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Behält reBuy die Mehrwertsteuer?

Der An- bzw. Rückkauf von gebrauchten Büchern, DVDs, Spielen und anderen Medien hat sich in den letzten Jahren als ein lukrativer Geschäftszweig für diverse E-Shops etabliert und damit natürlich auch zahlreiche Affiliates in den Bereich gelockt.

Plattform für gebrauchte Sachen: rebuy.de

Plattform für gebrauchte Sachen: rebuy.de

Eine der bekanntesten und erfolgreichsten Seiten in diesem Bereich ist zweifelsohne reBuy.de, deren Angebot mittlerweile von zahlreichen Publishern beworben wird. Einer dieser Affiliates (der ungenannt bleiben möchte), der über affili.net am Partnerprogramm teilnimmt, hat nun festgestellt, dass er (und alle anderen Publisher) anscheinend seit geraumer Zeit um einen nicht unerheblichen Teil ihrer Provision gebracht werden.

Um es gleich vorweg zu sagen: weder der Publisher, noch die Redaktion, unterstellen reBuy bzw. affili.net eine böse Absicht – trotzdem lohnt es sich, hier einmal etwas genauer hinzuschauen, wenn man sich den Fall einmal durchliest.

Netto oder Brutto?

Die Provision der Affiliates wird anhand des Netto-Warenwertes berechnet, exklusive Versandkosten. So weit nichts ungewöhnliches. Ob diese Regelung für Publisher erstrebenswert ist, sei einmal dahingestellt – wer sich anmeldet, kennt die Bedingungen.

Nun gibt es allerdings bei der Berechnung, wie man uns mitgeteilt hat, ein völlig anderes Problem, dass, vor allem finanziell, deutlich schwerer wiegt. Wenn man sich bei reBuy auf der Seite umschaut, findet man bei allen Angeboten den Hinweis „Preise sind Endpreise (kein USt-Ausweis gem. §25a UstG) zzgl. Versandkosten“, welcher belegt, dass auch auf den Rechnungen von reBuy keine 19% Umsatzsteuer zu finden sind und diese damit auch NICHT an das Finanzamt abgeführt werden. Zumindest stellt sich das augenscheinlich so dar.

Was als nächstes jedoch geschieht, ist durchaus fragwürdig. Zusätzlich zu den Versandkosten, die pauschal mit 3.99€ von jeder Provision abgezogen werden, berechnet reBuy auch noch 19% MwSt, die ebenfalls zu Lasten des Affiliates verbucht werden. Kurz gesagt, bei einem Warenkorb von 100€ und einer 10%igen Provision verringert sich die Provision von 10€ auf 8,10€, was sich, je nach Umsatz, ganz schön läppern kann.

Zitat des Publishers dazu: Ich bin mir sicher, dass hier keine böse Absicht hinter steht. Ich habe so etwas selbst schon programmiert – und es war sicherlich (leichter) einfach „- Versandkosten – 19%“ zu rechnen, als den wirklichen MwSt. Satz zu berücksichtigen. Damals gab es evtl. noch keine gebrauchten Bücher? Evtl. wurde das ganze aber auch einfach irgendwoher übernommen.

Also, was genau ist vorgefallen? Um ein wenig mehr Licht in die Sache zu bringen, haben wir einfach einmal bei reBuy nachgefragt, wie man diese Regelung zu verstehen hat.

Björn Bollwitt, Online Marketing Manager reBuy reCommerce GmbH

Björn Bollwitt, Online Marketing Manager reBuy reCommerce GmbH

Dazu ein Statement von Björn Bollwitt, Online Marketing Manager bei reBuy: „reBuy wendet bei der Umsatzversteuerung unterschiedliche Paragraphen des UStG an. Teilweise werden Umsätze gem. dem zitierten §25a UStG versteuert, was aber nicht bedeutet, dass reBuy keine Umsatzsteuer abführen muss, lediglich entspricht der Steuerbetrag nicht 19% vom Nettoumsatz.“

Das eigentliche Problem besteht nun darin, dass reBuy bereits seit längerem (?) von diesem Fehler (?) weißn, dieser allerdings bis heute nicht behoben ist. Wie reBuy uns allerdings mitgeteilt hat, ist man bereits an der Behebung des Problems dran: “

In den vergangenen Tagen wurde uns gemeldet, dass scheinbar Umsatzdaten für die Provisionierung unserer Affiliate Partner fehlerhaft übermittelt werden. Wir können bereits sagen, dass der Fehler nur für vereinzelte Transaktionen aufgetreten ist und nicht flächendeckend alle übermittelten Daten betrifft, insofern hält sich auch der Effekt in Grenzen.

Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, den Fehler für zukünftige Abrechnungen zu eliminieren und historische Abrechnungen auf entstandene Fehlbeträge zu überprüfen.

Beides dauert derzeit noch an. Sobald wir die Arbeiten abgeschlossen haben werden wir unsere Partnernetzwerke proaktiv über mögliche Abrechnungskorrekturen informieren.“

Wie gesagt: wir können von hier aus nicht feststellen, ob es sich hier um ein Versehen, oder aber schlicht um eine für Publisher unvorteilhafte Regelung handelt. Wäre interessant, welchen Paragrafen reBuy da genau nutzt und ob es sich da um ein Schlupfloch handelt, welches auch für andere Shops interessant sein könnte…..

Was denkt Ihr? Seid Ihr selbst Partner von reBuy, wie sind Eure Erfahrungen? Nutzt die Kommentarfunktion und lasst es uns wissen!

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1 Comment  comments 

Ein Antwort

  1. […] ist wieder dabei den nächsten Skandal aufzudecken. Die Frage die alle umtreibt: „Behält reBuy die Mehrwertsteuer?“ Auf seinem Blog findet ihr alle Infos […]