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Weltuntergang verschoben? #Mobilegeddon lässt auf sich warten – oder doch nicht? (updated)

Nein, ich habe #Mobilegeddon nicht etwa verschlafen (mir schließlich die „Mühe“ gemacht, das Bild  zu basteln), die Verspätung, mit welcher dieser Artikel erscheint, hat einen anderen, wie ich hoffe, sinnvollen, Grund. Anstatt den gefühlt 1243950ten Ratgeber „5 things you need to know about #mobilegeddon“ zu schreiben (meine Ratschläge zu Mobile-Optimierung sind schon etwas älter…) wollte ich abwarten, bis zumindest halbwegs aussagekräftige Ergebnisse zu sehen waren bzw. sind.
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Nach geraumer Wartezeit und dutzenden Blogbeiträgen, Tweets und Disqus-Posts bin ich leider kaum schlauer, als ich es gestern Abend war. Was jedoch nicht bedeuten soll, dass es nichts zu berichten gäbe. Doch alles der Reihe nach.

Zwischen den Zeilen

Laut diesem Statement im Google-Webmaster-Blog begann der Rollout des „Mobile-friendly Update“ gestern Mittag (21.April) europäischer Zeit und betrifft Websites weltweit. Das Update soll voraussichtlich mind. eine Woche lang brauchen, bis alle Seiten erneut gecrawlt wurden. In den F.A.Q. dazu heisst es:

5. Since the mobile ranking change rolls out on April 21st, if I see no drop in traffic on April 22nd, does that mean that my site’s rankings aren’t impacted?
 
You won’t be able to definitively determine whether your site’s rankings are impacted by the mobile-friendly update by April 22nd. While we begin rolling out the mobile-friendly update on April 21st, it’ll be a week or so before it makes its way to all pages in the index.
 Abgesehen von den Infos, die sowieso schon jeder hatte, gibt es in dem Statement allerdings einen Satz, den man beachten sollte:
„While the mobile-friendly change is important, we still use a variety of signals to rank search results. The intent of the search query is still a very strong signal — so even if a page with high quality content is not mobile-friendly, it could still rank high if it has great content for the query.“
Wie ein User direkt richtig bemerkt hat, kann man hier zwischen den Zeilen rauslesen, dass Google es sich trotz aller Mobile-Freundlichkeit nicht nehmen lässt, die „eigenen Favoriten“ nach wie vor an der Spitze der, auf Smartphones doch recht kleinen, SERPs zu halten.
„That sounds good, but that does open the door to well-known established sites getting a pass based on things like authority or popularity… which would include „big brands“.“
Und sind wir einmal ehrlich: hatte jemand etwas anderes erwartet? Dass Google jede Gelegenheit nutzt, immer mehr Leute zu kostenpflichtigen Angeboten zu „überreden“ dürfte auch dem letzten Fanboy mittlerweile aufgefallen sein.

Erste Ergebnisse

Doch wie sieht es „in the wild“ aus? Ungefähr 36 Stunden nach dem (angeblichen) Launch, was hat sich geändert? Erstaunlicherweise muss ich zu diesem Zeitpunkt sagen: nicht zuviel, zumindest nicht in den deutschen SERPs. Selbst in der englischen Google-Version scheint sich bisher kaum etwas getan zuhaben, zumindest wenn man den jüngsten Kommentaren bei SERoundtable und SearchEngineLand glauben darf. Auch auf Twitter hält sich die Aufregung noch sehr in Grenzen – dort scheinen die meisten Leute überhaupt erst gemerkt zu haben, was (vermutlich) passiert ist, wie man an den Tweets der letzten Stunden sehen kann. Die dort verlinkten Artikel enthalten keinerlei nennenswerte News und reihen sich nahtlos in die oben erwähnten 1243950 Ratgeber ein.

Ich war anscheinend nicht der einzige, der mit einer Analyse absichtlich noch etwas gewartet hat. Auch der von mir sehr geschätzte Dr.Pete von MOZ hatte die selbe Idee – und ist dabei

Android-SERP

Android-SERP

anscheinend zu ähnlichen Ergebnissen gekommen: Es hat sich VIEL weniger geändert, als man bei all dem Theater hätte erwarten müssen – selbst nach 24 Stunden Wartezeit. Ein Blick auf MozCast zeigt, dass sich weder gestern noch heute viel auf dem Thermometer bewegt hätte. Interessant ist allerdings, zu sehen, welchen Prozentsatz an Mobile-friendly Pages manche Websites haben – sprich: wie niedrig dieser ist. Die beiden Adressen, welche am schlechtesten abschneiden sind ausgerechnet Amazon und Youtube mit 62,3% bzw. 27,8%. Als der Artikel geschrieben wurde, hatte es noch keine großen Bewegungen gegeben, aber die Zahlen deuteten darauf hin, dass diese Domains wohl nicht ungeschoren davon kommen würden.

(Echtzeit-Edit: Ich wollte an dieser Stelle eigentlich schreiben, wie seltsam (nicht wirklich) ich es finde, dass Amazon in der mobilen Version für „Smartphone kaufen“ 4 Plätze höher rankt, als Rebuy.de, obwohl diese ein Mobile-friendly Siegel haben. Als ich dann soeben einen Screenshot davon auf meinem Telefon machen wollte, hatte das Update anscheinend just in diesem Moment zugeschlagen (kurz nach 20 Uhr). Jetzt rankt Rebuy.de auf Desktop und Mobile genau gleich – VOR Amazon (siehe rechts). Das ist deswegen relevant, weil Rebuy.de, zumindest bei mir, vorhin noch auf Seite 2 zu finden war – den extremen Unterschied, den das ausmacht, kennt hier jeder zu Genüge.)

Wie man sehen kann, scheint Dr.Pete mit seiner Aussage durchaus Recht zu behalten – zumindest Amazon musste schon das erste Downranking ertragen. Allerdings ist der Prozentsatz der SERPs, die bereits gestern Abend deutlich anders aussahen, relativ gering: 1,7% – wie man dem Update von Barry Schwartz´Artikel auf SEL entnehmen kann.

Verschiebungen in den SERPS

Fazit: F*ck you, Google!

Was soll man davon halten? Für mich steht nach dem, über 2 Monate andauernden, Theater und einem über 800 Worte langen Artikel fest, dass man Google´s Ankündigungen in Zukunft einfach komplett ignorieren sollte. Warum? Weil man dann hinterher „nur“ das Geld für die wieauchimmer geartete Optimierung ausgeben muss, sich aber Wochen und Monate vorher nicht das eigene Nervenkostüm zerstört. Was bei mir bisher mehr eine Mischung aus persönlichem Feindbild und Verschwörungstheorie war, hat sich nun endgültig bestätigt:

Google versucht alle wahnsinnig zu machen und streut soviel Desinformation, dass hinterher kein CMO mehr eine andere, „sichere“ Lösung (eine, die man dem Vorstand auch erklären kann) mehr sieht, als Google selbst direkt das Geld in den Rachen zu werfen.

Auch hier haben user im Kommentarbereich das ganze natürlich auch durchschaut, wie James Svoboda´s Post zeigt:

Google’s 1st attempt to get site owners to go mobile or go home didn’t work as well when they tried it with AdWords Enhanced campaigns. It’s likely that this will do what that update failed to do… get more advertisers bidding on mobile PPC.

In Anbetracht der Tatsache, dass dieser Artikel mittlerweile viel zu lang ist, mache ich jetzt hier Schluss. Ich werde relevante News hier kurzfristig updaten, so dass irgendwann nächste Woche der Artikel dann evtl. mal komplett ist. Bis dahin.

PS: Aus den 1,7% sind mittlerweile ganze 5,1% geworden (siehe aktualisierte Grafik), was bei einem internationalen Update doch schon einige Seiten betrifft. Darüber hinaus hat Google mittlerweile bestätigt, dass das Update zumindest in den meisten Data Centers live ist. Auch die „Thermometer“ bei MOZCast und SEOWetter zeigen mittlerweile entsprechende Ausschläge.

PPS: Mittlerweile hat auch Searchmetrics erste Daten zu Gewinnern und Verlierern des Updates veröffentlicht, welche man dort im Blog nachlesen kann – wie immer sehr detailliert und aufschlussreich.

 

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1 Comment  comments 

Ein Antwort

  1. Google Updates wirken generell mittel- bis langfristig. Hast Du denn erwartet, dass die Rankings gleich am 21. auf den Kopf gestellt werden? Für eine sinnvolle Analyse der Auswirkungen würde ich mal 3-4 Woche warten. ist aber definitv so, dass GOogle mit ihrer PR v.a. auch einige Ziele verfolgt :)

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