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Publisher-Umfrage liefert interessante Daten

Wir alle kennen das Bild: Ein kleiner Blog mit Produkttests, ein Reisejournal, eine Rezeptsammlung, alles von Hand im Alleingang verfasst und dann per „klassischem“ Affiliate-Modell durch Banner und Textlinks monetarisiert.

Zumindest wird Affiliate-Marketing seit Jahren auf zahlreichen Seiten eben genau so erklärt , was offensichtlich zeigen soll, dass auch Quereinsteiger ohne eigenes Team gute Chancen haben sich zu etablieren. Doch wie realistisch ist diese Vorstellung eigentlich noch im Jahr 2014? Wie viele erfolgreiche Publisher sind heute wirklich noch Ein-Mann-Unternehmen, die alles in Eigenregie machen? Und in welchen Themenbereichen funktioniert dieses Modell in der Praxis?

Jonas Schweizer

Jonas Schweizer

Der Beantwortung dieser und anderer Fragen rund ums Business hat sich Jonas Schweizer für seine Masterarbeit an der Uni Münster verschrieben, aus der ich schon jetzt ein paar interessante Umfrageergebnisse beleuchten möchte, welche er den Befragten (und der Redaktion) bereits vorab zur Verfügung gestellt hat.

Das „klassische“ Modell

Wie oben erwähnt, ging es unter anderem darum, sowohl Themenbereiche als auch Teamgröße für diverse Marketer festzustellen. Die Ergebnisse dieser beiden Teilbereiche wurden dann auch der Grund für diesen Artikel hier, da ich zugegebenermaßen von einigen durchaus überrascht war.

Überrascht davon, dass, zumindest laut Schweizers Umfrage, dieses „klassische“ Modell nach wie vor einen Großteil der Affiliate-Seiten ausmacht.
Das bedeutet, dass von 80 befragten Publishern (Mehrfachantworten möglich) :

  • 44 ihre Site als Ein-Mann-Unternehmen betreiben
  • 50 Publisher ihre Site dem Bereich „Content-Marketing“ zuordnen und
  • insgesamt 53 Leute die Themen „Reise, Sports, Outdoors“ und „Shopping“ angaben

Schaut man sich diese Zahlen an, erkennt man schnell, dass auch in 2014 das weitläufig propagierte Modell des „monetarisierten Blogs“ immer noch zahlreiche Anhänger hat, woraus man schließen kann, dass es sich nach wie vor finanziell lohnt, Content zu erstellen.

Die Mehrzahl der Umfrageteilnehmer betreibt eine Content-Website.

Die Mehrzahl der Umfrageteilnehmer betreibt eine Content-Website.

So weit so gut. Doch was bedeutet das für die Branche an sich und vor allem für die Netzwerke, die ja hauptsächlich für die angesprochene Monetarisierung verantwortlich sind bzw. diese überhaupt erst ermöglichen? Es ist zumindest meine persönliche Wahrnehmung, dass die Netzwerke, unabhängig von zahlreichen Beteuerungen das Gegenteil tun zu wollen, sich in den letzten Jahren immer mehr auf die Betreuung von Großkunden verlagert haben und weiter verlagern werden und dabei kleine Publisher auf der Strecke bleiben. Viele Leute sprechen dabei von einer völlig natürlichen Konsolidierung, welche immer auch Zentralisierung mit sich bringt, doch sind die Netzwerke hier wirklich unschuldig und nur Getriebene? Bedenkt man, wie wichtig persönliche Betreuung, vor allem für Neulinge in der Branche, im Aufbau einer Site ist, und nimmt man dann noch die zahlreichen Entlassungen der letzten Monate bei den großen Netzwerken hinzu, sieht man schnell, dass hier eine ganz klare Kosten/Nutzen-Analyse gefahren wurde, an deren Ende das Ergebnis stand: kleine Publisher lohnen nicht und kosten zu viel Zeit, das Abschöpfen von bereits vorhandenen Gewinnen bei großen Kunden ist deutlich leichter, als selbst neue, lukrative Kunden aufzubauen. Vergleicht man dies mit Googles Tendenz der letzten Monate, organisches SEO immer schwieriger zu gestalten und gleichzeitig Paid-Search zu pushen, entsteht hier ein recht deutliches Bild der Zukunft des Online-Marketing, welches für „Einzelkämpfer“ nicht gerade rosig aussieht.

Kurzum: die Konsolidierung der Branche ist nur zu einem geringen Teil natürlicher Herkunft, viele Entwicklungen werden von entsprechenden Interessengruppen forciert, allen voran die Netzwerke und Google selbst.

Wie viel Provision haben die Umfrageteilnehmer in 2013 mit Affiliate-Marketing verdient?

Wie viel Provision haben die Umfrageteilnehmer in 2013 mit Affiliate-Marketing verdient?

Transparenz nach wie vor #1

Zugegeben, das Ergebnis dieser Frage ist nicht verwunderlich, sollte aber dennoch deutlich gemacht werden. Auf die Frage: „Wie wichtig ist Ihnen ein transparenter und nachvollziehbarer Prozess, nach dem die Provisionen vergeben werden?“ antworteten die meisten Publisher mit einer 1, also „besonders wichtig“ bzw. essenziell. Wie gesagt, dies ist nicht wirklich erstaunlich – nicht so erstaunlich zumindest, wie die Tatsache, dass es die Netzwerke in 2014 anscheinend immer noch nicht vollständig geschafft haben, diesem Bedürfnis der Publisher nach Transparenz ausreichend gerecht zu werden. Wenn in dem Bereich alles einwandfrei laufen würde, wäre das Ergebnis evtl. nicht so hoch ausgefallen, wer weiß?

Fest steht jedenfalls, dass mir persönlich in letzter Zeit einige Fälle über den Weg gelaufen sind, wo nicht ganz klar war, ob die Netzwerke diesen Wunsch nach lückenloser Transparenz auch wirklich teilen. Im Zweifelsfall sollte man sich bereits im Vorfeld die AGB nicht nur ganz genau durchlesen, sondern diese auch verstehen. Wann ist meine Auszahlung spätestens fällig und an wen muss ich mich wenden? Wann darf storniert werden und nach wie vielen Tagen zahlen Netzwerke auch ohne Validierung? Auch wenn es um die Haftung des Netzwerkes bzw. Advertisers im Falle von Verzögerung oder Verdienstausfall geht, sollte man sich schnellstens Klarheit verschaffen.

Die bevorzugten Affiliate-Netzwerke der Umfrageteilnehmer.

Die bevorzugten Affiliate-Netzwerke der Umfrageteilnehmer.

Da ich denke, dass dieser Bereich durchaus interessant und aufschlussreich ist, werde ich dazu noch einen weiteren Artikel verfassen, der sich mit den Zahlungsmodalitäten der einzelnen Netzwerke befasst und diese vergleicht.

Zum Abschluss noch eine kleine Eigenwerbung: auf die Frage „Welche Affiliate Suchmaschinen nutzen Sie regelmäßig bei Ihrer Recherche?“ antworteten von 80 Publishern 44 mit „100partnerprogramme.de“. Das freut uns alle in der Redaktion natürlich sehr und daher wollte ich es einfach mal erwähnen und mich bei allen regelmäßigen Besuchern bedanken.

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6 Comments  comments 

6 Antworten

  1. Ich glaube die Netzwerke machen einen großen Fehler wenn sie nur auf Konzentration setzen. Denn wenn dann ein große Publisher den Geist aufgibt ist der Umsatzverlust sehr groß und lässt sich auch nicht einfach ersetzen. Natürlich ist es auf den ersten Blick einfacher nur auf die großen zu schauen. Doch wer sagt denn das aus einem kleinen nicht auch mal ein großer werden kann? Und aus einigen kleinen vielleicht mittelgroße?

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  2. Ja es ist sehr schwer als ein (oder zwei) Mann Betrieb mitzuhalten mit den Großen, aber man soll nicht so schnell aufgeben…

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  3. […] Es lohnt sich nach wie vor als (Content) Affiliate aktiv zu sein, wie die Ergebnisse einer Publisher Umfrage von Jonas Schweizer […]

  4. Hi,
    klingt ein wenig so, als ob hier eben primär „kleine“ Webmaster und Blogger befragt wurden, die dann natürlich meist ein Ein-Mann-Team sind.
    Ansonsten würde mich das bei 80 befragten Publishern doch sehr wundern, zumindest wenn man im Schnitt mal durch die Top Publisher eines Partnerprogramms geht.

    Ich sehe hier den schwarzen Peter auch nicht bei den Netzwerken!
    Früher konnten die die „Einstiegshilfe“ noch leisten -> „binde ein Banner ein“, aber heute?
    Ein Mitarbeitewr in einem Netzwerk hat weder die Kapazität noch das Know How, um Affiliates ernsthaft auf die Erfolgsspur zu bringen.
    Ein Trainee, Praktikant oder vermeintlicher Affiliate Marketing Experte in einer Agentur schon gar nicht.
    Jene die hier in der Lage wären einen Partner / alle / viele ? individuell zubetreuen, arbeiten dort nicht mehr, sondern sind selber erfolgreich!

    Aus meiner Sicht ist es heute einfach wirklich viel viel schwerer und zudem fehlt es der neuen Generation an Kampfgeist, Geduld und ernsthaftes Interesse auch mal hart an etwas zu arbeiten(-:

    Gruß
    Frank

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  5. avatar Markus

    Da kann ich Frank nur zustimmen. Wenn man Programmbetreiber oder Netzwerke befragen würde, wie hoch der Anteil der Content-Affiliates am Gesamtumsatz ist, würde das Ergebnis ohne Zweifel vollkommen anders aussehen.
    Selbst wenn 90% der Affiliates Content-Affiliates wären, würde wohl kaum jemand besonders viele Ressourcen für deren Betreuung bereitstellen, wenn die nur 5% des Umsatzes ausmachen. Ist eine ganz einfache Kosten/Nutzen Überlegung.

    Ich glaube aber nicht, dass es an „Kampfgeist“ mangelt. Das hat sich in den letzten 10 Jahren wohl kaum viel geändert. Man braucht aber heute als Einsteiger tendentiell einen deutlich längeren Atem – da geben dann natürlich auch mehr auf.

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  6. Ein Ein-Mann-Betrieb ist ja nichts schlechtes. Man braucht kein Personal. Was man gegen die viele Arbeit tun kann ist gezieltes Outsourcing. Deshalb verstehe ich eine Meinung eines oben geschriebenen Artikels nicht ganz.

    Wenn man soweit ist, kann man getrost Texte verfassen lassen, diverse andere Tätigkeiten outsourcen und sich selbst nur noch auf das richtige Marketing konzentrieren.

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