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„Influencer sind auch nur Affiliates mit mehr Traffic“ – Ein Kommentar

Seit den Anfängen von Social Media, besonders aber mit dem Aufkommen von Instagram, Pinterest und kürzlich Snapchat, hat der Begriff “Influencer Marketing” Einzug ins Vokabular vieler Marketer gefunden. Fragt man nach, was es damit auf sich hat, erhält man für gewöhnlich eine Antwort wie: “Man bekommt berühmte Leute, mit vielen Followern, dazu, Produkte zu promoten”.

Aha. Ich dachte immer, das heißt “Werbung”. Ihr wisst schon, das Ding, wo man die Popularität eines Filmstars/Sportlers nutzt, um etwas zu verkaufen?

Anscheinend gibt es jedoch einen Unterschied zwischen den beiden Varianten: während sich „Werbung“ an alle richtet, ist das Ziel von „Influencer Marketing“, besonders die “Gefolgschaft” eines/r Prominenten für sich zu gewinnen und zum Kauf eines Produktes zu bewegen. Wie funktioniert das und warum hat es einen eigenen Namen verdient, wenn überhaupt?

Vertrauen schaffen und “ausnutzen”

Also, worum geht es? Der Hauptunterschied zwischen “normaler” Werbung und Influencer Marketing ist Vertrauen. Während die meisten Menschen mit den Promis, die uns von Plakaten oder von Bildschirmen her zulächeln, keine “direkte” Verbindung haben, ist dies bei Influencer Marketing nicht der Fall. Hier hat sich ein potentieller Kunde bewusst dazu entschieden, dem Profil eines bekannten Users zu folgen, was in den meisten Fällen einen gewissen Vertrauensvorschuss beinhaltet.

Influencer Marketing

Die User “kennen” die Influencer (oder glauben dies zumindest), folgen ihrem Alltag, liken Fotos von deren Frühstück oder schauen per Periscope zu, wie jemand shoppen geht. Die Distanz, die sonst zwischen Werbefigur und Kunde existiert, wird hier ganz unkompliziert überbrückt, was offensichtlich mehr Erfolg verspricht, als dass ein “gesichtsloses” Unternehmen mit “massentauglichen” Slogans auf Käuferfang geht.

Auch für den Käufer hat diese Beziehung Vorteile: dadurch, dass der Kunde den Geschmack/die politische Einstellung/Expertise des Influencers deutlich besser einschätzen kann, hat eine Empfehlung tatsächlichen Mehrwert – selbst im Negativfall. Soll heissen: wenn jemand, mit dem ich nicht übereinstimme, etwas empfiehlt, kann ich mir das Geld sparen.

(K)ein Unterschied zu Affiliate-Marketing

Widmen wir uns einmal dem Statement aus der Überschrift: “Influencer sind auch nur Affiliates mit mehr Traffic”. Sieht man einmal davon ab, dass viele Influencer (längst nicht alle, unten mehr) nicht direkt als Affiliates ihr Geld durch Sales verdienen, sondern Sponsorships erhalten, gibt es eigentlich keinen Unterschied zwischen unserem normalen Affiliate- und der “Neuheit” Influencer-Marketing.

Denn beide folgen mehr oder weniger den gleichen Regeln: Interessanter Content und Expertise des Marketers in der jeweiligen Nische schaffen Vertrauen bei den Usern und ermöglichen es regelmäßigen Lesern/Zuschauern, eine Wertung, wie zB einen Produkttest oder ein Unboxing, einzuschätzen. Viele Affiliates nutzen mittlerweile auch die gleichen Content-Formate und Methoden, wie Influencer bzw können selbst schon als solche bezeichnet werden.

Dies zeigt, warum eine strikte Abgrenzung von Influencer Marketing als eigenem Channel keinen wirklichen Sinn macht. Sieht man einmal, wie oben bereits erwähnt, von der Zahlungsmethode ab – wo ist der tatsächliche Unterschied? Es gibt keinen.

Im Gegenteil – viele Influencer haben selbst als kleine Affiliates angefangen und sich ein Publikum aufgebaut, welches sie heute für Kooperationen mit großen Brands nutzen können. Wird ein Blogger plötzlich zum “Influencer”, weil eine Fashion-Marke ihn für ein Schuh-Unboxing bezahlt? Ein Reisebericht, bei dem der Flug bezahlt wurde? Wohl kaum.

Food, Fashion, Games und Fitness

Wie wir bereits öfter angemerkt haben, gibt es für jeden Ansatz Nischen, die sich besser eignen, als andere. Im sog. Influencer-Marketing sind dies vor allem die vier Verticals Food, Fashion, Games und Fitness. Gefühlte 9/10 aller großen, bekannten Profile fallen in eine dieser vier Kategorien.

Epic Meal Time

Einer der größten Youtube-Channels im Food-Bereich überhaupt, der bereits alle Stadien durchlaufen hat: Affiliate, Sponsorships, eigene Produktlinie, Fernsehshow, Channel offiziell beendet und wieder gestartet. Und dabei gefühlte 10 Tonnen Bacon verbraucht. Harley (mit dem Bart) und sein Team haben mit Leuten wie zB Arnold Schwarzenegger selbst eine Lehrstunde in Influencer Marketing abgeliefert, die man sich nicht entgehen lassen sollte. “Steak and Egger Sandwich”

 

Masha Sedgwick

Einer der meistgelesenen Fashion-Blogs im deutschsprachigen Raum und von Stil und Content her durchaus stellvertretend für einen großen Teil der Nische zu betrachten. Spannende Locations, teure Outfits, prätentiöse Posen – alles, was die Modewelt schon immer auszeichnete, ist auch hier vertreten.

Hochwertiges Design, eigenes Logo - Masha weiss, wie man eine Marke aufbaut.

Hochwertiges Design, eigenes Logo – Masha weiss, wie man eine Marke aufbaut. | Quelle: masha-sedgwick.com Screenshot

 

SteelSeries

Kein Influencer an sich, aber einer der Advertiser, die das Konzept in der Gaming-Nische bekannt gemacht haben. Kein E-Sport Event, kein großes Turnier kommt heute noch ohne Sponsorship aus und SteelSeries hat bereits vor Jahren damit begonnen, diese Lücke zu schließen. Heute gilt die Marke als fester Bestandteil der Szene, besonders bei First-Person-Shootern, viele große Teams benutzen Mäuse oder Keyboards der Marke bei Events. Darüber hinaus bietet SteelSeries ein eigenes Inhouse-Affiliateprogramm für echte Gamer an. Hier ->

Die "Rival" Serie gehört seit Jahren zu den Topsellern.

Die „Rival“ Serie gehört seit Jahren zu den Topsellern. | Quelle: steelseries.com

 

Alon Gabbay

Mit weit über 2mio Follower über alle Profile verteilt, hat das Fitness-Model aus der westdeutschen Kleinstadt Guldental die wohl größte Reichweite – besonders im internationalen Bereich. Nur ein Bruchteil seiner Follower kommt aus Deutschland, der Rest ist aus allen Teilen der Welt zusammengewürfelt, mit den USA als einem der größten Anteile. Ähnlich wie Epic Meal Time hat auch Alon bereits zig verschiedene Monetarisierungs-Methoden getestet, von Affiliate, über Sponsorships, bis zum eigenen Fitnessprogramm.

Auf der Homepage findet man alle Profile zentral auf einer Seite.

Auf der Homepage findet man alle Profile zentral auf einer Seite. | Quelle: Alon Gabbay Youtube Channel

 

Fazit

Anstatt sich über (in meinen Augen unsinnige) Begriffsdefinitonen den Kopf zu zerbrechen, sollte man lieber zu verstehen suchen, warum die genannten “Influencer” so erfolgreich sind – und diese Methoden dann für sein eigenes Marketing nutzen, anstatt jemand anderen dafür zu bezahlen.

Dass so etwas auch furchtbar in die Hose gehen kann, wenn man den vermeintlichen Stars nicht über die Schulter schaut, hat Onlinemarketing.de übrigens gestern in einem lustigen Artikel gezeigt. “Copy-Paste…”

Also, macht es Sinn, Influencer Marketing als separaten Begriff zu führen? Ich persönlich sehe das nicht so, auch wenn ich damit wohl einigen “Experten” widerspreche.

Wie es in unserer Branche jedoch üblich ist, wird für jeden noch so kleinen Unterschied ein neuer Begriff gefunden. Nicht nur, weil es gut klingt, sondern vor allem, um etwas neues zu haben, was die CMOs der Geschäftsleitung verkaufen können (bzw müssen).

Wie solche “Verkaufsargumente” aussehen können, davon könnt Ihr Euch bei GOsnap am besten selbst überzeugen, ist das Netzwerk doch laut eigener Aussage Europas größter Vermittler von Influencer-Marketing.

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