magnify
Home Themen Affiliate-Marketing Neue Verbraucherkreditrichtlinie: Stolperstein für Affiliates
formats

Neue Verbraucherkreditrichtlinie: Stolperstein für Affiliates

Am 11. Juni 2010 tritt die neue Verbraucherkreditrichtlinie in Kraft. Betroffen sind von den neuen Richtlinien auch Affiliates die Kredit-Partnerprogramme bewerben und diese auf ihren eigenen Websites darstellen. Ausnahmslos jeder Affiliate dieser Branche sollte alle seine Angaben genau prüfen. Spätere Abmahnungen werden nicht günstig sein. Es sind neue Angaben erforderlich, die bei der Bewerbung von solchen Partnerprogrammen gemacht werden müssen.

Was ist neu?

Pflichtangaben: Es ist Banken bzw. Kreditgebern ab 11. Juni 2010 nicht mehr erlaubt ohne den effektiven Jahreszins zu werben. Dieser muss stets bei der Werbung für einen „Verbraucher“-Kredit angegeben werden. Außerdem beinhaltet der §6 PAngV weitere neue Vorrausetzungen für Kreditwerbung. Zollzinssatz, Nettodarlehensbetrag und der effektive Jahreszins müssen in klarer, verständlicher und auffallender Weise kommuniziert werden. Der Zollzinssatz ist von weiteren Pflichten betroffen. Es muss angegeben werden ob dieser flexibel oder kombiniert, eventuell sogar gebunden. Sonstige Kosten beim Abschluss des Kreditvertrags müssen ebenfalls klar kommuniziert werden.

Diese Maßnahme dient dem Schutz der Verbraucher vor verlockenden Angeboten. Außerdem können Kredit-Vergleiche transparenter durchgeführt werden. Bisher konnten Banken etc. Verbraucher durch niedrige Kredit-Kosten locken, die am Ende im effektiven Jahreszins zu Gunsten der Banken stabilisiert wurden. In Großbritannien ist diese Regelung übrigens seit 2004 sehr erfolgreich im Einsatz. Nicht gültig ist die Regelung bei Darlehen unter 200 Euro und bei zinslosen- sowie Förderkrediten.

Elektronischer Vertragsabschluss: Verbraucher können in Zukunft Kredite auch über den elektronischen Weg abschließen. Zwar wird diese Maßnahme vom Verbraucherschutz bereits bemängelt weil man zu schnell den „Klick“ ausführt und in Kostenfallen tappt, aber da muss man auch an Verbraucher appellieren sich besser zu informieren.

Beispiel Creditolo.de

Im Weblog vom Creditolo Partnerprogramm wurde diese Änderung bereits besprochen. Die Informationen als repräsentatives Beispiel lauten: „Bei einem Nettodarlehensbetrag von 5.000 Euro und einer Laufzeit von 72 Monaten, erhalten zweidrittel aller Creditolo-Kunden einen voraussichtlichen effektiven Jahreszins von 9,97 Prozent oder weniger. Gebundener Sollzinssatz 8,82% p.a. zzgl. 100 Euro Bearbeitungsentgeld der Bank.

Mindestangaben

Nettodarlehensbetrag: 1.000 bis 100.000 Euro
Sollzinssatz: ab 4,80% p.a. (fest, bonitätsabhängig)
Effektiver Jahreszins: ab 4,91% p.a.
Laufzeiten: 12 bis 120 Monate
zzgl. Barbeitungsentgeld der Bank

Was ist jetzt schlimm daran?

Nichts! Man muss nur als Affiliate darauf achten bei allen Krediten die neuen Pflichtangaben anzugeben. Von dieser Änderung sind alte Content-Seiten nicht betroffen, wenn diese „VOR“ dem 11. Juni 2010 veröffentlicht wurden und das Datum der Veröffentlichung sichtbar ist. Kein Affiliate muss sein Weblog im Archiv durchforsten und alle Angaben nachträglich einpflegen.

Hinweis

Die neuen Angaben müssen entweder direkt beim Zinssatz mit angegeben werden, oder sehr gut und nicht zu übersehen, als Fußnote beim Kreditvergleich. Diese Kennzeichnung sollte dann aber unbedingt gut auffallen. Kreditvergleiche können in tabellarischen Auflistungen der Ergebnisse schließlich unmöglich die komplette Palette hinter jeden Zins schreiben.

Affiliates dürfen sich nicht auf die Informationspolitik jedes einzelnen Merchant verlassen, denn die Pflicht streifen sie damit nicht von sich ab, nur weil sie vielleicht nicht informiert wurden. Ich hoffe selbstverständlich, dass jeder Merchant mit Rundmails sein bestes gibt.

VN:F [1.9.22_1171]
Wie hat dir dieser Beitrag gefallen?
Wertung: 0.0/5 (0 Bewertungen)
Danke für´s Teilen :-)Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn
 
 Share on Facebook Share on Twitter Share on Reddit Share on LinkedIn
12 Comments  comments 

12 Antworten

  1. avatar Fabian Held

    Ob diese Richtlinie tatsächlich mehr Transparenz ins Geschäft bringen wird, bleibt vorerst abzuwarten. Die wenigsten Vergleichsseiten werden wohl mit dem 2/3 Beispiel, das tatsächlich aussagekräftig ist, in die Werbung gehen. Vielmehr orientiert man sich auch weiterhin an den „Werbezinsen“, um die Anbieter weit vorne platzieren zu können, die die besten Provisionen versprechen.

    Ebenfalls ein Stirnrunzeln verursachen die Angaben, der Banken, die meist in etwa so aussehen:
    – gute Bonitäten: ab 4,0% effektiv
    – mittlere Bonitäten: ab 6,5% effektiv
    – schlechtere Bonitäten: ab 9,0% effektiv

    Darunter steht dann: Repräsentatives Beispiel, das für 2/3 aller Kreditnehmer gilt: 9,85% effektiv.

    Etwas seltsam, dass 2/3 der Kunden ganz offensichtlich zu den „sehr schlechten“ Bonitäten gehören, die die Bank laut eigener Angabe wohl gar nicht mehr bedienen wird. ;-)

    Mit freundlichen Grüßen,

    Fabian Held

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  2. Für Verbraucher ist die Änderung wirklich vorteilhaft und schafft Transaprenz. Immerhin muss man nicht alte Beiträge abändern. Warum eigentlich nicht?

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  3. avatar Soeren Eisenschmidt

    Alte Beiträge musst du nur dann nicht ändern, wenn das Datum der Veröffentlichung vorhanden ist. Da profitieren also nur die Blogger, nicht aber normale Kredit-Seiten. Solche Änderungen musste man soweit ich weiß noch nie nachträglich verändern. Alte Preisvergleichs-Blogger mussten ja ihre Artikel auch nicht rückwirkend auf 19% MwSt. umstellen oder aus DM den Euro machen. Ich glaube dies kann man niemanden zumuten. ;)

    VN:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  4. Nicht überall, wo Verbraucherschutz drauf steht, steckt auch Verbraucherschutz drin.

    Ein Merchant schickte mir nun auch ein repräsentatives Beispiel, das mit den neuen Richtlinien konform sein soll:

    „Bei einem Nettodarlehensbetrag von 5.000,-EUR erhalten zwei Drittel der Kunden einen effektiven Jahreszins von 8,99% oder günstiger.“

    Was sagt mir das als Verbraucher? Rein gar nichts!
    Zähle ich zu den Auserwählten 2/3? Und wenn ja, erhalte ich dann 8,99% oder sogar weniger?

    Fazit: mal wieder ein völlig überflüssiges Gesetz, das nur mal wieder den Abmahnern zugute kommt und vielen unnötig Arbeit macht (z.B. den Affiliates). Den Verbrauchern haben viele selber eine vergleichbare Übersicht geboten (von der Transparenz leben ja Kreditvergleichsseiten eigentlich).

    Jetzt – durch das repräsentative Beispiel – werden die Verbraucher eher komplett verwirrt. Einige Merchants schicken keine Daten zu. Da mir das Selbstrecherchieren in diesem Fall zu gefährlich und zu aufwändig ist habe ich sie erstmal rausgenommen. Der Dumme ist natürlich der Verbraucher, dem nun die Auswahl fehlt. Aber dafür wird er zu Tode „geschützt“.

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  5. […] http://blog.100partnerprogramme.de/2010/06/10/neue-verbraucherkreditrichtlinie-stolperstein-fuer-aff… Juni 2010 nicht mehr erlaubt ohne den effektiven Jahreszins zu werben. Dieser muss stets bei der Werbung für einen „Verbraucher“-Kredit angegeben werden. Außerdem beinhaltet der §6 PAngV weitere neue Vorrausetzungen für Kreditwerbung. … […]

  6. […] Neue Verbraucherkreditrichtlinie: Stolperstein für Affiliates […]

  7. […] dafür. Um einen dieser Beiträge geht es auch im Podcast, denn dabei dreht sich alles um die neue Verbraucherkreditrichtlinie. Hier müssen auch Affiliates reagieren. Weiter habe ich gestern kurzfristig über das Vorgehen von […]

  8. Ich sehe es genauso wie Frank Schulze,

    ist für mich nur ein fauler Kompromiß zwischen Banken und EU-Politikern. Ich hatte eine riesen Arbeit durch die für mich völlig sinnlose Verbraucherkreditrichtlinie. Die stiftet nur Verwirrung bei den Leuten und freut lediglich Personen, die sich Rechtsanwälte nennen dürfen.

    Ich stelle mir das so vor:

    Die Banken sagen, wir wollen in ganz Europa Kredite vergeben dürfen.

    Dann haben die Politiker in Brüssel gesagt:

    Na ja, wenn wir im Gegenzug so tun dürfen, als würden wir etwas Verbraucherschutz betreiben.

    Und hinten rausgekommen ist nun dieser Mist. Um die Richtlinie als Mist zu erkennen, muss man etwas tiefer blicken können.

    Gruß an Soeren, Karsten und Frank Schulze

    D. R.

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  9. Ein klassisches Beispiel! Wiedermal schön am Bürger vorbei geplant. Aber es stellt sich die Frage, ob aus diesem aufgeblähten, bürokratischem Apparat überhaupt etwas sinnvolles herauskommen kann?

    Es grüßt der Verbraucher-Max

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  10. Zum thema Kredit-Partnerprogramme gibt es ein brandneues Gerichtsurteil:

    http://www.kredit1a.de/pressemitteilung/artikel_Das_Ende_der_Kredit-Partnerprogramme_9820.html

    Per Gerichtsbeschluß wurde untersagt Kredit-Partnerprogramme auf seiner Webseite zu betreiben ohne der Erlaubnis zur Kreditvermitlung nach §34c Gewerbeordnung.

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  11. avatar Karsten Windfelder

    Hier die Einschätzung eines Online-Rechtsanwalts dazu:
    http://blog.100partnerprogramme.de/2011/05/04/das-ende-der-kredit-partnerprogramme-reine-panikmache/

    VN:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)