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Die komsa-Abmahnung – 24 Stunden später

Update 25.01.10:


TNT bringt ein Paket von komsa. Inhalt: Ein Zettelblock samt Kugelschreiber mit der Ankündigung, dass man sich „im Zuge der entstandenen Internetresonanz“ entschieden hat, einen eigenen „Blog/ck“ zu erstellen. Dazu eine Einladung zur Handelstagung nach Hartmannsdorf.

Als ich gestern über die „lustige“ Abmahnung von komsa berichtete hätte ich nicht erwartet, welch gewaltige Wellen die Geschichte schlagen wird. Ich wollte mir eigentlich nur ein wenig den Ärger von der Seele schreiben. Denn ich ärgere mich über Abmahnungen, die vermeidbar wären, wenn man einfach zum Telefonhörer greifen würde oder eine kurze Mail senden würde, um die Sache zu klären. Doch hier handelte es sich noch dazu um eine peinliche Fehleinschätzung der Situation durch den Abmahnenden.

Die betroffene Firma hat den Irrtum erkannt und im Laufe des gestrigen Tages die Abmahnung zurück gezogen. So weit – so gut.

Die mediale Verbreitung in Zeiten des Web 2.0

U. a. weil es sich hier um ein klassisches David-gegen-Goliath-Thema handelt (1.200 Mann-Unternehmen mahnt 2-Mann-Unternehmen ab), verbreitete sich das Thema schnell.

Hier einige Kennzahlen, was in 24 Stunden passiert ist:

  • > 800 Tweets auf den Blogbeitrag
  • > 180 Kommentare & Pingbacks
  • > 70 weitere Blogbeiträge zu dem Thema laut Google-Blogsuche (einige interessante Zitate folgen weiter unten)
  • Platz 1 bei Google für das Abmahnthema bei Recherche nach dem Firmennamen (News schob sich einige Stunden nach Erscheinens des Blogbeitrags vor den Link zur Firmenwebsite)
  • Platz 4 bei Google für das Abmahnthema bei Recherche nach „abmahnung“
  • „komsa“ beliebtestes Twitter-Thema am 21.01.2010 bei twitter-trends.de und twicker.net (siehe unten)

Als dann gestern Nachmittag das Thema auch auf spiegel.de publiziert wurde ging angesichts des Besucheransturms  mehrfach mein Server in die Knie. Zum Glück konnte mein Server-Administrator Helmi ganz tief in die Trickkiste greifen, um den Peaks paroli zu bieten.

Eine mehrfach aktualisierte Linkliste zum Thema gibt es übrigens bei Florian Breidenbach (nichtaufregen.de).

Fundstücke

Platz 1 bei Google für das Abmahnthema bei Recherche nach dem Firmennamen (Klick aufs Bild zum Vergrößern):

„Komsa“ wurde gestern schnell das beliebtestes Twitter-Thema bei twitter-trends.de (Klick aufs Bild zum Vergrößern):

Auch twicker.net sah das Twitterthema „komsa“ zwischenzeitlich ganz oben (Klick aufs Bild zum Vergrößern):

Interessant ist auch der Trendverlauf und vor allem die Hashtags, die häufig zusammen mit #komsa verwendet wurden (Klick aufs Bild zum Vergrößern):

Presse-Echo

Gestern griff dann auch das „ehemalige Nachrichtenmagazin“ SPIEGEL das Thema auf. Um einer Abmahnung aus dem Weg zu gehen, zeigte man im Artikel „Die lustigste Abmahnung des Jahres“ nicht das Original-Firmenlogo, sondern nur einen grünen Pfeil als Anspielung darauf (Klick aufs Bild zum Vergrößern):

In der Nacht zu heute berichtete heise.de unter dem Motto „Abmahn-Super-GAU: Irrtümliche Abmahnungen gegen selbst produzierte Phantom-Werbung“ (Klick aufs Bild zum Vergrößern):

Meinungen & Kommentare

Ich habe hier einige interessante Zitate herausgegriffen, die sich u. a. auch generell mit der Abmahnproblematik auseinandersetzen:

„Eine Abmahnung ist ein Angebot, bei vermeintlichen Rechtsverstößen die Angelegenheit außergerichtlich zu bereinigen. Viele Abmahnungen sind rechtlich bedenklich. Und mache Abmahnungen sind einfach nur noch zum Lachen.“
(Quelle: kerner.de)

„Tja, so schnell kann man Fehler 2.0 machen.“
(Quelle: seo-woman.de)

„Bestes Beispiel, wie sehr Bloggen in Deutschland funktioniert, lieferte heute die unabsichtliche Gedanken-Fehlleistung eines deutschen Unternehmens, das ohne eine Überprüfung der Tatsachen Abmahnungen an Webseitenbetreibern ins Haus flattern ließ. Die ganze Sache ging nach hinten los.“
(Quelle: kolumne24.de)

„Es ist wirklich unfassbar, was sich das ein oder andere Unternehmen leistet. Allgemein verabscheue (ja, das Wort ist hart – trifft aber zu) ich Abmahnungen mit riesigem Streitwert wegen Kleinigkeiten gegen den kleinen Mann/Blogger. Die können eigentlich jeden Mal treffen und dann tappt man die nächsten Jahre in der Schuldenfalle. Muss nicht sein. Einfache Mail und das Problem lässt sich innerhalb weniger Minuten ohne Kosten aus der Welt schaffen…“
(Quelle: blockr.de)

„Im Grund ist das nämlich eine schlimme Geschichte. Sie zeigt, wie normal  es bereits ist, daß nicht lange gefackelt, sondern sofort mit der Abmahnkeule zugeschlagen wird.
Gerade bei einer ziemlich großen IT-Firma sollte man voraussetzen, daß der Sachverhalt erst einmal geprüft wird, zumal, wenn ganz plötzlich eine Häufung des ‘Mißbrauchs’ auftritt. Der eine oder andere IT-Mitarbeiter sollte da schon mißtrauisch werden. Offensichtlich ist aber jegliche Überprüfung unterblieben, die Abmahnschreiben wurden versandt.“
(Quelle: …Kaffee bei mir?)

„Unberechtigte Schutzrechtsverwarnungen, wie z.B. aus Markenrecht, lassen beim Abgemahnten Schadensersatzansprüchen gegen den unberechtigten Abmahner entstehen.“
(Quelle: Kanzlei SEWOMA)

Der schönste Abmahn-Fail der letzten Jahre. Au wei ist das beknackt. Da fehlen selbst mir die Worte.“
(Quelle: Fefes Blog)

„Comme ci – KOMSA – die Abmahnung ist da! Was Abmahnungen angeht ist man ja als Blogger einiges gewohnt. Meistens ist das ja mit unerfreulichem Stress verbunden, oft auch mit noch unerfreulicheren Kosten. Da freut man sich doch, auch mal von einer Abmahnung zu lesen, die so derart absurd ist, daß man einfach nur ganz entspannt drüber lachen kann.“
(Quelle: jensscholz.com)

„Und weil der mit den Phantomdelikten so schrecklich, scheint er auch gleich ein bisschen mit den Adressen und Namen durcheinander gekommen zu sein, so dass sich aus den Kontakten bereits eine “Selbsthilfegruppe” gebildet hat, die einen sehr lustigen Tag hatte!“
(Quelle: RA Markus Kompa)

„Wir schreiben heute den 21. Januar 2010. Das Jahr, also wird noch so rund 350 Tage dauern. Und doch gibt es bereits jetzt einen Kandidaten für die dümmste Abmahnung des Jahres – und es wird verdammt schwer werden, diese Geschichte zu übertreffen. Leider demonstriert sie wieder einmal, dass Juristen bei der Aussicht auf eine kostenpflichtige Abmahnung erschreckend oft genauso reflexionsfähig sind wie Junkies während der Entziehungskur.“
(Quelle: indiskretionehrensache.de)

„Auch wenn die Sache jetzt aufgeklärt ist und KOMSA um Verständnis für den “bedauerlichen unternehmensinternen Fehler” bittet, sollte dies ein Zeichen für alle Anwälte und Rechtsabteilungen dieses Landes sein, die in ihrer “stumpfen Abmahnwut” das logische Denken anscheinend einfach ausschalten. Da muss mal wieder das altbekannt Sprichwort herhalten “Man sollte nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen!”. Sind wir in unserer Gesellschaft wirklich schon so weit, dass es nicht mehr in Erwägung gezogen wird ein Problem gütlich zu lösen?! Der Ober-Hammer ist ja dann noch, dass von den Betroffenen in diesem Fall Verständnis erbeten wird. Das ich nicht lache! Wenn es um den eigenen Ar… geht wird man plötzlich zum zahmen Stubentiger! Da fällt mir echt nichts mehr zu ein!“
(Quelle: alltagsgeschichten.net)

„Erscheinen die Abmahnungen unverhältnismäßig, gerade wenn ein multinationaler Großkonzern einen Blogger trifft, breiten sich Wellen der Empörung durch die Bloggosphäre aus. Erscheint die Sache obendrein noch aberwitzig, z.B. aufgrund der geringen Schadenshöhe oder überzogener Streitwertansetzung, kommt ggf. noch die Ansicht auf, dass die Meinungsfreiheit unterdrückt werden soll, mündet die Empörungswelle oftmals in Artikeln in der Mainstream-Presse. Ein Imageverlust für das Unternehmen ist die Folge, woraufhin gütliche Einigungen erreicht werden.“
(Quelle: chemnitz-lebt.de)

„Die Komsa AG hat ein schönes Logo: Neun grüne Pfeile weisen optimistisch nach oben rechts. Toll! Deshalb war eine Komsa-Mitarbeiterin wohl so schockiert, als sie das Pfeilchen-Logo der Firma überall im Web sah, auf wildfremden Seiten. Sie verschickte dann zur Sicherheit drei Abmahnungen, wegen unerlaubter Nutzung des Komsa-Logos. Vorwurf: ´Es besteht neben der Gefahr der Verwässerung der Markenkennzeichnungskraft ein Verdacht auf Rufausbeutung.´“
(Quelle: spiegel.de)

„Na das ist ja mal ein heißes Eisen heute. Keiner hätte gedacht, dass so eine Welle hieraus wird. Ich meine die Abmahnung von 100pp wegen eines Internet Adblockers. Mittlerweile so scheint es mir, ist der Server von 100partnerprogramme.de dreimal abgestürzt, so viele wollten diesen Artikel lesen.
Respekt! Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten, die Frage ist allerdings, für wen? :)“
(Quelle: lawblog.de „Heißer Kandidat für die misslungenste Abmahnung des Jahres“, Kommentar)

„Das Jahr ist noch früh. Aber ich lege mich jetzt schon fest. Das ist die lustigste  Abmahnung des Jahres. Gleichzeitig stellt das für eine IT-Firma mit über 700 Mio EUR Umsatz pro Jahr eine bodenlose Peinlichkeit dar.“
(Quelle: gongmeditation.de)

„Neben dem lustigen Aspekt, es ist ja wirklich ein Bilderbuch-Eigentor für ein Unternehmen, macht mich diese Geschichte aber auch sehr nachdenklich. Es bestätigt meine Gedanken dass es  für Unternehmen mittlerweile normal ist sofort mit der Abmahnkeule auf alles verdächtige einzuschlagen. In Zeiten von Social  Media und Web 2.0 steht in meinen Augen aber die Kommunikation im Mittelpunkt. Jedoch ist davon in diesem Falle nichts zu erkennen. Bereits ein kurzer Telefonanruf hätte diesen Fauxpas vermutlich verhindert. Ich hoffe sehr dass sich andere Unternehmen dieses Missgeschick von KOMSA als Beispiel nehmen und künftig vielleicht erst einmal das Gespräch suchen bevor existenzzerstörende Abmahnungen mit horrenden Streitsummen verschickt.“
(Quelle: netzpanorama.de)

„Auweia!!! Das ist wirklich bitter – im kompletten Abmahnwahn wohl ganz vergessen, wer dafür gesorgt hat, dass die Werbung erscheint. Immer wieder ein Licht im Dunkeln der ganzen Abmahnungen, wenn so ein tolles Eigentor passiert! Dem Image des Unternehmens wirds sicher nicht dienlich sein ;)“
(Quelle: Kommentar von „kugler“ auf im-dachgeschoss.de)

„Michael Stehmann zitiert in seinem Kommentar dazu vollkommen richtig Matthäus 26,52: “Wer zum Schwert greift, soll durchs Schwert umkommen.” – Ich füge noch Hosea 8,7 hinzu: “Denn Wind säen sie, und Sturm werden sie ernten”. Den berechtigten Sturm der Entrüstung und des Auslachens in der Blogosphäre – und dank Google News und Spiegel Online auch in der realen Nachrichtenwelt.“
(Quelle: alexander-baumbach.de)

„Den witzigsten Tweet lese ich gerade von @BrandNewWelt: “Chef!!!!! Wahnsinn. Ich habe es geschafft unser Logobanner auf ALLEN Internetseiten zu platzieren … und zwar kostenlos!” #komsa“
(Quelle: Kommentar von Tibor auf 100partnerprogramme.de)

„Wo kann ein Mann noch ein Mann sein, wo ist der Westen noch wild? Wo sind die letzten Reservate für echte Cowboys? Die letzten echten Kerle, die erst schiessen und dann fragen, wo sind sie geblieben? Sind wir alle nur noch weichgespülte Konsens-Memmen?
CowboysNein, es gibt noch ein paar dieser echten Outlaws, die sich einen Dreck um unsere “Lass-uns-erst-mal-drüber-reden-Kultur” scheren. Natürlich tragen sie keine in der untergehenden Sonne funkelnden Colts mehr im tief hängenden Gürtelholster. Auch Cowboyhut, Stiefel und Sporen gehören nicht mehr zu den Accessoires der letzten Glücksritter unserer Gesellschaft. Aber ich will es nicht künstlich spannend machen: Die letzten echten Westernhelden sind die Internet-Abmahn-Anwälte.“
(Quelle: czyslansky.net)

„Wer kommt überhaupt auf die Idee, statt eines Werbebanners o. ä. das Firmenlogo einzublenden? Wenn ich einen Adblocker installiere, will ich doch an der Stelle grad nix sehen. –> Wir haben das bei uns auch, weil sonst die Kollegen alle die Hotline anrufen und melden, dass das Internet kaputt ist.“
(Quelle: Kommentar von „surfgroupie“ auf eltern.de)

„Hätte die Unternehmensleitung beizeiten das Surfen auf Arbeit untersagt, würde sich jetzt nicht alle Welt über die grandiose Informations- und Kommunikationskultur der Komsa AG erheitern! Vielleicht hätte es auch ausgereicht, dem einen oder anderen Mitarbeiter das Internet zu sperren. Oder auch nur nachzudenken oder jemanden mit Sachverstand zu fragen.“
(Quelle: Carls Weblog)

„Fazit: Die Abmahnwelle wird wohl erst aufhören, wenn die Firmen einsehen, dass sie sich mit Abmahnungen selbst mehr schaden als die (angeblichen oder tatsächlichen) Markenrechtsverletzer. Aber diese Aktion der Fa. KOMSA und die Öffentlichkeit, die sie hergestellt hat, ist ein guter Anfang…“
(Quelle: Kommentar von Gernoth Buth auf 100partnerprogramme.de)

Nebenwirkungen

Danke für mehr als 50 neue Twitter-Follower und über 26.000 Besucher hier im Blog in den letzten 24 Stunden.

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60 Comments  comments 

60 Antworten

  1. avatar Walter Erwin Salz

    @warning

    Warum so aggressiv? Warum so verärgert? Arbeiten Sie bei Komsa in der Rechtsabteilung? Sind Sie Abmahnanwalt? Oder verdienen Sie anderwertig Geld durch Abmahnungen und befürchten durch die wie Sie meinen „sich maßlos überschätzende Bloggosphäre“ Umsatzrüchgänge? Fragen über Fragen @warning

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  2. Für die Firma ist es fürwahr ein Supergau, dank des beherzten Eingreifens der Bloggergemeinde.

    Was jedoch lässt sich gegen die Organgewalt einer Kleinstadt ausrichten, die Blogger mit Gesamtstreitwerten jenseits der EUR 70.000 mundtot machen wollen????

    Siehe: http://kinderklau.blogspot.com/

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  3. Die freie Meinungsäußerung von Warning zeigt, wie wichtig es ist, dass sich die Internet-Community wehren kann – wie dieses Beispiel deutlich zeigt.

    Es gibt anscheinend immer noch Menschen, die es richtig finden, dass man sich jedes x-beliebige Wort, jede primitive Zeichnung, jede „Erfindung“, die bereits jahrelang genutzt wird oder jedes primitive Allerweltsfoto schützen lassen kann. Ich spreche hier nicht von wahren geistigen Errungenschaften, wofür man zur Entwicklung viel Geld ausgegeben hat und die einen Schutz verdient haben, sondern von lächerlichen Dingen wie Alltagsbegriffe oder drei Pfeilen, die sogar meine 2jährige Tochter zufällig hinbekommt.

    Man schaue nur mal in die wöchentlichen Eintragungen des Markenschutzregisters. Es gibt mittlerweile fast kein Wort mehr aus der deutschen Sprache, das nicht geschützt ist. Ich wette, jede Website kann abgemahnt werden. Einfach, weil es ein Irrsinn ist, sich regelmässig intensiv damit zu beschäftigen, ob etwas geschützt ist oder nicht oder sonst eine beknackte Regel zuschlägt.

    Es ist unbestritten, dass viele Anwälte und Unternehmen nur davon leben, andere abzumahnen. Ich gönne jedem Riesengewinne, aber nicht auf Kosten anderer. Es wird immer auf gierige Banker geschimpft. Zurecht. Aber gierige Abmahner sind ein noch schlimmeres Übel der Gesellschaft.

    Wer es ernst meint, schreibt einen netten kostenlosen Brief. Zu über 90% wird es sich schnell klären – als Irrtum, Versehen, Mißverständnis, Unwissenheit darstellen. Die restlichen vermutlich unter 10% bewussten Contendiebe kann man dann immer noch mit der vollen Härte des Gesetzes zur Strecke bringen.

    Die Politik ist hier in der Tat gefragt. Denn es sind gerade die Politiker, die sogar fordern, man müsse die Urheberrechte noch stärker schützen. Dadurch bereichert man aber vor allem die Abzockabmahner. Die Gesellschaft verroht dadurch immer mehr. Ich will keine Leute wie Warning. Ich will keine Menschen, die die Moral völlig ausblenden und nur strikt nach Rechtslage handeln. Gewinnen können dadurch nur die Ausbeuter, die von der Politik unterstützt werden!

    KOMSA hat diese „Werbe“kampagne nicht verdient, weil sie mehrere Fehler gemacht haben (der Datenschutz bei der Adressierung wurde hier ja z.B. noch kaum erwähnt), sondern weil ihr netter und lustiger Chef (wie hier geschrieben wurde) einfach auch jede Moral verloren hat und gleich den Anwalt anschaltete. Es ist nur schade, dass die vielen anderen Vorschnell-Abmahner ungeschoren davonkommen. Noch!

    Im Grunde müsste man eine Abmahncommunity gründen und dort jede Abmahnung mit Namen des Unternehmens und des Anwalts erwähnen, vor allem, ob sie moralisch berechtigt war oder nicht.

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  4. @Frank Schulze:

    Komsa kenne ich auch noch aus den Anfangsjahren der D-NetzTechnik als netten und guten Geschäftspartner.

    Eine derartige „Abmahncommunity“ gibt es, sie heißt Abmahnwelle e.V. (www.abmahnwelle.de).

    Allerdings wurde sie von den ganzen Abmahnabzockern massivst unter Beschuß genommen. Manche Aktiven endeten schließlich in der Psychatrie, weil sie der nervlichen Belastung nicht mehr gewachsen waren – manch unterbeschäftigte Juristen-Bosnickel schickte 5 Faxe am Tag, ließ Mitglieder der Abmahnwelle alle 2-3 Tage bei der Polizei anrücken für irgendwelche unsinnigen Aussagen.

    Ich wurde zu den Messeterminen, von denen ich als Fachjournalist lebe, von einem bekannten Abmahnanwalt regelmäßigst attackiert, der wußte, daß ich an diesen Tagen nicht zuhause, sondern in Berlin bzw. Hannover war, in der Hoffnung, mich so überrumpeln und in einen langwierigen und teuren Prozeß ziehen zu können. Die Folge war, faß ich meine Artikel nicht zeitnah liefern konnte und so Aufträge verlor, sodaß ich irgendwann nur noch über Abmahnungen schreiben konnte, doch nicht mehr über Funktechnik, bzw. er hoffte, mir meine E-Mail-Adressen so abnehmen zu können, wie er es bei der TAZ versucht hat. (Das hat ihm nun eine Haftstrafe eingebracht, aber nur, weil er dabei erwischt wurde, die Unwahrheit zu sagen, nicht wegen des zugrundeliegenden Verhaltens).

    Begonnen hatte das alles 2000, weil ein Sender meien E-Mails innert 51 Stunden wollte und ich meinte, es gäbe sowas wie Privatsphäre in Deutschland.

    Auch akut läßt wieder jemand die Jura-Keule los….das ist so typisch deutsch: Statt seinen eigenen Kram auf die Reihe zu bringen, greift man andere an. Die Folge ist leider, daß sich Arbeit nicht lohnt: Sobald ich mich mal wieder mit meinen eigentlichen Fachthemen beschäftige, kommt wieder ein Jurageier und macht die Arbeit von Monaten und Jahren zunichte! Aber dann wundern die Herren sich, wenn ich über sie schreibe und ihre miesen Machenschaften offenlege – was anderes bleibt einem ja nicht, wenn man nie in Ruhe gelassen wird. Es hat ja gar keinen Zweck, über Amateurfunk oder Fotografie zu schreiben – das dulden die Juristen nicht.

    Das Abmahnen und Klagen ist etwas, an dem Deutschland noch zugrunde gehen wird, weil es einem als anständiger Mensch überhaupt nicht mehr möglich ist, hier auf einen grünen Zweig zu kommen. Ich habe bis heute die Schulden aus der Attacke von 2000 nicht abtragen können, und mit anständiger arbeit ist dies auch in Deutschland gar nicht möglich. Höchstens, indem ich mich auch auf solche Drecksgeschäfte einlasse…

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  5. avatar Links #27 Gewinnspiel, Social Icons, Wordpress Theme, Bürostuhl und eine Abmahnung | NETZ-ONLINE

    […] des Affiliate-Netzwerks 100partnerprogramme.de, berichtete auf seinem Blog die Geschichte der wohl peinlichsten Abmahnung aller Zeiten. Karsten Windfelder war sich keiner Schuld bewusst, als er die Abmahnung der Firma KOMSA bekam. Die […]

  6. […] muss! Eine Analyse/Zusammenfassung wie die Reaktionen auf die Abmahnung waren hat Karsten in diesem Post […]

  7. […] so schnellen Bekanntheitsgrad, dass die Server die Besuchermenge nicht mehr packen, wie z.B. bei Karsten Windfelder: Als dann gestern Nachmittag das Thema auch auf spiegel.de publiziert wurde ging angesichts des […]

  8. […] Quelle: kerner.deWeitere Informationen gibt es hier und hier. […]

  9. 2010 neigt sich zu Ende und erlaubt einen Rückblick mit der Frage:

    Wurde diese Abmahnung noch getoppt und gab es noch finale Resultate?

    Ein erfolgreiches Neues Jahr wünscht

    Hans-Peter Bauer

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