magnify
Home Themen Internet Leser fühlen sich von „Native“ hintergangen (außer Millenials) – Reuters Studie
formats

Leser fühlen sich von „Native“ hintergangen (außer Millenials) – Reuters Studie

Die Nachrichtenagentur Reuters hat in den vergangenen Jahrzehnten viel für das Niveau des internationalen Journalismus getan – nicht zuletzt aufgrund eines eigenen Forschungsinstituts an der University of Oxford.

Von dort erreichte uns kürzlich eine Studie mit dem Titel “Attitudes to Sponsored and Branded Content (Native Advertising)”, in welchem das Team um Shaun Austin und Nic Newman sich unter anderem der Frage widmete, welchen Einfluss Native Advertising auf die Wahrnehmung der Marke und des werbenden Mediums in verschiedenen Altersgruppen hat.

Mangelnde Intelligenz oder Macht der Gewohnheit?

Wie bereits in anderen Artikeln angemerkt, sind es vor allem Millenials, welche besonders “nachsichtig” sind, wenn es um “versteckte” Werbung geht. Im Vergleich zu älteren Generationen, hat bei den Leuten unter 25 “Native Advertising” einen deutlich geringeren, negativen Einfluss auf die Wahrnehmung der Marke bzw. der Website – doch warum ist das so?

Die Antworten reichen dabei von “zu unaufmerksam” bis zu “kennen es nicht anders” – nur was sagt einem das als Marketer?

"Ich war enttäuscht oder fühlte mich hintergangen, nachdem ich festgestellt habe, dass Content gesponsert war"

„Ich war enttäuscht oder fühlte mich hintergangen, nachdem ich festgestellt habe, dass Content gesponsert war“

Zielgruppe stärker abgrenzen

Sieht man sich die Studie etwas genauer an und vergleicht diese auch mit anderen Erkenntnissen aus dem Bereich, wird klar, welches die wohl beste Lösung ist: Sich deutlich stärker auf eine Altersgruppe zu beschränken.

Jetzt wird der ein oder andere sagen: “Moment mal! Hast Du nicht letztens erst geschrieben, dass es klassische Zielgruppen in dieser Form nicht mehr gibt?!” Stimmt, habe(n) ich (und andere) geschrieben – allerdings war das auf SEO und Queries bezogen, nicht auf das Brand-Image von Seiten wie BuzzFeed oder der New York Times.

reuters_brandimage

Einfluss von Native Advertising auf das Image der Marke bzw. des News-Outlets

 

Hier geht es nicht so sehr darum, User durch eine Suchanfrage über Google auf die eigene Seite zu bringen, sondern die User Experience für die regelmäßigen Besucher angenehmer zu gestalten – und genau da helfen die Ergebnisse der Studie ungemein. Zusammengefasst kann man folgendes festhalten:

  • Je jünger das Publikum und je mehr Entertainment (z.B. Buzzfeed) die Seite enthält, desto besser wird Native Advertising aufgenommen
  • Content, der als “nützlich” empfunden wird, erhält deutlich mehr “Vertrauensvorschuss”, unabhängig vom Alter
  • Bei “reinen” News-Seiten (NYT, Guardian) bzw- Segmenten ist Sponsored Content absolutes No-Go und verspielt schnell das Vertrauen der Leser, besonders bei älteren Usern über 25

Fazit

Native Advertising wird so schnell nicht von der Bildfläche bzw. -schirmen verschwinden – allerdings werden einige Seiten die Nutzung von „Sponsored Content“ überdenken bzw. neu gestalten müssen. Das Motto der Stunde scheint hier „wenn schon, denn schon“ zu lauten. Wenn schon Native, dann richtig – zumindest im Entertainment-Bereich.

News-Outlets hingegen sollten evtl. in Zukunft ganz von Native abrücken, da es über kurz oder lang sowohl dem eigenen Image, als auch der beworbenen Marke schadet – und das kann wohl kaum im Interesse aller Beteiligten sein.

Hier geht es zum Download: Link (Vorsicht, lang)

Quelle: www.digitalnewsreport.org/essays/2015/attitudes-to-advertising/

VN:F [1.9.22_1171]
Wie hat dir dieser Beitrag gefallen?
Wertung: 4.5/5 (2 Bewertungen)
Danke für´s Teilen :-)Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn
 
 Share on Facebook Share on Twitter Share on Reddit Share on LinkedIn
Kommentare deaktiviert für Leser fühlen sich von „Native“ hintergangen (außer Millenials) – Reuters Studie  comments