen Seiten, kein SPAM, bla, bla, bla. Nichts gegen sinnvolle Ausschlüsse von erotischen Seiten, politischen Webseiten usw. Trotzdem, man kann es auch übertreiben. Dabei kann man sich schon ganz schön in die Nesseln setzen, wenn man schnell und ohne zu lesen auf den Bewerben-Button klickt.

Hier meine kommentierten Fundstücke der letzten Wochen:


Nicht erlaubt ist:
– …
– …
– Direkte Weiterleitung in den Shop von ******, egal mit welchem Begriff
– ….

Tja, dann wird das mit dem Bestellen für den Kunden aber schwer. Also ich dachte, genau deshalb gibt es Partnerprogramme, aber man kann sich ja täuschen.


Werbeträger des Affiliate ist ausschließlich die bei ******** angemeldete Website des Affiliate Partners. Eine andere als die angemeldete Website als Werbeträger ist ausdrücklich untersagt.

Schaut halt die Referer an, wenn es euch interessiert. Ich meld mich bestimmt nicht mit meinem kompletten Domain-Portfolio an.


Der Affiliate darf ausschließlich die Werbemittel auf seiner Website verwenden, die ihm von ******* über das Internet- Partnerprogramm zur Verfügung gestellt wurden.

Wir reden hier von einem Sale-Programm und ich darf noch nicht mal einen Textlink anpassen? Hääääh?


Dem Affiliate ist es untersagt, Seiten, auf denen er ******- Werbemittel platziert hat, so zu gestalten, dass diese in wettbewerbswidriger Weise durch Manipulation der Indexierung von Suchmaschinen eine möglichst hohe Platzierung erreichen.

Ähm, das nennt man SEO und ist durchaus eine übliche Art und Weise im Internet gefunden zu werden. So hab ich mir das erklären lassen. Hab ja da keine Ahnung davon.


SEO / SEM verboten!

Und das bei einem Gewinnspiel-Partnerprogramm. So macht die Arbeit als Affiliate so richtig Spaß. Da bin ich natürlich dabei. Ich hätte gerne ein 8 x 15 Meter großes Stoffbanner, dass ich an die Straßenseite unseres Hauses hängen kann.


Ebenfalls ist es untersagt, Zielseiten der *******, auf die mit den Affiliate-Links verwiesen wird, in einem Frameset darzustellen oder mit anderweitigen technischen Mitteln so darzustellen, als ob es sich um Seiten auf dem Server des Partners handelt.

Schade, gerade so manche Werbeform lässt sich so besonders schön nutzen.

Nicht genug der verwirrenden und bescheidenen Bedingungen. Es wird einem sogar in den Partnerprogramm-Bedigungen gedroht:


Im Falle eines Verstoßes gegen vorstehende Bestimmung wird eine Vertragsstrafe in Höhe von 10.000 EURO für jeden einzelnen Verstoß sofort zur Zahlung an ******** fällig. Die Geltendmachung eines Schadensersatzes bleibt ********* ausdrücklich vorbehalten.

Fazit:
Liebe Agenturen (ja da sind auch Agenturen dabei, die sowas verzapfen), liebe Merchants! Bitte überlegt Euch doch was ihr wollt. Wollt ihr etwas verkaufen, dann tut es. Wollt ihr anderen Planeten-Mitbewohnern die Zeit stehlen mit solchen hirnrissigen Beschränkungen, dann lasst es. Das ist ja teilweise wie ein Handelsvertreter, dem man verbietet Kunden zu besuchen und über das Produkt zu sprechen.

Danke

ein kleiner Affiliate

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6 Comments  comments 

6 Antworten

  1. Sehr gut kommentiert!

    Bei Twitter würde man das Fazit jetzt wohl retweeten… ;-)

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  2. avatar GG

    Naja, wenn ich diese Entscheidung des BGH bzgl. der Haftung von Merchants (s. http://www.dr-bahr.com/news/grundlagen-entscheidung-zur-mitstoererhaftung-des-merchant-fuer-seinen-affiliate-im-volltext.html) richtig verstehe, dann kann ich es schon verstehen, wenn Merchants sich bei gewissen Dingen, z.B. der Wahl der Werbemittel, absichern wollen.

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  3. @GG
    Die Mitstörerhaftung kann der Merchant über die Partnerprogramm-Bedingungen aber auch nicht ausschließen. Er kann sich maximal absicher, dass er anschließend die Möglichkeit hat vom Affiliate Geld zu bekommen. Darüber hinaus sind Beschränkungen wie SEO verboten auf keinerlei rechtlichen Umstand zurückzuführen.

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  4. avatar Eugen

    @Sascha – DANKE, DANKE, DANKE!

    Die Merchants nehmen sich mittlerweile viel zu viel raus.

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  5. […] Preisegger hat im Blog von 100partnerprogramme.de einen lesenswerten Artikel über kuriose / ärgerliche / widersinnige Bedingungen von […]

  6. Die Einschränkung der direkten Weiterleitung bezieht sich sicher auf SEM, was auch nachvollziehbar ist,sofern der Merchant SEM betreibt. Dies scheint in der Beschreibung nicht richtig kommuniziert worden zu sein.

    Je nach Brand kann es auch wichtig sein nur freigegebene Banner auf geeigneten Seiten einzubinden. Manche Merchants, besonders wenn es sich um Premium-Brands handelt, achten nicht zu Unrecht darauf, dass eine mitunter über Jahrzehnte aufgebaute Marke keinen Schaden nimmt.

    SEO allerdings zu verbieten, naja, dann kann man auch gleich sagen „Content-Publisher sind nicht erwünscht“. :-)

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