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Das lange Warten auf die Affiliate-Provision. Warum ist das (manchmal) so?

Bearbeitungszeit – Ein Mysterium?

Immer mehr Webseitenbetreiber versuchen mit Affiliate Marketing Geld zu verdienen. Unzählige Ratgeber und Webinare erklären, wie es geht. Mit viel Fleiß und Herzblut werden Seiten optimiert, Banner geschaltet, informative Blogbeiträge verfasst und der unschlagbare Mehrwert für den User geschaffen. Der Traffic ist auf die Seite gelenkt und der User abgeholt. Und am Ende eines guten Tages hat der eine oder andere unter ihnen einen Sale oder einen Lead generiert. Nun könnte die Million kommen und die Kasse sich füllen. Aber die Zeit zwischen Abschluss der gewünschten Transaktion und des tatsächlichen Geldflusses kann beachtlich sein. Bis zum Schluss bleibt es dann spannend, ob und wann mit einer Provision zu rechnen ist oder die Transaktion gar abgelehnt wird.  Ausschlaggebend hierfür ist eine ganze Reihe von Faktoren.

Branche des Merchants

Die Spielregeln des jeweiligen Geschäftszweiges bestimmen zum großen Teil auch die Bestätigungszeiten der Merchants.

Wann ist eine Transaktion tatsächlich erfolgreich abgeschlossen; wann ein Vertrag zustande gekommen? Wenn eine Leistung bezahlt ist? Wenn die Leistung genutzt wird?

So kann beispielsweise ein paar Schuhe oder ein Kleidungsstück bei Nichtgefallen meist innerhalb einer Frist zurückgeschickt werden. Eine solche Retoure bedeutet für den Affiliate natürlich einen Storno und damit den Verlust der Provision. Je kundenfreundlicher, also länger, die eingeräumte Frist ist, desto länger wartet der Affiliate auf die Freigabe des Sales.

Anders bei einer Reise. Hier kann nichts zurückgeschickt werden aber ein Reiseportal erhält seine erwirtschaftete Provision vom Veranstalter, wenn die Reise angetreten wird. Entsprechend kann es sein, dass auch der Affiliate seine Vergütung erst nach Abreise erhält. Nicht dramatisch bei einer Lastminute-Buchung. Bucht der Kunde jedoch seinen Sommerurlaub als Frühbucher im November des Vorjahres, wird nicht nur ihm die Zeit bis zum Sommer ewig erscheinen. Diese beiden Szenarien stehen nur exemplarisch für marktbedingte lange Wartezeiten.

Wenn der Kunde nun alles richtig macht und es wirklich ernst meint mit seiner Transaktion, dann kann ja jetzt bestätigt werden. Wird sicherlich auch. Die Frage ist wann das geschieht. Abhängig vom Workflow des Advertisers erfolgen die Freigaben oder Ablehnungen täglich, wöchentlich oder gar monatlich.

Wird der Sale oder Lead seitens des Advertisers bestätigt, ist die erste Instanz geschafft.

Nun kann das Geld fließen, oder?

Das Netzwerk

Die Netzwerke haben meist festgesetzte Stichtage für die Auszahlungen. In manchen Fällen wird einmal monatlich ausgezahlt, in manchen dreimal im Monat. Bei einigen erfolgt die große Abrechnung am Anfang des Monats, bei anderen zur Monatsmitte. Für einige Top-Publisher werden gewisse Ausnahmen gemacht. Aber der Durchschnittsaffiliate muss sich wohl oder übel in den normalen Abrechnungsturnus fügen. Wurde also ein Sale oder Lead seitens des Advertisers bestätigt, kommt er in die nächste Auszahlungsrunde. Ist der besagte Stichtag aber just verstrichen, muss der Publisher im Zweifelsfall bis zu einem Monat warten.

Ferner zahlen die Netzwerke nur aus, wenn der Advertiser seiner Verpflichtung nachgekommen ist und sein Guthabenkonto beim Netzwerk aufgefüllt hat. Partnerprogrammbetreiber müssen ihr Konto mit einer bestimmten Summe gedeckt halten. Dafür werden regelmäßig Zahlungen zur Kontoaufladung in Rechnung gestellt. Dies passiert automatisch, wenn sich die Habenseite unter einen bestimmten Betrag reduziert. Verpasst es der Merchant nun die Zahlung zu leisten (die Gründe hierfür können mannigfaltig sein), gibt es nichts auszuschütten. Der Anspruch des Publishers hat zwar Bestand, kann aber nicht erfüllt werden. Im Zweifelsfall heißt es warten bis der Advertiser die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt hat.

Wenn die Zeit und das Geld also gekommen sind, hält den Geldfluss nichts mehr auf, nicht wahr?

Der Affiliate

Da ist der erste Sale, bestätigt durch den Merchant, Ausschüttung beim Netzwerk findet zum Monatsanfang statt. Dummerweise erfolgt die Gutschrift aufs Konto nicht. Beachte: Die Netzwerke haben einen Mindestauszahlungsbetrag. Solange der nicht erreicht ist, wird nicht ausgezahlt. Nun müssen noch mehr Sales generiert werden, damit die Lorbeeren des Erfolges endlich genossen werden können.

Und noch eine Besonderheit. Bei vielen Netzwerken findet die Auszahlung automatisch statt aber nicht bei allen. Hier muss der Publisher die Vergütung aktiv anfordern. Geschieht das nicht, geschieht auch nichts.

Wenn alle Umstände optimal aufeinander treffen, dann kann schnell Kasse gemacht werden. Es kann aber auch teilweise wie oben beschrieben ablaufen. Und dann besteht die Schwierigkeit im Affiliate Marketing nicht nur darin, den User zur Transaktion zu bewegen sondern sich gegebenenfalls auch in sehr viel Geduld zu üben.

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1 Comment  comments 

Ein Antwort

  1. "Ferner zahlen die Netzwerke nur aus, wenn der Advertiser seiner Verpflichtung nachgekommen ist und sein Guthabenkonto beim Netzwerk aufgefüllt hat." – Falsch, die Netzwerke sind – meiner Ansicht nach – rechtlich verpflichtet, es ist einzig und allein das Problem des Netzwerkes, wenn der Kunde nicht zahlt und das Netzwerk nicht vorher pausiert o.ä.. Leider trauen sich viele Affiliates aber nicht, das Netzwerk mit Mahnbescheid & Inkasso unter Druck zu setzen oder sich ein anderes Netzwerk zu suchen…

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