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Gefahr für Affiliates? Denn stetig lockt der Gutscheincode…

Nein, dieser Beitrag soll diesmal nicht die Erfolgsaussichten von gutscheinbasierten Konzepten im Affiliate Marketing beurteilen. Das haben andere berufenere Kollegen vor mir zur Genüge getan und es werden sicherlich noch einige folgen.

(1) Ein Publisher nimmt am Partnerprogramm teil. Hier werden 5 – 15 % pro Sale geboten.

Auch könnten Publisher ohne Hang zum „guten Schein“ bei der Überschrift meinen, das Thema ginge sie nichts an: „Wir haben ja nichts zu tun mit Gutscheinen.“ Aber weit gefehlt.

So kann es beispielsweise vorkommen, dass der interessierte User, vermittelt durch einen Content Publisher, im Onlineshop angekommen einen sogenannten Onsite-Gutschein angeboten bekommt. „Schöner Mehrwert für den Kunden“, „zusätzlicher Kaufanreiz“ und „fast ein Garant für einen Kaufabschluss“, könnte sich der Affiliate freuen. Aber Irrtum. Denn ein auf diese Weise erhaltener und genutzter Gutschein kann dazu führen, dass der Publisher quasi „aus dem Spiel genommen wird“ und seine Provision verliert.

(2) Ein Kunde folgt dem Affiliate-Link des Publishers und landet auf der Website des Merchants. Der Kunde packt Artikel in den Warenkorb…

Die durchaus nachvollziehbare Logik des Shop-Betreibers, dass Marketinggelder nur einmalig ausgegeben werden können, könnte nun zu dem Schluss kommen, den erfolgreichen Sale nicht etwa der Vertriebsleistung des Publishers sondern der „Überzeugungskraft“ des Gutscheines zuzuschreiben und den Publisher nicht zu vergüten.

(3) …und bekommt bei Kaufabschluss einen Chat angeboten. Beim Test für die Bebilderung dieses Beitrags war Corinna dem Thema Gutscheincode gleich sehr aufgeschlossen.

So beobachtet bei „Deutschlands größtem Online-Möbelshop“ (so bezeichnet sich Home24 selbst). Während des Aufenthalts im Shop werden dem User verschiedenste Gutscheine angeboten, die allerdings nicht für das Affiliate Marketing freigegeben sind. Das heißt ein Sale, bei dem ein solcher Gutschein Anwendung findet, wird für den Publisher storniert. Sicherlich die Gutscheine werden mit diversen Anwendungsbeschränkungen belegt, so z.B. bezüglich des Mindestbestellwertes oder der Mindestbestellmenge. Im konkreten Fall allerdings helfen solche Restriktionen nur bedingt. Die Gefahr, dass der Publisher, abgesehen von einem bitteren Beigeschmack, leer ausgeht, bleibt augenscheinlich bestehen. Das diese Situation den Publisher unbefriedigt zurücklässt, ist durchaus verständlich.

Und nun?

(4) Ich folgte Corinnas Link und kam zu den Gutscheinen. Der Affiliate würde in diesem Fall wohl wieder leer ausgehen.

Neben dem Aufruf an alle Publisher, die Augen aufzuhalten bei der Auswahl des Partnerprogramms, könnte eine solche Konstellation auch eine Anregung für die Merchants darstellen, gerade für solche  Fälle alternative Vorgehensweisen ins Auge zu fassen.

Was spräche denn dagegen, den Traffic zu trennen und den potenziellen Käufer, vom Publisher kommend, einfach auf eine gutscheinfreie Version des Shops zu verweisen?

Oder eine abgestufte Verprovisionierung zu verfolgen? So ermöglicht ein differenziertes Tracking des Warenkorbes die Vergütung einzelner Produkte der Bestellung, die nicht von einem Gutschein „betroffen“ sind. Das entsprechende Netzwerk des beschriebenen Falls bietet sogar passende technische Lösungen an.

Oder die vielen Provisionsmodelle, die die einzelnen Kontaktpunkte mit dem User analysieren? Diese Betrachtung gibt die Möglichkeit Provisionen an vorhergehende Stationen im Customer Journey  wenigstens anteilig zu zahlen.

Ich gebe zu, es handelt sich hierbei nicht um brandneue Ideen meinerseits, sondern um längst aktuelle Themen. Aber im Geiste eines fairen Miteinander sind sie vielleicht die eine oder andere Überlegung wert.

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8 Comments  comments 

8 Antworten

  1. Klar ist es gefährlich für Content-Affiliates, habe ja bereits 2011 davor gewarnt: http://clix.superclix.de/aktuell/2011/12/20/9-goldene-gutschein-regeln/

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  2. Ich würde das etwas differenzierter betrachten. Was ich nicht ganz nachvollzogen habe war die tatsache, warum angebotene Gutscheine, wie bei Möbelseiten üblich, dazu führen sollen, dem Publisher seine Provision vorzuenthalten.

    Bei welchen Partnerprogrammen ist es denn so dass Advertiser, wenn sie selber ein Rabatt geben, den Publisher rausschmeissen?

    Was mir bekannt ist, dass manche Advertiser z.B. mit einem Gutschein winken, wenn sich jemand für den Newsletter anmeldet. Dabei passiert folgendes:

    Step 1: Der Publisher wirbt mit dem Gutschein, wenn der User sich für den newsletter des Advertisers sich anmeldet.

    Step 2: Der User meldet sich an.

    Step 3: Der User bekommt per Mail sein Gutschein und kauft ein.

    Step 4: Der Advertiser verweigert die Provision an den Publisher, weil der User ja auf Grund des Gutscheins in seiner Email eingekauft hat.

    Bitte um nähere Infos, welche Advertiser so verfahren, wie du es oben beschrieben hast, dass bei Einlösen eines Onsite-Gutscheins der Publisher gar keine Provision mehr bekommt.

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  3. Mir ist es durch diesen Fall von Home24 bekannt.

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  4. Wir zeigen daher bei Besuchern, die durch Affiliates auf http://www.7mobile.de gelangt sind das Gutscheinfeld gar nicht erst an um den Besucher erst gar nicht in die Verlegenheit zu bringen nach einem Gutschein zu googlen. So verliert der Affiliate seinen Sale nicht.

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  5. avatar Daniel Woyteczek

    Vielen Dank für den tollen Beitrag. Ich kann den Advertiser und den Publisher hier sehr gut verstehen. Dieses Thema ist ja nun wirklich schon so alt wie die Menschheit und daher habe ich mich auch immer gewundert, warum kein Affiliate Netzwerk hier eine Lösung anbietet. Im Endeffekt haben die Advertiser oder die Agenturen eine Art Insellösung parat, in dem sie einfach das Pixel nicht feuern, wenn ein falscher Code verwendet wurde, oder aber während der Session ein Affiliate-Cookie sich gefangen wurde. Was ist die Konsequenz, CR die nach unten gehen, Vertoß gegen Netzwerk AGB, Vertrauensverlust, und massive Intransparenz. Andere Advertiser widerum stornieren sämtliche Sales wo ein falscher Gutschein verwendet wurde, so dass mal schnell die Stornoquote bei 70%-90% liegen kann.

    Daher habe ich mich vor 6 Monaten entschlossen eine eigene Technologie zu entwickeln, die insbesondere für die Zusammenarbeit mit Gutschein und Loyalty-Publisher dient. Hier nur ein Auszug der Features:

    Gutscheintracking
    Warenkorbtracking
    Provision wird je nach eingelöstem Gutschein gesteuert
    Kein überschreiben mehr von Content-Publishern
    Transparente Darstellung von Sales die "abgegriffen" worden sind"
    Dynamisches Gutschein-Tracking

    Wir sind gerade in der Betaphase und suchen noch Advertiser, die Interesse an einem Test haben. Auch über Feedback von Publishern freuen wir uns sehr. Wer mehr Info hierzu möchte, kann sich auf http://www.affiliatelabs.de umschauen, bzw einfach mit mir Kontakt aufnehmen. dw@affiliatelabs.de

    @Thorsten,
    gar nicht das Gutscheinfeld anzeigen, wenn er über einen Affiliatelink kommt ist auch nicht die Lösung, denn Dein Kunde kann nicht wissen, über welchen Link er geht und falls er einen Gutschein zur Hand hat und diesen dann nicht einlösen kann weil er wie ein blöder sucht, dann leider hier die CR und Du hast einen unzufriedenen Kunden mehr.

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  6. Danke Tibor für Dein Feedback. Genau der oben benannte Advertiser.
    Hier werden eigens für das Affiliate Marketing bestimmte Gutscheine über das Netzwerk zur Verfügung gestellt. Die damit rabattierten Sales werden auch verprovisioniert. Aber klare Aussage: Die Onsite-Gutscheine zählen NICHT dazu.

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  7. hier geht es gar nicht darum, dass ein falscher gutschein eingegeben wird, sondern dass der advertiser auf seiner eigenen seite die eingabe eines Gutscheins forciert…der ja nie falsch sein kann. Und da er den Rabatt direkt auf der Webseite vergibt, klaut er sozusagen die Sales den Publishern.

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  8. Richtig, das Thema ist mittlerweile ein alter Hut. Wird trotzdem aber immer populärer. Ich analysiere meine "Partner" mit dem Ergebnis, dass immer mehr Advertiser von meiner Seite entfernt werden. Zum einen ist mit Partneprogrammangebote eh nicht das große Geld zu erwirtschaften ist und zum anderen weil ich mich immer öfter durch solche Praktiken "verarscht" vorkomme.

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