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Gewinner und Verlierer von Penguin 2.0 – ein Überblick

Vor nicht einmal 48 Stunden ist Googles neueste Version von Penguin online gegangen und hat, wie bereits beim ersten Mal, für helle Aufregung in der SEO- und SEM-Branche gesorgt. Nachdem sich der Staub erstmal gelegt hat, ist es nun Zeit, das ganze Ausmaß des Schreckens bei Tageslicht zu betrachten und Bilanz zu ziehen. Wie schlimm ist es wirklich? Wer hat profitiert und wen hat es in die unendlichen Weiten der SERPs jenseits von Seite 3 verbannt?

Alles halb so wild?

Wenn man den gefühlten 10.000 Artikeln, die kurz vor bzw. nach Release von Penguin 2.0 auf diversen SEO-Blogs und Marketingseiten auftauchten, Glauben schenken durfte, war die neue Version des Google Antispam-Algorithmus derartig „tiefgreifend“, dass sich viele Webmaster auf deutliche Änderungen beim Ranking würden einstellen müssen.

Doch ist es so schlimm gekommen, wie von den meisten befürchtet? Oder gab es auch Veränderungen zum positiven? Schließlich hatte Google ja auch Verbesserungen für diverse Seiten angekündigt, die sich stärker an Googles Vorgaben halten und den „Authority Boost“ für besonders relevante Seiten in einem gewissen Segment eingeführt.

Es wird vermutlich noch ein paar Tage dauern, bis wirklich verlässliche Zahlen zur Verfügung stehen, allerdings sind die ersten Ergebnisse deutlich anders, als erwartet

Ein zweischneidiges Schwert

Bei all dem Theater, das Matt Cutts und sein Antispam-Team vor Release veranstalteten, müsste man eigentlich davon ausgehen, dass es sich bei der neuesten Generation von Penguin um ein innovatives und vor allem sinnvolles System zur Erkennung von Linkspam, paid Advertorials und anderen Blackhat-Praktiken handelt. Klingt theoretisch ja ganz gut, nur wie sieht es in der Praxis aus? Hält der Vogel, was Matt Cutts verspricht? Wenn man sich die vorläufigen Ergebnisse anschaut, kann man da schon ein wenig ins Zweifeln kommen. Ich habe hier einmal die ersten Zahlen von diversen SEO-Blogs und Foren zusammengetragen, damit sich jeder selbst ein Bild machen kann.

Zuerst ein paar Zahlen aus dem deutschsprachigen Raum, in diesem Falle von den SEO-Experten von SISTRIX („Steuern Sie Ihre Website auf Erfolgskurs„:

Auswirkungen des Penguin 2.0 Updates – hier bei SISTRIX

Wie man unschwer erkennen kann, hat es manche Seiten erstaunlich hart erwischt, darunter z.B. Home24.de, baby-markt.de, oder tarifcheck24.de, die teilweise seit vielen Jahren existieren und bisher nicht wirklich durch „fragwürdige Methoden“ aufgefallen sind.

Wirft man einen Blick auf den englischen Bereich, sieht das Ergebnis relativ ähnlich aus, hier ein paar Zahlen von Searchmetrics, die dort gestern Abend im Blog veröffentlicht wurden:

Auswirkungen des Penguin 2.0 Updates – hier bei Searchmetrics

Anscheinend hat es hier besonders Porno- und Gamingseiten erwischt, von denen einige es auch mehr als verdient hatten (xhamster z.B.). Allerdings stellt sich die Frage, wie eine gemeinnützige Organisation wie die Heilsarmee (salvationarmy.org) gleich knappe 32% Sichtbarkeit verlieren konnte.

Anscheinend funktioniert noch nicht alles so, wie gewünscht. Es sei denn, Google ist der Meinung, dass ehrenamtliche Arbeit für Bedürftige weniger Sichtbarkeit verdient, als irgendein dahergelaufener eShop.

Von schwarzen Hüten und anderen Gewinnern

Nicht nur, dass viele völlig harmlose Seiten sehr stark getroffen wurden, zu allem Überfluss finden sich auch noch diverse Linkspammer und andere Blackhatter, denen das Update sogar einen Schub nach oben verpasst hat.

Eine kleine Forenumfrage bei BlackHatWorld (der ersten Anlaufstelle für „nicht-Google-konforme SEO-Praktiken“) ergab, dass von den befragten 65 Mitgliedern 36 gar keine oder sogar positive Veränderungen feststellen konnten. Immerhin 15 Teilnehmer konnten sogar eine insgesamte Verbesserung bei all ihren Websites feststellen.

Wenn man bedenkt, dass es sich hier ausschließlich um selbsternannte Blackhatter handelt, ist das Ergebnis zwar nicht repräsentativ, aber trotzdem alles andere als erfreulich.

Ein weiterer Thread im selben Forum offenbarte, dass sogar Seiten, die 100% ihrer Links von SAPE (Link-Netzwerk, welches Google seit Jahren bekämpft) haben, nicht nur NICHT bestraft wurden, sondern teilweise höher ranken, als noch vor 2 Tagen. Dort bin ich übrigens auch auf diesen Beitrag gestoßen, den ich nur jedem (englischsprachigen) Leser ans Herz legen kann, zeigt er doch in amüsanter Weise auf, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Oder anders gesagt: dass Googles Algorithmus längst nicht so gut ist, wie die Jungs aus Mountain View es immer behaupten.

Was denkt Ihr? Macht das neue Ranking Sinn? Erfüllt der Vogel die gegebenen Versprechen?

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3 Comments  comments 

3 Antworten

  1. avatar Stavros Kourtidis

    Ok, ich sehe immer dass alle Menschen gleich den SEO Trends hinterherlaufen. Daten die wirklich noch nichts bedeuten laut in die Öffentlichkeit zu stellen und das alle ungelernten und „Kunden“ voll in Panik bringen.

    Dabei weiß doch jeder erfahrene SEO, dass erst mal der Tanz stattfindet, bevor sich die Auswertungen der Algorithmen-Änderungen niederlegen und der wirkliche Schaden – oder Gewinn – sichtbar wird. Das kann Wochen dauern.

    Also ich als SEO Consultant berate jeden erst mal abzuwarten.

    Es gibt Gründe, mehr als nur der Google Dance. Heutige scheinbare Verlierer die im Artikel genannt werden, sind Morgen vielleicht sogar besser dran. Und dass ohne etwas zu machen.

    Man kann einfach nicht sagen, dass einem Tag nach dem Update alles so bleiben wird. Vielleicht testet ja google nur die Websitebetreiber, um zu verfolgen wer jetzt änderungen durchführt, um die echten Spamer zu erkennen?

    Fragt doch mal einen Black Hat, der hat dazu bestimmt mehr zu sagen.

    Viele Grüße euer
    Stavros

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  2. avatar Martin

    Hallo Stavros,

    du hast offensichtlich vollkommen recht. Google dreht desöfteren noch Tage später an diversen Stellschrauben, da kann sich noch einiges ändern. Ich habe auch nicht behauptet, dass alles so bleiben, sind wie gesagt „vorläufige“ Zahlen.
    Ich fand halt nur interessant, dass es einige Seiten so stark bzw. andere gar nicht getroffen hat.
    Dein Gedanke, dass Google absichtlich wartet, bis „die Ratten aus den Löchern kommen“, ist durchaus plausibel.
    Wenn sich noch deutlich etwas ändert, werde ich das auf jeden Fall nachreichen.

    Gruß

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  3. Also ich sehe das genauso. Hier wurde wieder viel Mist von seitens Google gebaut. Denn manche Abstrafungen machen überhaupt keinen Sinn. Sicher muss da manuell noch einiges nachgearbeitet werden.

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