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9 Profi-Tipps: So gelingt der Partnerprogramm-Neustart

Fast täglich gehen neue Affiliate-Programme an den Start. Über die Affiliate-Netzwerke oder als Inhouse-Programm. Auffällig dabei ist, dass immer mehr Merchants mit einer erhöhten Startprovision werben, die nach einigen Wochen auf Normalniveau abfällt.

Doch ist es wirklich „nur“ das Geld, das Publisher zum Einbinden eines neue Programms bewegt? Mir scheint das recht einseitig und mitterweile schon eintönig. Startprovision hier und dort, für die ersten fünfzig Neuanmeldungen gibts X % …

Gibt es nicht mehr, außer Premiumkonditionen zum Start, was Affiliates motivieren kann?
Um das herauszufinden hörten wir uns bei Leuten aus der Affiliate-Branche um, was sie erwarten bzw. für den Neustart empfehlen.

Das wünschen sich Affiliates von Programmbetreibern

 Christian Schulz (SEO Berater): „Ein Partnerprogramm muss langfristig Potential haben.“

Was hältst du von erhöhten Vergütungen zum Programmstart?

Christian Schulz: Premium-Konditionen zum Start erzeugen vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit für das Programm, aber sehr wahrscheinlich auch einen hohen Mitnahmeeffekt. Für mich ist ein Start-Bonus kein besonderer Anreiz. Ein Partnerprogramm muss eher langfristig Potential haben und leistungsabhängig vergüten.

Was animiert dich dazu, ein neues Affiliate-Programm einzubinden?

Christian Schulz: Das empfehlenswerte Produkt, die nachgefragte Dienstleistung oder der benutzerfreundliche Online-Shop. Die Grundvoraussetzungen müssen erstmal stimmen. Wenn das neue Programm interessant ist, bin ich gerne dabei. Das Sahnehäubchen sind dann attraktive Werbemittel und ein engagierter Ansprechpartner, der auch mal den Hörer in die Hand nimmt und anruft, um sein neues Programm vorzustellen.

Frank Schulze (kcw.de): „Der wichtigste Punkt ist das Produkt oder die Dienstleistung“

Was hältst du von erhöhten Vergütungen zum Programmstart?

Frank Schulze: Das kommt drauf an. Für einen reinen Werbebanner-Austauschplatz auf der Website kann es zum schnellen Testen ganz interessant sein, um auch kurzfristig höhere Provisionen mitnehmen zu können. Wenn ich aber erst meine Website thematisch dem Partnerprogramm anpasse – was bei mir eher vorkommt, dann dauert der Einbau ohnehin einige Zeit. Wenn ich im Vorfeld nicht weiß, wieviel Provision nach der Einführungsphase gezahlt wird, kann das am Ende sogar eher frustrieren.

Was animiert dich dazu, ein neues Affiliate-Programm einzubinden?

Frank Schulze: Der wichtigste Punkt für mich ist das Produkt oder die Dienstleistung, die damit beworben wird. Es muss interessant genug sein (oftmals auch für mich selber) oder thematisch zu meiner Website passen. Kommen mehrere Partnerprogramme in Frage entscheiden dann Provisionshöhe, Werbemittelarten (z.B. Produktdaten-Download oder Integration von Formularen) und ggf. auch andere Rahmenbedingungen (über welches Partnernetzwerk, Einschränkungen, Service…).

Heiko Wohlgemuth (CloudMarketing.de): „Ich finde den Anreiz der höheren Provision gut“

Was hältst du von erhöhten Vergütungen zum Programmstart?

Heiko Wohlgemuth: Nach über zehn Jahren im Onlinebusiness habe ich die Feststellung gemacht, dass ohnehin zum Programmstart eines Affiliateprogramms die Vergütung recht „locker“ sitzt. Am Anfang will man gute Publisher an das Programm binden und das lässt man sich auch was kosten. Nach etwa 4-6 Wochen wird die Provision reduziert etc. Unter dem Strich finde ich den Anreiz der höheren Provision gut – wenn nach besagtem Schema jedoch die Provision wieder sinkt drehe ich den Traffic auch wieder runter.

Was animiert dich dazu, ein neues Affiliate-Programm einzubinden?

Heiko Wohlgemuth: Ich persönlich beurteile bei Affiliate Programmen mehrere Infos, dazu gehören:

  • Ist der Merchant auch selbst Hersteller des Produkts (nicht nur Wiederverkäufer)?
  • Wie „bekannt“ ist die Marke des Merchants (nicht, dass die in 3 Wochen wieder pleite sind)?
  • Passen die Produktlinien in meine Webseite?
  • Wie hoch ist die Provision?
  • Wann werden Provisionen ausgezahlt?

 Nils Römeling (nils2.de): „Provisionen im Detail schaue ich erst in der zweiten Phase an“

Was hältst du von erhöhten Vergütungen zum Programmstart?

Nils Römeling: Sicherlich ist es ein Anreiz ein neues Programm auszuprobieren, wenn die Provisionen knackig sind. Wenn der eigene Traffic hier konvertiert, hat man als Affiliate einen guten Verhandlungsspielraum für spätere hohe Vergütungen. Trotzdem stecke ich da selten zuviel Energie rein, denn wer weiß, wie der Partnerprogrammbetreiber danach zu Verhandlungen bereit ist.

Vor allem in umkämpften Themenumfeldern empfehle ich es jedem Neustarter am Anfang auf sich aufmerksam zu machen um neue Affiliates anzulocken. Für den Affiliate ergeben sich vielleicht neue Chancen – lukrative Chancen, die man eben vor dem Programmstart nicht hatte.

Was animiert dich dazu, ein neues Affiliate-Programm einzubinden?

Nils Römeling: Regel Nummer 1: Das Thema des Programms muss zu deiner Seite und natürlich zu deinen Usern passen. Passt das neue Programm genau zu meiner Seite, schaue ich mir an, was für andere Leistungen und Produkte es anbietet. Noch nicht dagewesen? Super, rein damit. Eines von vielen? Kein Interesse!
So ungefähr läuft es bei mir ab. Ich schaue mir natürlich auch selbst den Webshop und die Landingspages an und versuche einzuschätzen, ob das funktionieren könnte oder nicht. Sehe ich da Potential bin ich gerne dabei. Die Provisionen schaue ich mir im Detail erst in der zweiten Phase an und frage an, wie hoch der durchschnittliche Warenkorb ist, wie hoch normal die Stornoquote ist etc. Denn erst später, wenn das Programm mal läuft, kann das Netzwerk selbst Daten über das Programm auflisten.

Aber ganz irrational gesehen: Gefällt mir persönlich ein Produkt selbst (z.B. ein bestimmtes Fotogeschenk oder ein cooles Geschenk), bin ich viel lieber bereit das Produkt/Programm einzubinden. Auch wenn es vielleicht nicht soviel Provision abwirft – wenn es mir gefällt, könnte es anderen genauso gefallen. – Auch wenn man das nicht immer so sehen sollte!

 Uwe Ramminger (umzugsbude.de): „1 oder 2 Prozentpunkte mehr sind zweitrangig.“

Was hältst du von erhöhten Vergütungen zum Programmstart?

Uwe Ramminger: Eigentlich nicht viel. Hat man eventuell schon ein gut laufendes Projekt das sehr genau in die Thematik des neuen PP passt, kann sich das durchaus lohnen. Aber wirklich entscheidend sind doch eigentlich andere Dinge: Stornoquote, Conversion, Werbemittel usw. Da ist es zweitrangig, ob ich mal ein paar Wochen 1 oder 2 Prozentpunkte mehr bekomme.

Was animiert dich dazu, ein neues Affiliate-Programm einzubinden?

Uwe Ramminger: Die oben genannten Dinge: Stornoquote, Conversion, Werbemittel aber auch die Attraktivität des Shops, einen einfachen Kaufprozess, die Nische und auch ob ich hinter den „Produkten“ stehen kann, die dort angeboten werden.

Das empfehlen Affiliate-Agenturen den Merchants

 Cüneyt Toplar (Toplar.com): „Man muss Publisher mit Tipps und Tricks unterstützen“

Was empfehlt ihr Merchants, um ein neues Partnerprogramm bekannt zu machen und Affiliates anzulocken?

Cüneyt Toplar: Also, ein neues Partnerprogramm muss erstmal konkurrenzfähig zu (den gleichen) bestehenden PPs sein. Das heißt, wenn z.B. ein Schuh-Webshop 15% seines Nettowarenwerts seinen Affiliates ausschüttet, hat man es mit nur 5% Provision schwer, die Affiliates für sein neues Partnerprogramm zu begeistern. – Ausnahmen bestätigen die Regel, wie z.B. große Marken.
Außerdem müssen natürlich auch alle anderen Stellschrauben, wie z.B. PP-Bedingungen, Bearbeitungszeit der Sales/Leads, etc. stimmen, um attraktiv genug für die Partner zu sein.
Nach dem Start des PPs muss man natürlich auch PR für das Partnerprogramm (nicht Webshop!) machen und es bei diversen Affiliate-Marketing-Portalen, wie z.B. 100partnerprogramme.de prominent platzieren. Auch die ständige Akquise von relevanten Affiliates darf nicht vernachlässigt werden, denn merke: Affiliate Marketing ist ein People- und PR-Business.

Wovon ratet ihr ab?

Cüneyt Toplar: Generell rate ich von standardisierten Akquise-Mails an die zukünftigen Partner ab. Man sollte dem Partner, den man gerne für sein PP gewinnen will, genau die Punkte aufzeigen, warum genau dieses Partnerprogramm für genau diese Webseite vom Publisher interessant ist und ihn sogar mit Tipps und Tricks unterstützen. Außerdem sollte man nicht ein PP starten und es „einfach laufen lassen“. Um langfristig ein erfolgreiches Partnerprogramm zu haben, muss man Zeit investieren, es ständig monitoren und optimieren. Diese Aufgaben setzen natürlich eine gewisse Erfahrung voraus, die die meisten Agenturen auf dem Markt haben.

Ingo Steinhoff (active performance): „Die dauerhafte Affiliate Akquise ist wichtig“

Was empfehlt ihr Merchants, um ein neues Partnerprogramm bekannt zu machen und Affiliates anzulocken?

Ingo Steinhoff: Gerade zum Start eines neuen Partnerprogramms sind verschiedene Faktoren für die Bekanntmachung des Partnerprogramms und für die Gewinnung von Affiliates empfehlenswert. Höhere Vergütungen zum Programmstart bieten Affiliates einen zusätzlichen Anreiz, sich bei dem Partnerprogramm anzumelden und es aktiv zu bewerben. Höhere Vergütungen zum Start sind natürlich kein Muss für den langfristigen Erfolg eines Partnerprogramms, sie können dem Partnerprogramm allerdings zu einem extra Schub Performance verhelfen. Des Weiteren empfehlen wir kostenfreie als auch kostenpflichtige Promotion Möglichkeiten.

Neben diesen Faktoren ist allerdings die dauerhafte Affiliate Akquise ein wesentlicher Bestandteil um das Partnerprogramm erfolgreich und nachhaltig zu platzieren. Affiliates sollten nicht nur angelockt, sondern langfristig an das Partnerprogramm gebunden werden. Dies ist nur durch eine permanente und intensive Betreuung möglich.

Jessica Gibout (Empreinte Media): „Wir raten ab, mit sehr hoher Provision zu beginnen“

Was empfehlt ihr Merchants, um ein neues Partnerprogramm bekannt zu machen und Affiliates anzulocken?

Jessica Gibout: Zuerst schauen wir, ob das Programm eine bekannte Marke ist oder nicht. Wenn nicht, sollte man versuchen die Vorteile des Programms und des Produkts klar darzustellen. Man soll es den Affiliates so einfach wie möglich machen, in die Thematik einzusteigen, um sie schnell überzeugen zu können.

Dazu versuchen wir immer neue Partnerprogramme mit einer besonderen Aktion zu starten, sei es Gutscheine für eine höhere Visibilität des Programms oder eine höhere Provision für die Attraktivität. Somit schafft man einen Anreiz für viele Affiliates.
Merchants sollten auch Budgets für PR einplanen, denn einfach nur ein Programm starten, damit ist die Arbeit noch lange nicht getan! Anhand einiger Newsletter, Gastbeiträgen auf Blogs aus der Szene oder auch mit Social Media- und PR-Maßnahmen verschafft man dem Programm Aufmerksamkeit.

Letztendlich ist die Kommunikation das A und O damit ein Programm zum Erfolg wird und das Zauberwort heißt Affiliate-Akquise. Daher ist immer eine Agentur empfehlenswert für Merchants, die selbst keine Affiliate Marketing Abteilung haben.

Wovon ratet ihr ab?

Jessica Gibout: Wir raten davon ab, mit sehr hoher Provision zu beginnen, wenn der Merchant weiß, dass die hohe Provision nicht langfristig gehalten wird. Eine Provision nach unten zu korrigieren ist nie gut für die Entwicklung eines Programms. Der Merchant sollte auch nicht zu viele Einschränkungen einführen oder auch mit halb fertigen Services oder Programmen starten – der erste Eindruck zählt.

 Julius Ewig (metaapes): „Man muss Publisher mit Tipps und Tricks unterstützen“

Was empfehlt ihr Merchants, um ein neues Partnerprogramm bekannt zu machen und Affiliates anzulocken?

Julius Ewig: Hier können wir natürlich keine pauschalen Maßnahmen durchführen, sondern sind auf die Bekanntheit von Marke oder Produkt bzw. das Budget des Merchants angewiesen.
Wir nutzen die Möglichkeiten, die uns die Netzwerke bieten, wie z.B. Buchung der Content Box, Program of the Month, Newsletter an alle Affiliates des Netzwerkes etc.
Zusätzlich sprechen wir die Top-Affiliates der bestehenden Programme an und kreieren Promotions, wenn vom Kunden gewünscht und Budget vorhanden.

Wovon ratet ihr ab?

Julius Ewig: Von pauschalen Maßnahmen.

Und jetzt kommst du…

Das waren jetzt jede Menge Wünsche von Affiliates und Tipps von Affiliate-Agenturen.

Wie siehst du das? Was hast du zum Neustart eines Partnerprogramms zu sagen?

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