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BVDW veröffentlicht neues Whitepaper – ohne wirklichen Inhalt…

Wie ich vorhin bei Internetworld.de las, hat der Bundesverband Digitale Wirtschaft heute ein neues Whitepaper herausgegeben, welches einen Überblick über verschiedene Arten des Video-Advertising geben soll und sich damit an alle „Bewegtbild-Interessierten“ richtet. Abgesehen von der mMn furchtbaren Wortwahl, die mich durchweg an deutschen Mittelstand anno 1954 erinnert, lässt auch der Inhalt arg zu wünschen übrig.

Man mag mir jetzt vielleicht vorwerfen, dass ich ein Miesmacher bin, aber in diesem Fall lasse ich das gerne über mich ergehen. Ohne überheblich wirken zu wollen, aber wenn sich jemand zur selbsternannten „Interessenvertretung“ der digitalen Wirtschaft erhebt und diesen Anspruch mit dem Slogan „Wir sind das Netz“ noch unterstreicht, kann man mMn ein wenig mehr erwarten, als es der BVDW – das im Dezember gegründetete „Forum Bewegtbild“ um genau zu sein – heute abgeliefert hat. Wenn Pressemeldung, Vorwort und Fazit zusammen gefühlte 3mal länger sind, als der eigentliche Inhalt, mag man als Leser doch durchaus am Mehrwert so eines Whitepapers zweifeln.

Der vermeintliche Inhalt

So, genug gemeckert. Was steht denn nun (oder nicht) in dem Dokument? Das Papier gibt eine Übersicht zu verschiedenen „Nutzungsszenarien“ im Bereich Video-Advertising.

Nach einem kurzen Hinweis auf das Wachstum von Video-Content und dem Konsum desselbigen (Zahlen von Forrester Research), folgt eine 5-stellige Liste, welche kurz die Modelle Click-to-play, Indirektes Click-to-play, Mouse-over-play, Auto-play und Revolver-Play beleuchtet. Hier erfährt man allerdings nicht mehr, als man es bei der Produktbeschreibung eines jeden PPV-Networks auch tun würde. Es handelt sich um eine rein technische Beschreibung des Vorgangs, ohne Erkenntnisse, ohne Praxisbeispiele, ohne konkrete Zahlen zu Marktdaten oder ähnlichem. Am Ende folgt die obligatorische Zusammenfassung, die einem, wie bei nahezu jedem Whitepaper, noch einmal erklärt, was man nur Sekunden zuvor schon gelesen hat.

Warum die Aufregung?

Prinzipiell könnte (und sollte) mir so etwas vollkommen egal sein, schließlich bin kein Mitglied des BVDW. Auf der anderen Seite zeigt der dürftige Inhalt dieses Papiers, die Tatsache, dass so etwas eine eigene Pressemeldung bekommt und der Umstand, dass anscheinend 3 Leute knappe 6 Monate dafür gebraucht haben, eine DINA4-Seite zu füllen, woran es beim Onlinemarketing in Deutschland hapert. Solange die Branche solche Leute als Vetreter zu irgendwelchen „Gipfeln“ von Politik und Wirtschaft schickt, braucht sich niemand darüber wundern, dass Deutschland in sehr vielen Bereichen des digitalen Advertising den USA und dem Rest von Europa hinterher hinkt, obwohl das Potential bei uns deutlich höher ist, als in vielen anderen Märkten.

Zum Abschluss noch eine schamlose Eigenwerbung: Wer wissen will, wohin es mit „Bewegtbildern“ in den nächsten Jahren gehen wird, und wie man daraus Profit schlagen kann, sollte sich meinen Artikel von Ende Februar „Virales Marketing mit Youtube & Co.“ noch einmal zu Gemüte führen – hat zwar weder eine eigene Pressemeldung, noch einen ganzen Bundesverband dahinter, dürfte aber für den ein oder anderen Leser detlich nützlicher sein, als diese neueste Veröffentlichung des BVDW.

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2 Comments  comments 

2 Antworten

  1. avatar N.

    Finde ich ehrlich gesagt wenig überraschend, da ich in der Vergangenheit auch an einigen BVDW Meetings teilgenommen habe. Der grobe Ablauf war immer folgender: Sitzung 1x/Quartal, ein „neues“ Thema kommt auf die Agenda, Betreuer für das Thema werden bestimmt und die folgenden X Quartale tauscht man sich dann über vermeintliche Erkenntnisse der Arbeitsgruppe aus und vertagt sich Mal um Mal bis zu einer Finalisierung des Projekts mit extrem verwässerten Aussagen und Empfehlungen, damit auch wirklich alle Interessen vertreten sind.

    Klingt erst einmal nach einem „ganz normalen Ablauf“ in einem Unternehmen. Wirklich amüsant wird das Ganze jedoch, wenn Agentur- oder Netzwerkvertreter über sauberes Affiliate Marketing schwadronieren, man aber genau weiß, dass genau deren Unternehmen alles andere als sauber arbeiten.

    Die Lobbyarbeit des BVDW ist in Teilen sicher gut und sinnvoll, die Arbeitsgruppen, wie man auch am Beispiel dieses Artikels sieht, eher nicht.

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  2. Als nicht- BVDW- Mitglied wundere ich mich darüber, dass Kollegen dort beitreten, und Mitgliedsbeiträge zahlen.
    Dann werden SEO/SEM- Zertifikate verteilt, bei denen die Zertifikatinhaber zu einem hohen Grad deckungsgleich mit den Firmen in den vergebenden Arbeitsgruppen sind ;-).

    Mal schauen, wann die nächste Umbenennung kommt (war schonmal dmmv, jetzt bvdw).

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