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Online-Marketing ist Zeitverschwendung

Zugegeben, der Titel klingt arg nach Linkbait, aber wenn man sich die Ergebnisse der aktuellen Studie von Adobe „Click Here: The State of Online Advertising“ einmal näher anschaut, ist die Überschrift nicht so weit von der Wahrheit entfernt, wie man meinen könnte.

Wenn man sich den ganzen Tag mit Google, Social Media, Apps und Ads befasst, verliert man schnell den Überblick, nicht nur über die Onlinemarketing-Ecke, sondern erst recht über den Rest der Advertisement-Landschaft. So hat es auch ein paar Tage gedauert, bis ich auf diese Studie gestoßen bin.

Die rosa Brille

Aus der Sicht eines Online-Marketers waren die letzten Monate absolut traumhaft, die Wachstumszahlen der Branche sind im hohen zweistelligen Bereich und der weltweite Traffic wird in den nächsten Jahren um ein Vielfaches wachsen. So weit, so gut. Doch wie sieht die Situation aus, wenn man mal einen Schritt aus der eigenen „Blase“ heraus wagt und sich die erwähnte Advertisement-Landschaft mal im Panorama anschaut? Wo findet sich da das Onlinemarketing wieder und welchen Eindruck macht es?

Genau dieser Frage ist Edelman Berland Research im Auftrag von Adobe nun nachgegangen und dabei zu einem mehr oder weniger ernüchternden Ergebnis gekommen:  das Ansehen von Onlinemarketing außerhalb (und auch innerhalb) der Branche lässt arg zu wünschen übrig.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

Die Studie, welche zwischen Oktober 2012 und April 2013 durchgeführt wurde, umfasste 8.750 Konsumenten und 1.750 ausgewählte Marketer aus den USA, der EU und Asien, die in einer Umfrage ihre Einschätzung zur Wirksamkeit von Onlinemarketing abgaben.

Dabei zeigte sich, dass sowohl Verbraucher, als auch Marketer (wohl gemerkt: nicht Online-Marketer im speziellen) anderen Formen der Werbung deutlich mehr Vertrauen entgegenbringen, als es online der Fall ist. So gaben nur 17% aller Verbraucher an, dass die Website eines Unternehmens für sie der beste Weg sei, ein Produkt zu bewerben. Fachmagazine werden nur von 8% als sinnvoll erachtet, während Blogs sogar nur von 5% aller Verbraucher als gute Plattform für Marketing angesehen werden. Im Vergleich dazu meinen ganze 42% aller Befragten Verbraucher, dass traditionelle Medien wie Zeitungen oder TV der beste Weg seien, um Werbung an den Mann zu bringen.

Sehr kurze Reichweite

Noch erstaunlicher, als die Antworten auf die Frage nach der besten Advertisement-Möglichkeit, waren die Meinungen der Verbraucher zum Thema Visibility und Brand Awareness. Auf die Frage „Was ist die beste Advertising-Möglichkeit für Unternehmen, um Sie zu erreichen bzw in Kontakt zu treten?“ gaben nur 8% (!!!) eine Option an, die dem Bereich Onlinemarketing zuzuordnen wäre. Immerhin 4% waren der Meinung, dass Social Media Ads eine gute Möglichkeit wären, nur 3% gaben Online-Videos an und verschwindende 1% sagten, dass Mobile Apps der beste Weg für Unternehmen wären, ihre Kunden zu erreichen.

Wenn man sich im Vergleich dazu einmal die Zahlen zu Video- oder Mobile-Advertising durch die oben erwähnte rose Brille anschaut, kann man kaum glauben, was man gerade gelesen hat.

Fazit

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass es mir offensichtlich fern liegt, Onlinemarketing in irgendeiner Form schlecht zu reden. Allerdings halte ich es für sehr sinnvoll, hin und wieder mal einen Schritt nach hinten zu tun und sich alles von außen zu betrachten.

Was bei dieser Betrachtung auffällt, ist, dass Onlinemarketing anscheinend (man könnte sagen nach wie vor) ein Imageproblem hat, denn anders lassen sich die gewaltigen Unterschiede zwischen Wachstum und Marktanteilen von Onlinewerbung zur tatsächlichen Akzeptanz der Nutzer nicht erklären. Wenn in 2013 mehr Android-Phones angemeldet werden, als Menschen zur Welt kommen, dennoch nur 1% aller Europäer meint, dass Mobile Apps ein guter Weg seien, um mit ihnen in Kontakt zu treten, stimmt offensichtlich irgendetwas nicht.

Wie denken Sie darüber? Wie sinnvoll ist Onlinemarketing wirklich?

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4 Comments  comments 

4 Antworten

  1. Ich persönlich halte Umfragen für wenig bis überhaupt nicht aussagekräftig, 10.000 Leute sind nicht viel und ich weiss nicht wie diese Umfrage durchgeführt wurde. Aber davon abgesehen sollte jedem klar sein das es in 10-20 Jahren keine Offline Medien mehr gibt, dementsprechend wird dann alles Marketing, Online Marketing sein, eine Unterscheidung wird es bald nicht mehr geben.

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  2. Ich halte auch wenig von Umfragen und schaue immer zuerst, wer sie in Auftrag gegeben hat. Ich denke mal die meisten Studien/Umfragen werden nicht veröffentlicht, wenn das Ergebnis nicht das unterstreicht, was der Auftraggeber erwartet hat und seinem Geschäft hilft. Interessant aber hier, dass die Studie nicht vom Verband der Zeitschriftenverleger oder so initiiert wurde.

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  3. Also auch wenn man skeptisch ist, 10.000 Befragte sind schon viel. Habe eine Umfrage unter Studenten gemacht, bereits nach 20 Personen hatte ich annähernd die gleichen Werte wie am Ende bei 157 Teilnehmern.

    Meiner Meinung nach ist der Verbraucher von der extremen Werbung grundsätzlich schon abgestumpft.
    Onlinewerbung ist im Vergleich zu der Werbung in Printmedien/Fernsehen sehr günstig … dass sorgt aber auch für übermäßige Nutzung von unseriösen Anbietern. Auch von der Wahrnehmungstiefe ist Onlinewerbung noch wesentlich geringer. Der User selektiert in Sekundenbruchteilen, ob er es interessant findet oder nicht. Online steht für noch schneller!!!

    Den Verbraucher zu erreichen, ist das Problem überhaupt in unserer Zeit. Wer da eine effektive Lösung findet, wird unermesslich reich!

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  4. Die meisten Offline Unternehmer kennen sich mit dem Online-Marketing nicht so richtig aus. Es wird entweder extern vergeben oder man holt sich eine Fachkraft ins Haus. Aber so richtig ist das Online Marketing in den meisten Unternehmen noch gar nicht verankert. Und jetzt kommt auch noch das Social Media Marketing hinzu. Da Energien gebündelt werden müssen setzt man solange auf altbewährte Lösungen bis man zu neuen Lösungen gezwungen wird. Das wird unausweichlich kommen. Unternehmer, die daher schon heute auf ein zielgruppenspezifisches Online Marketing setzen werden in Zukunft klare Wettbewerbsvorteile haben. Solche Umfragen werden eher die Kluft vergrößern. Unternehmer, die bisher noch wenig im Online Marketing unterwegs sind werden sich durch diese Studie bestätigt fühlen. Innovative Unternehmer werden ihren Abstand zu den eher konservativen Unternehmern daher stärker ausbauen können.

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