magnify
Home Themen Aktionen & Wettbewerbe User Generated Content – überlasst den Nutzern die Arbeit (?)
formats

User Generated Content – überlasst den Nutzern die Arbeit (?)

Es ist doch jedes Mal dasselbe mit mir. Das ganze Netz redet über ein Thema, nur ich habe natürlich wieder einmal keine Ahnung, worum es geht. Solange, bis ich dann ein wenig genauer recherchiere, nur um festzustellen, dass es gar nichts Neues gibt – nur wieder einen weiteren Anglizismus, der von diversen Agenturen und Experten „gedropped“ wird, um „buzz“ zu erzeugen. 

Starbucks-Designcontest

Starbucks-Designcontest (Quelle: Hubspot)

Der aktuelle Kandidat für das Buzzword der letzten Wochen war/ist „user generated content“ – also von Nutzer/Kunden erzeugte Inhalte. Bis vor kurzem beschränkte sich das noch auf Reviews oder Testimonials, allerdings bieten Social Media und auch immer mehr Firmenwebsites Usern die Möglichkeit, „sich einzubringen“. Auch wenn es sich dabei nicht wirklich um ein neues Phänomen handelt, so sind erst in den letzten Monaten konkrete Konzepte entstanden, um UGC auch der breiten Masse an Marketern näher zu bringen, besonders in Verbindung mit Content-Marketing und User-Bewertungen auf Seiten wie Yelp und ähnlichen, meist lokalen, Bewertungsportalen. 

Wenn man den Begriff etwas genauer unter die Lupe nimmt, entdeckt man Patente, die bereits 2012 von Google eingetragen und letztes Jahr veröffentlicht wurden, welche sich mit den Erkenntnissen aus Produktbewertungen und der Möglichkeit einer einheitlichen Bewertungsgrundlage befassen, um Marken bessere Einsichten zu verschaffen. Kurz gesagt: Google versucht bereits seit 2012 herauszufinden, was Produktbewertungen gemeinsam haben und ob man daraus sinnvolle Schlüsse zur Markenpositionierung ableiten kann. Kurz darauf folgt, wie zu erwarten, Microsoft, mit einer Methode, User für ihre „contributions“ (wird nicht näher erläutert) zu belohnen, basierend auf der Bewertung anderer Nutzer oder von Kuratoren.

meincokecat

@MeinCoke – UGC meets Hitler

September 2014 veröffentlichte Fullscreen Inc. dann schließlich ein Patent,  welches ganz konkret das Nutzen von UGC für Werbekampagnen (meine Annahme) beschreibt, um genau zu sein ein System, welches passende User findet und anspricht, bestimmten Content zu erstellen, gefolgt von Maryse THOMAS mit einem Patent zur Erstellung klickbarer Ads in UGC, womit wir schließlich beim eigentlichen Thema wären: Werbung.

Wie lassen sich von Usern erstellte Inhalte für Werbezwecke nutzen, und warum sollten diese ihre Zeit damit verbringen, (vermutlich unentgeltliche) Promotion von Produkten zu betreiben?

Da scheiden sich momentan noch die Geister. Wie man am Patent von Microsoft erkennt, wird definitiv schon fleißig an Methoden gearbeitet, User durch verschiedene Formen der Belohnung anzuspornen und ich denke, dass wohl auch dass Konzept von Fullscreen nicht ganz ohne Incentives auskommt.

(Wie so etwas in der Praxis aussieht, kann man in diesem Artikel von Hubspot sehen, um mal ein paar Beispiele zu haben)

indyfanfilm

Indiana Jones Fanfilm – UGC auf hohem Niveau

Allen technischen Neuerungen zum Trotz (die Patente sind nur eine winzige Auswahl) hat es die weltgrößte Plattform für UGC, Youtube, bis zum heutigen Tage nicht geschafft, schwarze Zahlen zu schreiben, Coca Cola hatte letztes Jahr ein absolutes Twitter-Desaster und die ganz aktuelle Änderung des Pressekodex, welcher Publisher für UGC zur Verantwortung zieht, zeigen, dass es wohl noch einige Zeit dauern wird, bis es hier einen Durchbruch gibt. Doch wie geht es richtig? Das lässt sich nicht so leicht sagen, fest steht jedoch, dass es eine gute Mischung aus Timing, Incentives (siehe oben, Preisausschreibung etc.) und vor allem ganz viel FREIWILLIGEM Engagement der User braucht. Letzteres ist sogar mit Abstand das wichtigste, wie man an den unzähligen Fanfilmen, PC-Spielmods oder Coverversionen bekannter Songs sehen kann, welche nicht nur ohne Incentive auskommen, sondern die User teilweise tausende von Euro und hunderte Stunden ihrer Freizeit kosten. Es gibt Leute, die verbringen ihre Zeit damit, Indiana Jones nachzufilmen oder im Alleingang die Enterprise in Minecraft nachzubauen.

Es ist die Liebe zu einem Stück Kunst oder zumindest die Identifikation mit einem Produkt, welches Leute bewegt, sich zu engagieren – nicht Geld oder andere Goodies. Nur Content, der von Herzen kommt erfährt dann auch die entsprechende Resonanz und damit die gewünschten Ergebnisse bei den Lesern/Zuschauern.
Letztendlich kommt wieder alles zu den Anfängen der Werbung zurück: dem Image. Wer es schafft, dass User/Zuschauer/Käufer sich mit dem eigenen Produkt, egal ob nun Film, Smartphone oder Schuhe, identifiziert, entsteht guter UGC von ganz alleine – und die positive Wirkung davon ebenfalls. Ob man daran nun mit neuen Konzepten und Techniken etwas ändern oder gar „verbessern“ kann, sei allerdings dahingestellt.

 

VN:F [1.9.22_1171]
Wie hat dir dieser Beitrag gefallen?
Wertung: 0.0/5 (0 Bewertungen)
Danke für´s Teilen :-)Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn
 
 Share on Facebook Share on Twitter Share on Reddit Share on LinkedIn
2 Comments  comments 

2 Antworten

  1. avatar Dominic Grzbielok

    Bei youtube ist es eine ganz bewusste Entscheidung, damit kein Geld zu verdienen. Nur etwas mehr Werbung, bei jedem Vierten statt fünften Videos. Dann scheffeln die Geld.

    VA:F [1.9.22_1171]
    Wertung: 0 (von 0 Bewertungen)
  2. […] Branche geschuldet. Auch Martin Bahls schreibt in seiner Kolumne über einen total neuen Trend: „User Generated Content“ […]