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3 Affiliate-Strategien für 2013 und danach (oder vom SEO-Traffic zur langfristigen Kundenbindung)

Das SEO-Modell war in der Vergangenheit einer der lukrativsten Gewinngaranten für zahllose Affiliates. Das Vorgehen war hier denkbar einfach: Man sucht sich ein Thema mit hohen Provisionen wie Kredit, Handyvertrag oder DSL Anschluss. Dann besorgt man sich die passende Domain dazu, die im Idealfall auch gleich das Keyword enthält. Danach baut man einen schönen Vergleich aller relevanten Anbieter in Form einer Tabelle auf die Startseite, lässt sich Content (in der richtigen Keyworddichte) schreiben und fängt mit dem Linkbuilding an. Wenn man in der Lage ist entsprechende Rankings zu erzielen, schafft man passable bis sehr hohe Einnahmen. In vergangenen Jahren konnte man mit so einer Strategie schnell zum Superaffiliate werden und hat das Leben auf Publisher-Events in Dubai oder Barcelona genossen.

Zeiten ändern sich allerdings und dieses Modell würde ich im Jahre 2013 keinem Affiliate mehr empfehlen. Es hat zwei ganz entscheidende Nachteile:

1. Starke Abhängigkeit von Google (und der zukünftigen Geschäftspolitik)

Gerade im letzten Jahr wurden erfolgreiche Affiliates von Updates wie Panda und noch stärker vom Pinguin hart getroffen. Die Botschaft erscheint eindeutig: Linkbuilding und Traffic-Generierung wird schwieriger. Links fragwürdigen Ursprungs, übertriebene Verwendung von Money-Keywords und Content, der den Besuchern einfach nicht weiterhilft, wird von Google konsequent abgestraft. Affiliates leben hier quasi täglich mit der Gefahr, einen Großteil ihres Traffics und ihrer Einnahmen zu verlieren.

Wenn ich richtig liege, dann wird sich das in 2013 noch deutlich verschärfen.

2. Man macht mit jedem Kunden genau einmal Umsatz

Als SEO-Affiliate generiert man typischerweise Neukunden für große Online Shops oder ähnliche Anbieter. Der Affiliate vermittelt mit seiner optimierten Domain einen DSL-Vertrag und streicht seine Provision ein. Der DSL-Anbieter hat dann einen neuen Kunden, mit dem er monatlich Geld verdient und der nach zwei Jahren häufig auch den Vertrag verlängert. Der Affiliate verdient nur einmalig und muss jeden Monat wieder bei Null anfangen und neue Kunden finden, um auf seinen monatlichen Verdienst zu kommen.

Welche Möglichkeiten gibt es für Affiliates, wiederkehrende Kunden zu bekommen?

2013 wird meiner Meinung nach das Jahr, in dem Affiliates sich auf wiederkehrende Kunden konzentrieren müssen, wenn sie nachhaltig erfolgreich sein wollen. Aber welche Möglichkeiten gibt es dafür? Im Folgenden möchte ich drei Modelle vorstellen, mit denen man auch als Affiliate wiederkehrende Umsätze mit einmal akquirierten Kunden machen kann.

1. Schnäppchenblog in einer Nische

Schnäppchenblogs erfreuen sich großer Beliebtheit und die besonders gut geführten haben über Facebook, Twitter, RSS-Reader oder Newsletter eine treue Stammleserschaft. Der SEO-Anteil am Traffic liegt bei Schnäppchenblogs besonders niedrig (typischerweise bei 30%) und beinhaltet sogar noch Brandsuchen. Die meisten Leser besuchen ihr Lieblingsblog täglich und kommen über Bookmark oder Type-in auf die Seite. Da der Markt hier mittlerweile sehr gut abgedeckt und umkämpft ist, sollte man sicher spezialisieren. Mode-Schnäppchen, Elektronik-/Technik-Deals oder richtig günstige Last-Minute-Urlaubsangebote kann ich mir sehr gut vorstellen.
Man darf aber die Arbeit nicht unterschätzen: Die Seite muss täglich aktualisiert werden und läuft keinesfalls auf Autopilot. Dieses Modell eignet sich vor allem für Affiliatse, die gerne recherchieren und zusammenfassen – und das tagesaktuell. Geschwindigkeit ist hier meist ein Erfolgsfaktor, da man im Idealfall als erster ein bestimmtes Schnäppchen oder Angebot veröffentlichen muss.

Fallbeispiel Schnäppchenblog in der Nische

Die Urlaubspiraten haben sich auf Reiseschnäppchen und Urlaubsdeals spezialisiert. Es gibt täglich aktuelle Beiträge und die über 50.000 Facebook-Fans dürften ein schöner Indikator für den wiederkehrenden Strom an Besuchern sein, die nach günstigen Reisen Ausschau halten. Ein klarer Mehrwert für die Nutzer, da die großen Reiseanbieter logischerweise nur ihre eigenen Schnäppchen promoten und sich nur ungern mit der Konkurrenz vergleichen lassen.

2. Affiliate Brand

Eine Affiliate-Brand ist eine Seite, die in einer stark abgegrenzten Nische zur Marke wird. Ziel muss es sein, einen Kategoriebegriff nahezu exklusiv zu besetzen. Ein Interessent sollte im Idealfall schon im Rechercheprozess auf die eigene Seite stoßen und bis zur Kaufentscheidung garnicht mehr an der Seite vorbekommen können. Egal ob er nach Produktinformationen, Testberichten, Anwendungsbeispielen und schließlich nach Kaufmöglichkeiten sucht. Dies kann man erreichen, indem man das umfangreichste Archiv an Produktinfos, Testberichten, Anleitungen, Troubleshooting-Guides und mehr aufbaut. Jeder Kunde der dann einmal ein Produkt gekauft hat, wird für Zubehör und weitere Produkte immer wieder auf die Affiliateseite kommen.

Ein Affiliate-Brand kann man am leichtesten aufbauen, wenn man bereits ein tiefes Wissen in einem bestimmten Bereich hat und/oder selbst für das Thema absolut brennt.

Fallbeispiel Affiliate-Brand

Mit der Fernglas Agentur betreibe ich selbst eine Seite, die sich speziell dem Thema Ferngläser, Spektive und Teleskope widmet. Neben Kaufberatung und Testberichten finden potenzielle Käufer wie Ornithologen, Jäger oder Hobbyastronomen genau die Infos, die sie brauchen. Auch hier ist die Quote der wiederkehrenden Besucher sehr hoch, da sie nach dem Erstbesuch immer wieder zurückkommen und sich Informationen holen bis sie sich schließlich für ein Produkt entscheiden. Auch nach dem Kauf kommen die Besucher häufig wieder, wenn sie ein Zweitfernglas benötigen, Zubehör kaufen wollen oder nach einem Anbieter für die Reparatur suchen. Meist kommen sie durch Brandsuchen bei Google oder über direkte Navigation aus gesetzten Bookmarks.

3. Nischensuchmaschine/Aggregator

Um eine Nischensuchmaschine oder einen Aggregator erfolgreich zu betreiben, sollte man technisches Interesse und Programmierkenntnisse mitbringen. Die Affiliatenetzwerke und Merchants stellen ihre Daten und Bilder in großem Umfang bereit und die Idee ist, mit schlauen Lösungen darauf aufzusetzen. Einen Marktplatz oder einen Preisvergleich ist sicherlich im Zuge von Google Shopping nicht anzuraten. Es gibt aber eine Vielzahl von Nischen, die man hier noch gut besetzen kann. Zum Beispiel kann man sämtliche Produktfeeds von Weinshops integrieren und eine Nischensuchmaschine für Weine bauen. Die Seite lässt sich dann um Mehrwert wie Userreviews, regelmäßige Weinempfehlungen und How-To Content (“Welche Weine passen zu Muscheln”) erweitern.

Fallbeispiel Nischensuchmaschine/Aggregator

Ein schönes Beispiel ist hier dealzeit.de – ein Aggregator für tägliche Deals von Plattformen wie Groupon oder Dailydeal. Dealzeit aggregiert für jede Stadt die aktuellen Deals aller Anbieter und viele Nutzer abonnieren sich auch den täglichen Newsletter für ihre Stadt.

Was haltet ihr von den Strategien und wie seid ihr in 2013 als Affiliate erfolgreich? Ich würde mich über Kommentare sehr freuen.

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3 Comments  comments 

3 Antworten

  1. Urlaubspiraten hat mittlerweile sogar über 100k Fans ;)

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    Wertung: -1 (von 1 Bewertung)
  2. Komisch, am Freitag waren es noch 58.000. Da hat der Artikel hier wohl noch für etwas Traffic gesorgt ;-) Nee, im Ernst. Das geht ja echt schnell bei denen.

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  3. Hallo!

    Super Artikel! Du hast absolut recht. Affiliate Seiten, die nur darauf abzielen einmal Kasse zu machen werden auf Dauer nichts bringen. Ich bin seit jeher ein Verfechter von Nischen-Blogs. Auch weil ich der Meinung bin, dass solche Blogs den Wert des Internets insgesamt heben. Gutscheinportale überschwemmen derzeit hier den Markt und bringen normale Affiliates stark in Bedrägnis.

    Für Nischen Blogs sind die Google Updates auch gar nicht mal so schlimm, zumindest merke ich auf meinen Seiten nichts davon. Suchmaschinenoptimierung funktioniert noch immer gut. In der Regel besitzen auch Nischen-Blogs widerkehrende Leser. Man muss aber wirklich guten Content liefern! Das fordert aber Einsatz und ist ein längerer Prozess, dafür aber äußerst nachhaltig.
    Was auch NIE fehlen darf ist die eigene eMail-Liste, das wäre meine Ergänzung zu deinem Artikel. Der Nischen-Blog ist zum „Anfüttern“ und Eintragen in die Liste da. Die richtig guten Einnahmen wachsen aber erst mit dem Aufbau der eMail Liste.

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