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Googles Einstieg in den Affiliate-Markt – Gefahr oder Chance?

Kürzlich schrieb ich im Blogbeitrag „Google startet Affiliate-Marketing für Blogger“ über Googles Ambitionen, größer ins Affiliatemarketing einzusteigen.

Heute hat Sebastian Halm auf iBusiness eine umfangreiche Analyse veröffentlicht: „Die Google-Gefahr: Warum Affiliate-Ads die Media-Agenturen bedrohen„. Sebastian hat in seine Ausarbeitung auch Meinungen u. a. von Marc Majewski und Klaus Kuenen einfließen lassen und verschiedene Zukunftsszenarien entworfen.

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Hier einige interessante Auszüge…

Google startet Affiliate Ads für Blogger. Das einfache Monetarisierungsmodell für Nutzer-Content gefährdet mehr als nur Affiliate-Netzwerke: Eine Analyse der Google-Strategie zeigt, wie sich der Suchmaschinenriese zur mächtigsten Performance- und Media-Agentur der Welt aufschwingen kann. Vier Szenarien für den Online-Werbemarkt.

Erst Blogger – dann mehr?

Auch Karsten Windfelder, Betreiber des Affiliate-Portals 100partnerprogramme.de und angesehener Kenner der deutschsprachigen Affiliate-Szene, geht davon aus, dass Google mehr vorhat: „Ich vermute, dass die Blogger-Geschichte ein Testfeld ist und bei Erfolg auf alle Websites ausgeweitet werden wird.“ Die Erfolgsaussichten eines solchen Projektes beurteilt er gemischt: Für Google spreche der Bekanntheitsgrad, die jahrelange Erfahrung mit AdSense, die riesige Datenmenge im Hintergrund. Dagegen jedoch die Unpersönlichkeit des Konzerns und nicht unberechtigte Bedenken vor der Allmacht der Datenkrake.

Er geht daher davon aus, dass Google den Markt teilweise verändert – aber nicht die großen Player von den Futtertrögen vertreibt: „Die schon lange am Markt tätigen Affiliate-Netzwerke sind stark gefestigt. Dennoch wird wohl Google mit einer eigenen Affiliate-Lösung ein Teil des Kuchens beanspruchen. Es wird allerdings kaum reichen, um Marktführer im Netzwerksegment zu werden.“
Ähnlich schätzt Marc Majewski die Lage ein. Er geht davon aus, dass Google zwar nicht die Großen verdrängen oder gar zerstören wird. Jedoch könnte Googles praktische Affiliate-Lösung den Longtail erobern: „Kleinere Affiliate-Netzwerke bekommen mit Googles Affiliate-Einstieg einen gefährlichen Konkurrenten – sie haben nicht die großen, aber viele, viele kleine Advertiser im Portfolio. Denn die kleinen Advertiser finden ein profitables Modell, wie es Google anbieten kann, sicherlich attraktiv.“

Szenario: Problem für Affiliate-Netzwerke

Szenario 3: Google sticht die Netzwerke aus – Affiliate-Marktübernahme
Affiliate für Blogger ist der Testlauf – danach rappelt es im Karton: Google weitet sein Affiliate-Programm aus. Die Dienste dafür sind da: Offers zur Homepage dieses Unternehmnes Relation Browser bietet Gutscheine, Plus den Kanal für Ihre Verteilung, Wallet ist ein Payment-Verfahren, dass die Online-Offline-Lücke in der Kundenreise schließt, Maps ein Tool, um lokale Angebote und Anzeigen zu distributieren und Youtube ein Kanal für Video-Affiliate-Marketing: Und warum sollte der experimentierfreudige Laden aus Kalifornien nicht noch ganz neue Formate erfinden, die das Affiliate-Marketing aufmischen? Geile Sachen im Internet zu machen ist die DNA des Konzerns.

Szenario: Problem für Agenturen

Szenario 4: Agentur-Super-GAU: Google wird Mediaagentur
Google leitet mit seinem Affiliate-Projekt nicht nur einen Angriff auf das Affiliate-Marketing und seine etablierten Player ein, sondern auf das komplette Performance-Segment und auf die Mediaagenturen. Das ergibt Sinn, betrachtet man die Dienste, über die der Suchmaschinenriese gebietet und überlegt, wie sich diese verknüpfen lassen: Googles weeklyads ist im Grunde schon jetzt ein Vorrat an in html übersetzten und in einzelne Produkte granularisierten Bannern. Google macht diese Ads für Affiliates verfügbar und erlaubt damit auch Offline-Händlern eine einfache Teilhabe am Performance-Online-Marketing. Google kann dann auch die performancebasierte Vermarktung über sein reichweitenstarkes Portfolio aus einer Hand anbieten: Google besitzt die Technologie und die Prozesse um jeden potentiellen Kunden jeder beliebigen Größe ein Performance-Marketing-Programm zurechtzuschneidern – Full-Service selbstverständlich: Der piefige Offline-Händler, der begreift, dass man an diesem Internet nicht mehr vorbeikommt, marschiert mit dem Prospekt-Pdf zu Google. Technische Aufbereitung und die zielgruppen- und umfeldgetargetete Ausspielung der Kampagne übernimmt Google: „Gib uns Dein Prospekt und wir machen Dir eine Performance-Kampagne!“ Die Verteiler der Medienwelt geraten damit ins Fadenkreuz von Google.

Fazit

Google regt mit seinem Affiliate-Modell für Blogger aller Coleur diese Content-Lieferanten dazu an, relevante Inhalte zu produzieren – und diese mit passenden Anzeigen zu bestücken: Wer Content erstellt wird belohnt, indem man ihm einen Revenue-Stream anbietet. Das dürfte auch ein Beweggrund für den nach Relevanz hungrigen Suchmaschinen-Konzern sein.

Google macht Blogger und Contentproduzenten zu freien Mitarbeitern, die für spannenden Content und gut dazu gematchte Affiliate-Anzeigen durch Provisionen belohnt werden.

Gesamten Beitrag bei iBusiness lesen…

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3 Comments  comments 

3 Antworten

  1. avatar Marius

    Die Netzwerkidee ist eine gute und auch die verschiedenen Szenarien machen (teilweise) Sinn.Gerade vor dem Hintergrund der Entwicklungspotentiale von Google (Quick Wins), der Vertikalisierung von Wertschöpfungsketten im Online Werbemarkt und der Machbarkeit der Umsetzung.

    Aber Google hat ein großes Problem: Und zwar wie kann es schnell an eine kritische Masse an Advertisern gelangen? Zanox und Co. haben Jahre dafür gebraucht. Und nicht vergessen Jamba hat Zanox groß gemacht. ;)

    Am einfachsten wäre die Akquise von existierenden Playern. Die Herausforderung ist ein wenig wie im Displaybereich. Es gilt über Jahre entstandene (teils recht verkrustete) Strukturen aufzubrechen. Am meisten würde mich mal interessieren was Google im Vergleich zu den anderen Netzwerken anders und besser machen möchte. Läuft es auf „just another network“ heraus, fände ich es eher unspannend.

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  2. Da stimme ich zum Teil zu. Es kann zu der Entwertung des Contentes fürhren, wenn so viele Anbieter die ähnlich Leistungen schaffen und da geht man einfach in dieser Menge verloren. Aber anderseints, wie bei jedem Produkt und in jedem Geschäft gewinnt nur der stärkste. So aus allen sozialen Netzwerken, trotz dem Vielfalt, hat Facebook eindeutig besiegt und jedes gut profilierte Produkt kann es auch schaffen.
    LG

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  3. […] Passend dazu beschäftigte sich Karsten Windfelder mit der Frage: Googles Einstieg in den Affiliate-Markt – Gefahr oder Chance? […]