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Fünf wichtige Punkte zur Netzwerkwahl, die kaum jemand beachtet

Die Affiliate-Branche ist, wie die meisten Onlinegeschäfte, einem ständigen Wandel unterzogen. Neue Programme kommen auf den Markt, Konditionen ändern sich und Netzwerke entstehen oder schließen in relativer Regelmäßigkeit.

So müssen sich nicht nur Ein-, sondern auch Umsteiger Gedanken über die Wahl ihres Affiliate-Netzwerks machen. Auch wenn es heisst: “Never change a running system”, sollte man sich von Zeit zu Zeit vergewissern, dass man tatsächlich noch das für sich beste Angebot nutzt.

Bei der Wahl des richtigen Netzwerks gibt es einiges zu beachten. | Quelle: Fotolia.de

Bei der Wahl des richtigen Netzwerks gibt es einiges zu beachten. | Quelle: Fotolia.de

Da es hier selbstverständlich unterschiedliche Schwerpunkte bei den verschiedenen Publishern gibt, haben wir für Euch einige Kriterien aufgelistet, nach denen Ihr das für Euch passende Netzwerk wählen solltet.

Denn neben der Höhe der Provision und der Auswahl an Partnerprogrammen, gibt es noch zahlreiche, andere Punkte zu beachten, die nicht unbedingt offensichtlich sind oder die man nicht sofort in einem Factsheet auf der Homepage findet.

Betreuung, Service, Kleingedrucktes

Wie oben bereits erwähnt, geht es hier um Punkte, die häufig nur schlecht oder teilweise gar nicht kommuniziert werden und die man entweder durch jahrelange Erfahrung lernen, oder sich mühsam aus dem Kleingedruckten heraussuchen muss.

#1 Ansprechpartner und persönliche Betreuung

Ein Punkt, den wir bereits häufig in unseren Artikeln angesprochen haben, der aber leider nach wie vor bei vielen Netzwerken zu wünschen übrig lässt. In den letzten Jahren haben viele, große Netzwerke teilweise massiv Stellen abgebaut und sich auch sonst eher in Richtung große Advertiser bewegt.

 

Ein Teil des Teams von affili.net

Ein Teil des Teams von affili.net

Sprich: für die Betreuung und eventuelle Hilfestellung bei neuen Publishern fehlen schlicht die Leute, was leider nur SEHR selten durch verbesserte Ressourcen in anderen Bereichen ausgeglichen wurde. Hier solltet Ihr Euch im Vorfeld genau informieren, welche Kapazitäten ein Netzwerk in diesem Bereich bietet, besonders wenn Ihr Neueinsteiger seid oder das Vergütungsmodell wechselt (von Lead-Gen auf PPC z.B.)

2# Vertragsstrafen und Kleingedrucktes (AGB)

Um Spammer abzuschrecken und sich selbst gegen allerlei technische und juristische Tricks durchsetzen zu können, haben viele Netzwerke teilweise heftige Vertragsstrafen für Verstöße gegen “Publisher-Vereinbarungen” oder individuelle Partnerprogramm-Richtlinien in ihren AGB festgeschrieben.

Zanox musste zurückrudern.

Zanox musste zurückrudern.

Wichtig hierbei ist, zu beachten, dass hierunter auch Dinge fallen, die nicht unbedingt direkt als Verstoß zu erkennen sind, oder völlig unabsichtlich geschehen können. Lest das Kleingedruckte und fragt bei Missverständnissen lieber vorher nach. Es sind schon einigen Publishern teilweise fünfstellige Beträge entgangen, weil die AGB nicht oder nicht ausreichend durchleuchtet wurden.

Was passiert, wenn Netzwerke die AGB ändern.

#3 Zahlungsverzug und Vorauszahlungen

Nicht nur Publisher müssen sich ans Kleingedruckte halten, sondern auch die Advertiser. Welche Regelungen gelten beim Netzwerk Eurer Wahl im Falle von Zahlungsverzug durch den Advertiser? Hier gibt es meistens zwei Ansätze, wovon Euch einer teuer zu stehen kommen kann: In der ersten Variante springt das Netzwerk ein und sorgt für eine angemessene Bezahlung des Publishers, Rechtsverstöße werden danach einzeln zwischen Netzwerk und Advertiser geregelt.

Bei der zweiten Version jedoch, tritt das Netzwerk die Ansprüche an die Publisher ab, was in der Praxis bedeutet: Ihr könnt Euch im besten Fall auf jahrelange Gerichtsverhandlungen einstellen, oder Euer Geld gleich abschreiben, weil der Advertiser insolvent ist. Wie es auch ausgeht, Ihr müsst selbst tätig werden und im Falle eines Rechtsstreits diesen auch noch selbst finanzieren. Unbedingt beachten!

Übersicht zu Auszahlungsmodalitäten.

#4 Zugriff auf Datenbanken, API und Apps

Wer als Publisher zahlreiche Seiten betreibt oder zumindest bei mehreren Programmen und Netzwerken angemeldet ist, verbringt teilweise zig Stunden pro Woche damit, sich auf Seiten einzuloggen, Statistiken zu sichten oder Stornos zu prüfen. Glücklicherweise bieten zahlreiche Netzwerke mittlerweile Smartphone-Apps, mit denen sich das leichter gestalten lässt. Noch besser sind allerdings Drittanbieter-Softwares, die es erlauben, gleich mehrere Accounts in einer App zu verwalten.

Vergewissert Euch, dass Ihr nicht für jede Information einen anderen Login benötigt, das spart Zeit und vor allem Nerven – und ist mit einem Passwort-Verwaltungstool sogar noch sicherer, als diese einzeln zu speichern.

So kann es in der Praxis aussehen.

Affiliate Dashboard für Smartphones

Affiliate Dashboard für Smartphones

#5 Tracking, Customer Journey und Fraud

In diesem Bereich hat sich den letzten Jahren einiges zum positiven geändert. Große Netzwerke wie z.B. TradeDoubler haben viel Zeit und Geld in eine Verbesserung ihrer Tracking-Technologie und die damit verbundene Analyse der Customer Journey investiert. Dadurch werden nicht nur Publisher deutlich gerechter entlohnt, sondern “last cookie wins” wird (hoffentlich) in nicht allzu ferner Zukunft nur noch ein Anachronismus sein.

Matthias Stadelmeyer

Matthias Stadelmeyer, CEO bei Tradedoubler

Ein weiterer Vorteil, der sich aus einer genauen Analyse der Customer Journey ergibt, ist eine deutlich verbesserte Möglichkeit, aktiv gegen View-Fraud und Bots vorzugehen. Der Branche entstehen jährlich hunderte Millionen Euro Schaden durch gefälschte Klicks und fragwürdige Redirects, für die zwar letztendlich die Advertiser zahlen müssen, das fehlende Budget macht sich aber vor allem auf den Konten der Publisher bemerkbar.

Geht Euer Netzwerk aktiv gegen Fraud vor und unterstützt es Partner bei der Bekämpfung mit notwendiger Expertise? Hier lohnt nachfragen.

Interview mit TradeDoubler CEO Matthias Stadelmeyer.

Fazit

Neben Provisionshöhe, Auszahlungsgrenze oder Werbemitteln gibt es zahlreiche, kleine Details, auf die Publisher bei der Wahl eines Affiliate-Netzwerks achten sollten. Ob Ihr gerade erst ins Business einsteigt, oder Euch nach längerer Zeit einem neuen Netzwerk zuwenden wollt, geht auf Nummer sicher und lest das Kleingedruckte.
Bei Missverständnissen immer gleich nachfragen – häufig kann Euch schon die Reaktion auf eine entsprechende Frage mehr verraten, als Ihr eigentlich wissen wolltet.

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1 Comment  comments 

Ein Antwort

  1. Super Artikel!
    Die AGB’s eines Affiliate Programms zu lesen ist ein sehr wichtiger Punkt und wird immer wieder vernachlässigt…

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