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Interstitials zerstören die User Experience

Die Meldungen unten sind zwar schon ein wenig älter, allerdings hat eine kürzlich veröffentlichte Studie von Google der Thematik erneut Leben eingehaucht, weshalb ich hier noch einmal darauf eingehen will.

Kurz gesagt: die beiden Marktführer bei Mobile, Google und Apple, sind sich ausnahmsweise einig und haben beschlossen, stärker gegen Interstitials vorzugehen, bzw. diese ganz zu entfernen.

Und wie das in anderen Branchen ebenfalls üblich ist: wenn sich die Marktführer ausnahmsweise einmal einig sind, wird es für alle anderen Beteiligten eng. Wie eng genau, wird sich noch zeigen.

Lasst die User nicht warten – Interstitials im Fadenkreuz von Google

Auch wenn es dazu noch kein offizielles Statement oder gar konkrete Pläne aus Mountain View gibt, heisst das nicht, dass entsprechende Vorbereitungen im Hintergrund nicht schon seit

Schiebt sich ungefragt ins Bild.... (Quelle: Google Webmaster Blog)

Schiebt sich ungefragt ins Bild…. (Quelle: Google Webmaster Blog)

längerer Zeit stattfinden. Google hatte bereits häufiger angekündigt, mobile Nutzer weiter in den Fokus seiner Bemühungen rücken zu wollen und die Bemerkungen von Maile Ohye auf der SMX Advanced haben bei Publishern nicht gerade Begeisterungsstürme ausgelöst. Sie sagte, bezogen auf die Frage, wie Google in Zukunft mit Interstitials umgehen würde, dass “diese schlecht für User seien und man darüber nachdenke”.

Zwar gab es diese Ankündigung bezogen auf Smartphones bereits 2013, allerdings habe neue Studien (und entsprechende Aussagen von Google) gezeigt, dass Mobile immer noch einige Desktop-Signale für das mobile Ranking verwendet – inwiefern das hier zutrifft, kann man allerdings nur spekulieren.

Dies wäre an sich “halb so wild”, wenn nicht erst kürzlich Apple auf der WWDC angekündigt hätte, in die selbe Richtung rudern zu wollen.

Info: „Interstitials“ sind ganzseitige Werbeeinblendungen, die häufig zwischen zwei Content-Sites oder verschiedenen App-Screens geschaltet sind (z.B. Werbung in Gratis Smartphone-Spielen). Durch ihren Aufbau greifen diese „Unterbrechungen“ sehr stark in die User Experience ein und sind daher ein rotes Tuch für viele Nutzer. Besonders im Mobile-Bereich stören diese Einblendungen aufgrund der kurzen Aufmerksamkeitsspanne sehr.

iOS 9 Safari kommt mit Werbeblocker “ab Werk”

Wie man auf der WWDC-Keynote unter anderem erfahren konnte, bietet Apple in der aktuellsten Version des Safari-Browser die Möglichkeit für Developer, mithilfe einer simplen JSON-Datei diverse Webinhalte pauschal zu blocken – darunter offensichtlich auch Werbeanzeigen – Interstitial oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

Doch auch hinter dieser Ankündigung scheint wieder einmal mehr zu stecken, als die PR-Abteilung zugeben möchte.

Bald mit AdBlocker ab Werk?

Bald mit AdBlocker ab Werk?

Im entsprechenden Artikel bei t3n.de hat Kim Rixecker bereits (wie ich finde, richtig) spekuliert, dass dort wohl ein Zusammenhang mit Apples neuer News-App bestehen könnte, welche Publishern ermöglichen soll, ihren Content “an der Suche vorbei” zu ihren Usern zu bringen.

Klingt sehr plausibel, wenn Ihr mich fragt.

Google+ liefert Fallstudie

Um hier nicht nur mit Spekulationen um mich zu schmeißen, zum Abschluss noch eine kurze Erinnerung daran, warum Google so ein Problem mit Interstitials hat:

Die User hassen sie.

Google hat bereits auf der letztjährigen I/O 14 erklärt, woher der Frust mit Interstitials stammt,

und nachträglich mit einer Studie diese Ansichten noch einmal untermauert. Im Test ging es um die Installation der G+ App über die mobile Version der Seite.

Hier wurden die User per ganzseitigem Interstitial aufgerufen, doch die eigene App, statt der mobilen Version der Seite zu nutzen, das Ergebnis sah folgendermaßen aus:

  • 9% aller Aufrufe der Interstitial-Seite führten zu Klicks auf den “App herunterladen” Button, wobei manche User gar keine App-Downloads im Store durchführen.
  • 69% aller Nutzer verließen die Seite vollständig – sie klickten weder auf den Download-Button, noch besuchten sie die mobile Seite.

Auch wenn 9% CTR auf den ersten Blick ganz akzeptabel aussieht – eine fast 70%ige Bounce-Rate ist grauenhaft. Diese Ergebnisse haben Google dann auch letztes Jahr bewogen, ganzseitige Interstitials vollständig zu entfernen und “weniger aufdringliche” Methoden zur Bewerbung von Apps zu nutzen.

Zitat: Aufgrund dieser Ergebnisse beschlossen wir, das Interstitial dauerhaft zu entfernen. Wir sind der Ansicht, dass der Anstieg der Nutzerzahl für unsere Produkte unterm Strich eine positive Veränderung darstellt und wollen euch an dieser Erkenntnis teilhaben lassen, in der Hoffnung, dass auch ihr die Nutzung von Interstitials zu Werbezwecken noch einmal überdenkt. Lasst uns diese Reibungspunkte entfernen, damit das mobile Web nützlicher und nutzerfreundlicher wird!” (Google Webmaster Blog)

Fazit

Google hat erkannt, dass Interstitials derartig schlechten Einfluss auf die User Experience haben, dass man diese nicht nur bei sich selbst entfernt hat, sondern auch Publisher dazu bringen will, von dieser invasiven Form der Werbung abzusehen – notfalls mit ein wenig Zwang. Für den User kann es sich eigentlich nur lohnen.

 

 

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