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Nick Sohnemann: Ein Tag in der Zukunft – So digital leben wir im Jahr 2019

Am 25. und 26. Februar 2014 findet die Affiliate TactixX in München statt. Wir haben den Konferenz-Speakern vorab ein paar Fragen gestellt.

Weitere Beiträge zu Affiliate TactixX 2014…

nick-sohnemannVisionär, Punk, Macher: Nick Sohnemann ist einer der führenden Experten Europas im Bereich Trends und Innovationsforschung. Immer auf der Jagd nach state-of-the-art-Methoden und Werkzeugen für erfolgreiche Innovationen ist er nicht nur Hamburger, sondern praktizierender Kosmopolit. Als pragmatischer Problemlöser einerseits und strategisches “business brain” andererseits unterstützt er seit 2008 Unternehmen auf ihrem Weg zur Innovation. 2013 gründete er die Innovationsberatung FUTURECANDY und arbeitet derzeit als Direktor des InnoLab an der Hamburg Media School.

Wie siehst du die digitale Welt in 2019?

Nick Sohnemann: Das Jahr 2019 wird geil, für alle Fans der Digitalisierung! Wir werden in einer digitaleren und personalisierten Welt leben – in der wir auf viele (heute noch) nervigen Dinge verzichten können. In 2019 müssen wir uns z.B. keine Passwörter mehr merken, können überall mit dem Smartphone bezahlen und bekommen von allen Devices die wir nutzen (und zu unserem Leben) Daten, die uns helfen besser unsere Zeit und Ressourcen zu nutzen. Viele Retail-Shops haben intelligente, individuelle Einkaufsprofile von uns hinterlegt. Es wird sehr viele neue Affiliate-Geschäftsmodelle geben, beispielsweise ein Affiliate System in der echten Welt. Wenn uns eine App einen Kaufvorschlag macht und wir diesen in einem Shop umsetzen, wird die App daran beteiligt.

Die wichtigsten Treiber in dieser neuen Welt:
Wir wollen mehr Convenience sowie Zeit- und Kostenersparnis! Das bieten uns diese vielen neuen digitalen Services. Es geht um das Internet der Dinge – also die Vernetzung aller Gegenstände in unserem Leben –  und den ewigen Konflikt zwischen Datensicherheit bzw. Datentracking und Angst vor Missbrauch. Auch hier enstehen neue Geschäftsmodelle.
Interessant für Marketers: Die Mediennutzung wird weiter steigen in Deutschland – von aktuell 600 auf 750 Minuten – jeden Tag!

Was hältst du von Google Glass? Wie steht es um Verfügbarkeit, Preise und wird es deiner Meinung nach ein Massenprodukt werden?

Nick Sohnemann: Die Google Glass ist außergewöhnlich und eine wirklich innovative Technologie (ganz besonders das Prisma Display) – ich teste sie ja nun schon seit einem Monat. Noch ist sie nicht auf dem Markt und das wird wohl auch noch ein wenig dauern. Derzeit kann man sich bei Google nur um eine Glass bewerben – und dann muss man Glück haben bzw. in den USA wohnen. Etwas einfacher kann man sie via Ebay.com auf dem amerikanischen Markt von privat für ca. 2.000 USD erwerben. Nach meiner Testphase ist mir – und ich denke auch den Managern von Google – noch nicht ganz klar, wer eigentlich wirklich die Nutzergruppe sein soll. Dafür kommen vor allem Berufsgruppen in Frage, die freie Hände bei der Arbeit benötigen  – beispielsweise Handwerker oder Chirurgen – in Betracht. Ich denke nicht, dass die Google Glass das Handy ersetzen sondern eher ergänzen wird. In gewissen Situation (beim Autofahren, zu Fuß gehen oder Sport machen) kann es sehr wohl Sinn machen, eine Glass zu tragen – z.B. als Navigationssystem, Tracking-Monitor oder News-Ticker. Für die weitere Gadgetisierung spricht, dass wir alle tendenziell weniger Geld für teure Einzelanschaffungen, wie beispielsweise Autos, ausgeben und dafür mehr Geld für hilfreiche Gadgets und Technology frei wird. Das Gute dabei ist natürlich, dass sich die Gadgets alle miteinander vernetzen, verbinden  und gegenseitig ergänzen. Daher sehe ich für Daten- und Augmented Reality Brillen durchaus ein massenfähiges Produkt – und das sicherlich bis zum Jahr 2019. Übrigens: Ich denke, Google Glass kommt frühestens Ende 2014 (Samsung stellt ja bei der IFA seine neuen Galaxy Glass vor) auf den Markt. Einschätzung zum Preis sind schwierig, aber mehr als 300 Euro dürfte die Brille kaum kosten.

Wie schätzt du das Konsumentenverhalten 2019 ein und wie können Online-Shops potentielle Käufer erreichen?

Nick Sohnemann: Das Konsumentenverhalten wird sich in einer Sache grundsätzlich ändern. Kein einziger Kunde da draussen wird noch zwischen Einzelhandel, E-Commerce, M- oder F-Commerce unterscheiden! Sondern er wird einfach einkaufen gehen. D.h. es wird total normal sein, dass Kunden zwar in einen echten Retailshop gehen, die Preise aber online vergleichen während sie im Laden sind und dann die Waren mit dem Handy bezahlen und sich nach Hause schicken lassen. Oder umgekehrt, sie sitzen zu Hause und kaufen das Produkt online und klicken aber auf den „sofort abholen“ Button und gehen in den Shop um die Ecke, um das Produkt abzuholen (interessant hier sicherlich: Drohnen oder andere Sofort-Lieferung).

Online Shops müssen daher umgekehrt denken. Über kurz oder lang müssen sie auch Filialen oder Shops anbieten – oder zumindest kooperieren.

Reine E-commerce Shops werden es in Zukunft schwieriger haben. Vernetzt denken ist angesagt! Schluss mit dem Silo-Denken!

Interessante neue Markt-Potenziale entstehen für Shops aus der Gadgetisierung – also der Zunahme an Extra-Geräten für unseren Haushalt und unsere Freizeit – die unser Smartphone ergänzen.

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1 Comment  comments 

Ein Antwort

  1. Finde ich ganz schön, dass gerade im ängstlichen Deutschland auch mal jemand positiv in die Zukunft blickt und die zahlreichen Chancen und Möglichkeiten sieht, die neue Technologien bieten.

    In den Massenmedien herrscht ja die Panikmache vor den Gefahren dieser Technologien vor.

    Die Wahrheit liegt wahrscheinlich wie immer irgendwo in der Mitte.

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