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Wie Agenturen das passende Affiliate-Netzwerk auswählen

Diese Woche haben wir uns bei ein paar Affiliate-Agenturen zum Thema „Auswahl eines passenden Affiliate-Netzwerks für ein Partnerprogramm“ umgehört. Die Antworten der Agenturen zu den einzelnen Fragen sind recht unterschiedlich und geben interessante Einblicke zum jeweiligen Vorgehen. Klar, dass Technik und Tracking eine große Rolle spielen, aber auch die „Chemie“ muss stimmen, um ein Partnerprogramm bei einem Netzwerk zum Erfolg zu führen.

Wir sprachen mit acht Affiliate-Fachleuten

Daniele Mulas , Geschäftsführer DaMcon s.r.l., Jan Peitz, Geschäftsführer sunnysales GmbH, Simon Kronseder, Head of Affiliate Marketing Projecter GmbH, Jessica Gibout-Deter, Geschäftsführerin Empreinte Media GmbH, Alan Anneser, Senior Affiliate Manager explido WebMarketing GmbH & Co. KG, Michael Pietzka, Senior Account Manager metaapes GmbH, Martin Neuschulz, Affiliate Marketing Manager Dorst eMarketing GmbH und Martin Pichler, Head of Affiliate-Marketing iCrossing GmbH (von links nach rechts)

Wie geht ihr vor, wenn ihr einen Merchant bei einem oder mehreren Affiliate-Netzwerken unterbringen wollt?

Daniele Mulas: Unsere Empfehlung geht eher in die Richtung gleich mit einem großen Netzwerk zu starten, denn dadurch deckt man bereits mehr als 2/3 der Publisher in Deutschland und maximal noch 1 – 2 Netzwerke mitzunehmen, wenn überhaupt notwendig. Um so mehr Netzwerke, um so mehr Aufwand – aber mehr Netzwerke heisst nicht gleich mehr Umsatz. Deshalb raten wir gleich ab bei mehreren Netzwerken zu starten.

Jan Peitz: Wir treffen eine Vorauswahl, welche Netze für den Kunden aufgrund seines Tätigkeitsfeldes und Budgets geeignet sind, dann holen wir Angebote für einen Start ein. Die Entscheidung, ob ein Netz exklusiv gestartet wird, ist meistens schon im Vorfeld gefallen, bei gleicher Eignung der angesprochenen Netze gewinnt das bessere Angebot.

Simon Kronseder: Dem Kontakt mit den Netzwerken geht die strategische Entscheidung voraus, ob der Merchant bereit ist, eine Setup-Gebühr bzw. eine monatlich Fixgebühr auf sich zu nehmen. Dabei spielen Vertrauen ins Affiliate Marketing und die Aussicht auf einen profitablen Marketing Kanal ein wichtige Rolle. Danach geht es über den persönlichen Kontakt mit den Netzwerken ganz schnell ;)

Jessica Gibout-Deter: Bevor man mit den Netzwerken über einen Neustart verhandelt, müssen verschiedene Dinge mit dem Merchant besprochen werden. Budget, Ziele, Mitbewerber, Ressourcen und Potential sind dabei wichtige Punkte, anhand der Ergebnisse schlagen wir dem Merchant verschiedene Netzwerke oder Netzwerkkombination vor.

Alan Anneser: Die Auswahl des Netzwerks. Gibt es ein Netzwerk, das auf die Produkte des Kunden spezialisiert ist oder ist ein Start in einem oder 2 – 3 der „großen“ Netzwerken aufgrund der allgemeinen Reichweite zu empfehlen.
Dann fordern wir von den Netzwerken eine Merchant-Potentialanalyse an.
Diese Potentialanalyse, die finanzielle Investition in den Netzwerk-Setup, die eventuelle monatliche Netzwerk-Fee und unsere Erfahrungen mit einem Netzwerk können ein Entscheidungsgrund für oder gegen den Start in einem Netzwerk sein.

Michael Pietzka: Es wird vorab der genaue Bedarf des Merchants analysiert und die jeweiligen Netzwerke darauf basierend ausgewählt. Durch unsere langjährigen, sehr guten Kontakte zu den führenden Netzwerken ist eine Platzierung des Merchants dann meist problemlos möglich.

Martin Neuschulz: Nachdem wir eine umfangreiche Potentialanalyse für den Bereich Affiliate vorgenommen haben empfehlen wir unserem Kunden mit welchem Netzwerk er sein Programm starten sollte. In der ersten Sondierungsphase werden dabei die Netzwerke ausgewählt, die den jeweiligen Anforderungen gerecht werden. Selbstverständlich fließen auch bestehende Kontakte zu Mitarbeitern und bisherige Erfolge in die Entscheidung mit ein.

Martin Pichler: Wenn wir mit einem Kunden bei einem oder mehreren Affiliate-Netzwerken starten, erstellen wir im ersten Schritt eine umfangreiche Markt- und Wettbewerbsanalyse. Anhand dieser Analyse identifizieren wir in Absprache mit dem Kunden das passende Affiliate-Netzwerk. Wichtig ist für unsere Kunden natürlich ein faires und zeitgemäßes Abrechnungsmodell. Die Anzahl und vor allem die Qualität der Affiliates ist ein zentrales Merkmal bei der Auswahl eines Netzwerkes.

Welche Kriterien sind für dich besonders wichtig, die ein potentielles Netzwerk unbedingt erfüllen muss?

Daniele Mulas: Wichtig sind mit Sicherheit die Konditionen, die das Netzwerk zum Start (Setup-Gebühr) und im weiteren Verlauf (monatliche Mindestgebühr, etc.) hat. Ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis muss gegeben sein. Das Netzwerk muss auf jeden Fall ein ausgedehntes, qualitativ hochwertiges Publisher-Portfolio besitzen sowie bei Support-Fragen erreichbar sein.

Jan Peitz: Es muss für die entsprechende Industry geeignet sein, da gibt es ja durchaus große Unterschiede. Neben der Technik und dem Partnerstamm ist für uns auch der schnelle Support und der persönliche Kontakt wichtig. Wenn die Chemie stimmt, lässt sich meistens am erfolgreichsten zusammen arbeiten und Erfolg haben.

Simon Kronseder: Die technischen Kernfunktionalitäten bieten mittlerweile alle größeren Netzwerke an. Umso wichtiger sehe ich den individuellen Support, wenn Fragen oder Probleme auftreten, sollten diese schnellmöglich gelöst werden. Weitere Kriterien für oder gegen Affiliate Netzwerke sind Reichweite, Transparenz und technische Neuerungen.

Jessica Gibout-Deter: In Deutschland gibt es etwa zehn Netzwerke die einen guten Job machen und bei denen ich jederzeit ein Partnerprogramm starten würde. Wenn ich ein Kriterium nennen muss ist natürlich das Tracking am wichtigsten, aber das setze ich bei einem Netzwerk voraus.

Alan Anneser: Setup-Kosten und Monatliche Fee, Spezialisierung des Netzwerks (z.B. Retail, Finanz, Gaming usw.), Reichweite, Reichweite oder Ausbaumöglichkeit AT/CH oder International (je nach Merchant), Support und Erreichbarkeit, sowie Statistiken und Tools.

Michael Pietzka: Im Vordergrund steht die Eignung für den jeweiligen Merchant. Natürlich sind darüber hinaus der Service, die Technik und die pünktliche Auszahlung an Partner entscheidend.

Martin Neuschulz: Am wichtigsten ist die Funktionalität und Ausgereiftheit der verwendeten Technologien, ein direkter und persönlicher Kontakt für jegliche Problemstellung und eine umfassende Palette an effektiven Tools für die Verbreitung von Promotions. Auch ist es von hoher Wichtigkeit, dass bereits ähnliche Programme in dem Portfolio vorhanden sind damit man mit starken Publishern rechnen kann.

Martin Pichler: Ein für unsere Kunden und Affiliates attraktives Netzwerk muss eine optimierte grafische Oberfläche, ausführliche und transparente Reportings sowie ein gewisses Maß an technischer Flexibilität mit sich bringen. Von den Netzwerken erwarten wir, dass der Einsatz eines externen Trackingtools (z.B. iCrossing Single Tag Tracking) kein Problem darstellt, sodass für unsere Kunden auch beim Einsatz von mehreren Netzwerken kein technischer Mehraufwand entsteht. Des Weiteren ist uns sehr wichtig, dass die Netzwerke externe Schnittstellen für Affiliates und Kunden anbieten, damit eine unkomplizierte Auswertung und Optimierung der Programme problemlos möglich ist. Export und Import Funktionen sind für unsere Kunden mittlerweile genauso wichtig wie für unsere Publisher.
Um eine reibungslose Zusammenarbeit mit den Netzwerken zu gewährleisten und schnell agieren zu können, ist ein direkter Ansprechpartner für uns von großer Bedeutung.

Wie wichtig ist es heute, dass ein Partnerprogramm bei möglichst vielen Netzwerken „untergebracht“ wird? Oder ist es ja nach Merchant unterschiedlich?

Daniele Mulas: Einige Merchants, die sich erstmal an das Affiliate Marketing rantasten wollen, starten meist mit kleineren Netzwerken. Die Gründe, die dafür sprechen, sind keine Setup-Gebühr und Betreuung durch einen Account-Manager. An sich um erste Versuche im Affiliate Marketing zu starten nicht schlecht. Meistens haben aber die kleineren Netzwerke auch nur ein kleins Publisher-Portfolio. Der Merchant denkt, es könnte mit den richtigen Publishern mehr Umsatz machen und startet somit bei weiteren Netzwerken. Grundsätzlich ist es nicht wichtig bei mehreren Netzwerken dabei zu sein, denn die wichtigen großen Publisher sind bei den großen Netzwerken vertreten. Somit hat man bei einem Start in einem großen Netzwerk mit Begleitung eines kleineren Netzwerkes schon fast die komplette Affiliate-Reichweite in Deutschland erreicht. Die richtige Reichweite erhält man mit einem reichweitenstarken Netzwerk.

Jan Peitz: Es ist sicher eine Entscheidung von Fall zu Fall, meistens entscheiden wir uns aber für den Start in einem Netzwerk exklusiv. Das bringt Vorteile bei der Verhandlung der Konditionen und mit der richtigen Wahl habe ich auch in einem Netz Zugriff auf alle relevanten Partner.

Simon Kronseder: Hierzu muss man sich die Frage der Reichweite stellen. Mit wie vielen Netzwerken erreiche ich eine möglichst große Anzahl an Affiliates und ab wann lohnt sich der zusätzlich entstehende Aufwand nicht mehr? Kleinere Partnerprogramme fahren meistens mit zwei Netzwerken sehr gut, bei umsatzstärkeren Programmen dürfen es auch drei bis vier Netzwerke sein.

Jessica Gibout-Deter: Die Anzahl der Netzwerke muss individuell entschieden werden. Ich denke je größer ein Merchant ist, umso mehr Sinn macht es bei vielen Netzwerken vertreten zu sein. Auf der anderen Seite macht es ebenfalls Sinn exklusiv bei einem Netzwerk zu sein. Hier gibt es kein richtig oder falsch, sondern verschiedene Strategien mit Vor- und Nachteilen.

Alan Anneser: Eine generelle Verteilung auf möglichst viele Netzwerke ist heute eher unwichtig.
Denn die Aufteilung in möglichst viele Netzwerke ist nicht gleichbedeutend mit ebenso viel mehr Affiliates bzw. Reichweite.
Es findet bei einer Aufteilung in der Regel nur eine Verteilung der Affiliates auf die jeweiligen Netzwerke statt.
Bei einigen wenigen Merchants aber macht die Verteilung auf mehrere Netzwerke sicherlich Sinn. Denn das Produktportfolio, die Größe des Merchants und spezialisierte Netzwerke können ein Kriterium für die Aufteilung in mehrere aber nicht möglichst viele Netzwerke sein.

Michael Pietzka: Es ist wichtig, daß die passenden Netzwerke je nach Einzelfall ausgewählt werden. Dabei geht es primär um eine besonders gute Qualität und nicht um eine möglichst hohe Anzahl an Netzwerken. Es gilt also: Klasse statt Masse.

Martin Neuschulz: Wichtig ist, dass der Pflegeaufwand und die Kosten sich mit dem Nutzen von mehreren Netzwerken, decken.
Umsatzstarke Kunden mit einem hohen Marktanteil wollen meist auch im Affiliate Marketing stark präsent sein um zum einen, eine hohe Anzahl an potentiellen Partnern zu erreichen aber auch um den Partnern die Möglichkeit zu geben Ihr Netzwerk, je nach Geschmack, frei wählen zu können.
Bei kleineren Merchants entscheidet oft schon das Budget ob überhaupt mit den „Großen“ zusammengearbeitet werden kann. Eventuell ist es sinnvoll mit einem „kleinen“ Netzwerk zu beginnen um zu sehen inwieweit das Programm für Affiliates interessant ist. Sobald das Programm aufgebaut ist und rentabel arbeitet kann man über den Einsatz in anderen Netzwerken nachdenken.

Martin Pichler: Das kommt ganz auf den Kunden und dessen Ziele an. Je nachdem wie stark der Kunde Affiliate-Marketing betreiben möchte und welche Reichweite und Ziele er damit erreichen will, kommen verschiedene Netzwerke oder auch nur ein thematisch spezialisiertes Netzwerk in Frage.

Danke an alle für´s Mitmachen! Findet ihr diese Kurz-Interviews interessant? Dann können wir so etwas auch öfters machen.

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1 Comment  comments 

Ein Antwort

  1. avatar Andreas

    Spannendes Interview, danke!
    Eine ergänzende Frage als Affiliate hätte ich da noch:

    Warum starten manche Partnerprogramme erst bei einem Netzwerk und im Laufe von Monaten kommen weitere dazu?

    In anderen Fällen ist es so, dass ein Programm erst bei mehreren loslegt und dann nur noch ein oder zwei Netzwerke übrig bleiben.

    Wäre super, wenn ihr als Agentur da Antwort geben könntet.

    Gruß,
    Andreas

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