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Es ist soweit! Die Branche geht den Bach runter!

Es ist soweit! Die Branche geht den Bach runter! Wir sind alle bald arbeitslos! Hilfe!

Wenn man die News der letzten 2 Wochen und besonders auch die Reaktionen der letzten paar Tage auf eben diese Neuigkeiten kurz überfliegt, muss man glatt meinen, das Businessmodell „Affiliate“ stünde vor dem Aus.

Zuerst gab Weltbild am 10.Januar die Insolvenz bekannt, wenige Stunden später kündigte TradeDoubler die Entlassung von rund 20% der deutschen Belegschaft an und am 16.Januar war es dann auch bei Zanox soweit: das Netzwerk gab bekannt, nun auch Stellen in der Berliner Zentrale zu streichen – wieviele Mitarbeiter es treffen wird, steht wohl noch nicht fest.

Die Stimmung im Netz

Markus Kellermann spricht in seinem Affiliateblog von einer „schlimmen Krise“ und „Horror-Meldungen“ und liefert auch gleich eine sehr anschauliche Übersicht der ersten Reaktionen bei Facebook und Co., die von „Panik“ bis hinzu Zynismus bzw. „Ich habs ja immer gesagt“ reichen. Ich teile die meisten Erkenntnisse der Kommentatoren nicht unbedingt, aber der Artikel gibt dennoch einen guten Überblick.

Weniger kritisch sieht das ganze Daniel Woyteczek von affililate.labs, der eine deutliche Veränderung der Branche für wahrscheinlich und mehr oder weniger notwendig hält. „Es werden Effizienzen geschaffen“, soll heissen: wer zu teuer arbeitet, muss sparen oder entlassen. So einfach ist das. Zu behaupten, Affiliate Marketing sei tot ist „völliger Blödsinn“.

Tibor Bauer von affilex geht mit seinem Blog noch ein Stückchen weiter und verkündet: „Scheiss auf die Krise – mach deinen Job!“ Er zeigt auf, warum Affiliate-Marketing nach wie vor funktioniert und auch in Zukunft funktionieren wird und spricht sich gegen unnötige Panikmache aus. Es kann keine Rede von Stagnation sein, nur weil bei ein paar Riesen der Branche die Zahlen nicht mehr stimmen. Ist durchaus was dran.

Mein Senf dazu

Es fällt mir relativ schwer, nicht auch in den „ich habs immer gewusst“-Modus zu verfallen, doch leider kann ich mich in so einem Fall nicht davor drücken.

Die meisten Leute sind anscheinend nicht auf dem neuesten Stand der Dinge und werden dann von solchen Entwicklungen „überrascht“. Wenn man sich jedoch die Mühe gemacht hätte, über den Tellerrand zu schauen, sprich den Blick vom saftigen Kuchen vor der eigenen Nase nach oben zu richten, hätte man mitbekommen, dass die Bedienung schon seit 10 Minuten neben dem Tisch steht und die Rechnung präsentiert. Was man vorher noch als „Fliegensummen in den Ohren“ wahrgenommen hatte, stellt sich plötzlich als entnervte Kellnerin dar, die, völlig unterbezahlt, sich die Beine in den Bauch steht und darauf wartet, dass man zurück in die Realität findet.

Was soll einem das sagen? Die großen Netzwerke und Agenturen hatten lange genug Zeit, den Kuchen zu essen, sich das Rezept zu besorgen, selber welchen zu backen und so bis ans Ende aller Zeit Kuchen zu haben. Wollten sie aber nicht. Sie wollten, dass andere Leute den Kuchen backen, ihnen diesen für einen Spottpreis verkaufen, hinterher den Teller spülen und das ganze natürlich mit einem Lächeln auf den Lippen und ohne zu nörgeln.

Ich denke, es wird klar, worauf ich hinaus will. Die Branche muss sich damit abfinden, dass die „fetten Jahre“ zumindest in sofern vorbei sind, als dass man sich nun den Kuchen nicht mehr bringen lassen kann, sondern sich nun am Buffet mit den anderen Kuchenliebhabern abfinden und rumärgern muss.

Vielleicht hören Marketer ja in 2014 damit auf, sich hauptsächlich selbst zu feiern und einfach nur „ihren Job zu machen„. Oder bin ich der einzige, der es paradox findet, dass ausgerechnet auf einer Veranstaltung mit dem Namen „OM Rockstars“ (yeah, right) vom „Tod des Affiliatemarketing“ gesprochen wird? (siehe Daniels Beitrag). Merkt hier keiner was?

Fazit

Krise? Nein. Mehr Arbeit? Ja. Bieten die Veränderungen Chancen? Absolut!

Menschen haben Angst vor Veränderungen, das ist völlig normal – sollte aber nicht den Blick auf die Realitäten vernebeln.

In eigener Sache

Auch auf die Gefahr hin, dass dieser Artikel ein wenig lang wird, möchte ich auch diese Woche ganz herzlich unsere neuen Mitglieder der letzten 7 Tage begrüßen. Seit Montag letzter Woche haben 17 Leute den Weg zu uns gefunden, darunter z.B. Daniel Schalling von Projecter, Andre Preukszat oder Jana Bender, deren Website übrigens auch in unserem neuen Projekt, dem Website-TÜV, aktuell auf dem Prüfstand steht.Schaut auf jeden Fall mal dort vorbei und gebt „euren Senf“ dazu – Ihr habt bestimmt etwas sinnvolles beizutragen, auch wenn Ihr das selbst vielleicht nicht so seht. Von außen betrachtet sehen Dinge oft ganz anders aus und jeder neue Blickwinkel hilft.

Wir lesen uns dann nächste Woche wieder – vermutlich deutlich kürzer ;)

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11 Comments  comments 

11 Antworten

  1. Sehr sehr geiler Vergleich mit dem Abspüldienst! :)

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  2. Super Beitrag. Ich glaube es liegt in der ganzen Branche an der Finanzierung dieser Unternehmen. Bei grossen Unternehmen wird eine langfristige Investition gerechnet mit grossem ROI für die Aktionäre. Der Online Marketing ist aber schnelllebig und verändert sich ständig, dass passt nicht zu alten Denkmustern – à la – wir investieren jetzt mal auf 5 Jahre per Pump und bekommen dann satte Gewinne und zahlen die Schulden zurück. Das haben nun einige gemerkt und können auf Schulden komm raus nicht mehr weiter investieren. Es kommt auf das „wie“ an und nicht auf die Grösse, bunte Logos und smarte Manager. Der Markt bekommt so einen „Realitäts-Chock“ und das ist gut so. Das betrifft aber nur die Netzwerkbetreiber und solche die sich zu sehr daran gehängt haben. Das Business Modell „Affiliate“ bietet viele interessante Möglichkeiten, die noch nicht richtig genutzt werden.

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  3. Ist schade, aber die Entwicklung war im ganzen Segment die letzten Jahre schon abzusehen. Affiliate Marketing hat seine guten Zeiten erst mal hinter sich. Punkt. Und viele Firmen haben leider von der Dotcom-Blase nix gelernt, das muß man auch klar sagen. Meiner Meinung nach müssen neue Verdienst-Modelle für Affiliates entwickelt werden.

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  4. Guter Bericht. Ich glaube es ist bei weitem nicht so schlimm. Eine Konsolidierung und Neuausrichtung tut der Branche gut, bin mal gespannt wo die Reise hingeht.

    VG
    Utku

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  5. Hallo Leute,

    es ist schon interessant was für Horrorszenarien in der letzten Zeit aufgebläht worden sind. Ich sehe das ganze ein wenig gelassener entgegen.

    Natürlich ist es so, dass viele Netzwerke einen aufgeblähten Mitarbeiterstamm aufgebaut haben, aber ich glaube das eher das große Problem in unserer Branche der absolute Fachkräftemangel ist. Viele Leute bedeuten ja noch nicht die Qualität in der Arbeit.

    Wenn die fachlichen passenden Personen, mit der passenden Software, auch die Publisher und Merchants adäquat betreuen, dann werden die Fraudprobleme langfristig auch abnehmen. Denn wenn z.B. die Verantwortlichen radikal gegen Fraud vorgehen, dann spricht sich dies auch herum und es kommt zu einer Abwanderung der Bad Guys aus dem Netzwerk. Natürlich macht das Netzwerk dann kurzfristig sehr viel weniger Geld, aber langfristig könnte dies um Längen durch die Qualität wieder ausgehebelt werden.

    Ebenfalls lassen sich viele Netzwerke keine neuen Publishertools oder Hilfsmittel für die Publisher einfallen. Es herrscht oft immer noch die antiquierte Meinung, stellen wir mal ein paar Banner, Gutscheincodes und Produktfeeds zur Verfügung, dass wird schon reichen… weit gefehlt in meinen Augen. Publisher brauchen sehr viele Anreize um Umsatz für das Partnerprogramm zu generieren. Es findet in meinen Augen ein ständiger Kampf gegen Displayvermarkter, Google Adsense usw. statt, und da bringt das nur reine zur Verfügungstellen von Display Werbemittel, Produktfeeds usw. nichts.

    Viele Grüße
    Jörg

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  6. avatar Max

    Liest sich ziemlich nett, dein Beitrag. :-)
    Seitenhiebe auf Netzwerke lese ich aber ohnehin ganz gerne.
    Ich sitze ja am Ende der Nahrungskette und bin oft am Rande der Verzweiflung, wenn ich mal mit Problemen bei den Netzwerken anklingeln muss. Ob Support und Service der Netzwerke besser werden, wenn weniger Mitarbeiter dabei sind weiß ich allerdings nicht so recht. :-)
    Gruß, Max

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  7. Meiner Meinung nach wird man nicht umhin kommen, neue Wege im Affiliate- Marketing zu beschreiten.

    Als Affiliate aber auch als Merchant hat man immer mit den Restriktionen der Netzwerke zu leben. Hohe Einstiegs- Vorschüsse bei Merchants und Auszahlungs- Schwellen oder Anzahl der Verkäufe mit verschiedenen Zahlungsmitteln sind nur einige Auswüchse dieser verfehlten Politik. dazu Machtmissbrauch bei den Netzwerken, die aus einer eigenen Laune heraus jedes beliebige Produkt ablehnen können.

    Dazu die nicht gerade niedrigen Gebühren, die bei einer Transaktion erhoben werden.

    Das neue Zeitalter sieht aber auch neue Modelle vor, die letztlich nur individuelle, eigene Partnerprogramme liefern können.

    Ein Beispiel ist mein neues, eigenes Affiliateprogramm Provision100prozent.com.

    Es ermöglicht ganz neue Dimensionen für einen Affiliate und für einen Merchant:

    – Bis zu 100% Provision
    – Sofortauszahlung der Provision während des Kaufs über PayPal
    – 365 Tage Cookie- Laufzeit
    – Cross Selling
    – Cookie in Presell- Phase (z.B. Webinar- Empfehlung)

    Damit lassen sich ganz andere, neue Geschäftsmodelle entwickeln.

    Ein solches Programm kann jeder Merchant innerhalb kürzester Zeit selbständig aufbauen.

    Ich glaube, dass dieser Art von Partnerprogrammen die Zukunft gehört und die großen Programme über lang oder kurz es immer schwerer haben werden.

    Ich biete innerhalb meines Affiliateprogrammes z.B. ein Programm mit 100% Provision an. Der Affiliate bekommt 100% des Umsatzes minus Paypal- Gebühren, sofort ausgezahlt bei jedem Kauf.
    Du kannst Dich bereits jetzt hier anmelden, solange die Hauptseite meines Programmes noch im Aufbau ist.

    Der Merchant gewinnt dabei, weil er qualifizierte Kunden bekommt. Der Affiliate hat den höchstmöglichen Umsatz bei solchen Programmen und er muss nicht ewig auf die Auszahlung seiner Provision warten, weil er die Provision sofort beim Verkauf ausbezahlt bekommt. Das ist die „Win-Win“- Situation bei solch einem Programm.

    Teste dieses neue Prinzip einfach mal mit meinem Programm aus und melde Dich hier kostenlos als Affiliate an.

    Uli

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  8. avatar Max

    @Ulrich: Kein Impressum, kein Content? Und eine Provision bis 100% versprechen? Ich sag erstmal Danke, nein. ;-)
    Da bleib ich bei den bisherigen Netzwerken. :-)
    Gruß, Max

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  9. @Max:
    Danke für den Hinweis. Das Problem ist gefixt.

    Viele Grüße

    uli

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  10. avatar Max

    @Ulrich: Gern geschehen. So schauts irgendwie besser aus. :-)

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  11. […] Martin Bahls – Es ist soweit! Die Branche geht den Bach runter! […]