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App-Marketing Teil 2: Praxistipps für den Einstieg

Nachdem wir Euch im ersten Teil vor allem die aktuellen Zahlen und auch einige der Probleme im App-Marketing gezeigt haben, wollen wir im zweiten Teil ein wenig konkreter werden und Euch bekannte Anbieter, erfolgreiche Methoden und lukrative Apps vorstellen.

Praxistipps App-Marketing
Da es sich bei Apps jedoch um rein digitale Produkte handelt, unterscheiden sich die gängigen Methoden ein wenig vom Retail-Business. Hier wird nichts gelagert, verpackt oder geliefert, Retouren gibt es nicht und eine Garantie sucht man häufig vergebens. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass es nicht auch hier praxiserprobte Ansätze und Best Practices gibt, die sich in den letzten Jahren durchgesetzt haben.

Die besten Nischen

Games, Games und nochmal Games. Hab ich Games erwähnt? Okay. Spaß beiseite: Auch ohne tiefergehende Recherche zum Thema, fällt schnell auf, dass der größte Umsatz und die meisten Downloads insgesamt aus der Spiele-Ecke kommen. Ob Google Play, iTunes, Amazon oder Windows – sowohl von den absoluten Zahlen, als auch prozentual, führen Spiele den Markt an.

Aktuelle CPI Preise für Games | Quelle: chartboost.com

Aktuelle CPI Preise für Games | Quelle: chartboost.com

Die Preise liegen hier ca. 80% höher, als bei anderen Segmenten. Das Potential von Games und besonders der CLV sind hier anscheinend so hoch, dass es sich für Advertiser lohnt, deutlich tiefer in die Tasche zu greifen, als es beispielsweise bei einer Wetter- oder Karten-App der Fall wäre.

Das ist schon sehr attraktiv, noch besser wird es, wenn man Apps nach Altersgruppen getrennt betrachtet – konkret: Apps und Games für Kinder:

Die Zahlen im Kids-Bereich | Quelle: Chartboost.com

Die Zahlen im Kids-Bereich | Quelle: Chartboost.com

Wie man sehen kann, liegt Android hier weit vorne, sowohl was die Nutzerzahlen, als auch die Preise betrifft. Zusätzlich ist der oben erwähnte, potentielle CLV ( Customer Lifetime Value) natürlich weit höher, da hier die Kundschaft bereits früh an Marken “herangeführt” wird und so die “Loyalität” der Nutzer gegenüber einem Produkt bzw. einer App deutlich stärker ist. Da die Gewinnung eines “loyalen” Nutzers alles andere, als preiswert ist (im Schnitt $1,81$ bei zB Apple), lohnt sich dieser Ansatz besonders.

In-App Marketing

Die oben und im letzten Teil erwähnten Daten beziehen sich ausschließlich auf die Vermarktung von Apps selbst – wie sieht es aber mit weiterführender Werbung, um nicht zu sagen: dem eigentlichen Ziel vieler Apps, aus? Da liefert uns der Markt in den letzten Wochen gleich zwei Beispiele, die an Nutzerzahl und Beliebtheit anscheinend nicht zu überbieten sind und auch lange Zeit nicht sein werden: Die Rede ist natürlich von Snapchat und PokemonGO – der beliebtesten Chat-App und dem Mobile-Game, welches im Alleingang Nintendos Aktienkurs mehr als verdoppelt hat.

Mit Download-Zahlen weit jenseits dessen, was viele Leute noch letztes Jahr für möglich gehalten hätten und dem unangefochtenen, ersten Platz bei der täglichen Nutzungsdauer, sollte klar sein, worauf das Augenmerk vieler Advertiser liegt bzw. liegen sollte: das schamlose Ausnutzen der Traffic-Ströme.

Snapchat

Startseite Snapchat

Quelle: Snapchat.com Screenshot

Glücklicherweise haben beide Anbieter in den letzten Monaten zahlreiche Möglichkeiten geschaffen, dies auch zu tun. Alleine die Liste der (potentiellen) Neuheiten bei Snapchat wird ständig länger.

Nach der wenig überraschenden Meldung, dass sich die Plattform für Advertiser öffnen würde, kam kurze Zeit später die Ankündigung, dass man Usern ermöglichen möchte, Clips nun auch zu speichern bzw. zu archivieren. Erstaunlicherweise hatte sich die SoMe damit “freiwillig” ihres eigentlichen USP entledigt – schließlich war die “Vergänglichkeit” der einzelnen Snaps der Grund für viele Nutzer, sich überhaupt anzumelden.

Wie so häufig bei einem “Dammbruch” dieser Art, werden dann anschließend auch viele andere Konzepte, die zu Beginn “unantastbar” waren, nicht nur angedacht, sondern auch eingeführt.

Nachdem das Speichern bereits ermöglicht wurde, entschloss man sich dazu, alle Schleusen zu öffnen. Die Punkte sind entweder bereits umgesetzt oder konkret in Planung:

  • Brands können sich in Unterhaltungen “einklinken”
  • Brand-Mentions werden überwacht und Leute gezielt angesprochen
  • Gespeicherte Snaps können geteilt werden – inkl. Ads
  • Erst letzte Woche kam eine Produkt-Erkennung in Bildern hinzu. Die Software kann zahlreiche Gegenstände in weniger als einer Sekunde erkennen – zB Getränkedosen im Hintergrund eines Selfies, Schilder mit Schriftzug, Logos usw – die Implikationen sind sowohl spannend, als auch ein wenig erschreckend
  • Notwendige Analyse-Tools für Advertiser
  • Die Preise für Ads wurden gesenkt, um mehr Advertiser anzulocken
  • “Discover” bietet Platz für Native Ads bzw Content Marketing
  • Exklusive Kooperationen mit großen Events wie Superbowl, Wimbledon etc.

Und das sind nur die Punkte, von denen wir wissen – was im Hintergrund mit großen Brands gebastelt wird, lässt sich nur erahnen.

Update 21/7: Snapchat hat bekannt gegeben, dass User nun die “Bitmojis” des bereits im März übernommenen Startups Bitstrips nutzen kann. Was das bedeutet, erklärt TechCrunch hier.

 

PokémonGO

Oh boy, here we go. (insert Ansammlung von Superlativen). Was kann man über den unglaublichen Erfolg der Android-Version der beliebten Nintendo-IP sagen, was nicht schon 100mal gesagt wurde? Zig Millionen Downloads, Zusammenbruch von Seiten und Servern wegen zu vieler Anfragen, Verdoppelung des Aktienpreises von Nintendo, Touristenströme in Südkorea…und so weiter, und so fort. Kurz gesagt: ein bisher einmaliges Ereignis, in jeglicher Hinsicht. Dass bei Advertisern natürlich sofort die $$$-Zeichen in den Augen aufleuchteten, dürfte also keine Überraschung sein.

Pokemon Go

Pokemon Go | Quelle: Screenshot

Die Liste der bereits aktiven bzw. angekündigten Optionen für Advertiser wird dabei täglich, wenn nicht gar stündlich, länger:

  • “Sponsored Locations”
  • Pokémon-Promotions
  • Exklusive “Spawn”-Locations für sehr seltene Pokémon
  • Rabatte für aktive Spieler
  • Ingame-Coupons, die man “fangen” kann
  • Daten, Daten und noch mehr Daten
  • Hyper-Personalisierung
  • Usw

Wer die Entwicklung von “Ingress” ein wenig mitverfolgt hat, konnte einige der Punkte natürlich schon vorhersehen – stammt PokémonGO doch von der selben Firma, wie das bereits etablierte AR-Game: Niantic. Diese haben explizit angekündigt, Advertisern alle nur erdenklichen Daten zur Verfügung stellen zu wollen und entsprechende APIs für Ads, und deren Auswertung bereitzustellen. Inwiefern es da zu einem Backlash kommen kann, falls hier zu früh und zu “gierig” seitens der Advertiser agiert wird, kann man nur spekulieren. Wenn allerdings die durch nichts gebremste Popularität von AdBlockern ein Indiz ist, sollten Brands hier vorsichtig sein…dünnes Eis.

Tipp

Ohne hier auf Details eingehen zu wollen (oder können), möchten wir euch zumindest einen guten Tipp mit auf den Weg geben: befasst Euch mit dem “Quellenmaterial” – sprich: Pokémon (die Serie) anschauen bzw. die Namen und Verhaltensweisen der beliebtesten Exemplare “lernen” – denn nichts ist peinlicher, als auf einen Hypetrain aufspringen zu wollen, ohne zu wissen, was eigentlich abgeht. Oder besser ausgedrückt:

Man sollte wissen, wovon man redet...

Man sollte wissen, wovon man redet… | Quelle: imgflip.com / Martin Bahls

 

Sicherheitsbedenken

Bei all dem Hype und der Goldgräberstimmung rund um Apps, AR und Targeting, darf man den Sicherheitsaspekt natürlich nicht außer Acht lassen – im Gegenteil. Der riesige Erfolg lockt natürlich auch zahlreiche, zwielichtige Gestalten an, die unbedarften Usern ihre Zeit, Daten oder ihr Guthaben stehlen wollen. Dazu kommt die Tatsache, dass Apps wie PokémonGO, Snapchat und auch viele andere, mittlerweile alle nur erdenklichen Daten sammeln und auch weitergeben, wie man in den AGB durchaus nachlesen kann.

Welche Risiken einen im Detail erwarten, hatte Kollege Holm bereits im letzten Artikel ausführlich beleuchtet, den Ihr hier lesen könnt->

Ergänzung: Auch der Verbraucherschutz sieht die Lage mittlerweile kritisch. Kern der Sache sind die kalifornischen Datenschutzbestimmungen, die sich deutlich von den hiesigen unterscheiden. Mehr dazu bei Internetworld.de hier.

Appstore richtig aufsetzen

Die beiden obigen Beispiele dienen nur der Veranschaulichung des Machbaren – eine detaillierte Auflistung wäre wenig zielführend, da die Nischen dafür einfach zu unterschiedlich sind. Es geht mehr um das Mindset und allgemeine Best Practices im App-Marketing, die relativ unabhängig von den eigentlichen Produkten sind.

Das gilt natürlich nicht nur für die Apps selbst, sondern auch für einen eventuellen App-Store auf der eigenen Seite. Wie man diesen richtig aufsetzt und welche Tricks es dabei zu lernen gibt, kann man jetzt übrigens im neuen, sehr detaillierten Leitfaden von OMR nachlesen, den Ihr für 49€ herunterladen könnt. Zusammen mit den oben und bereits im letzten Artikel erwähnten Daten, sollte eurer App-Marketing Karriere nicht mehr viel im Weg stehen.

Fazit

Selbst wenn man alle erwähnten Aspekte beachtet, bleiben immer noch dutzende Lücken, die hier zu füllen einfach nicht möglich wäre. Im Vergleich zu vielen anderen Modellen, sind CPI und In-App-Advertising deutlich schnelllebiger und fordern von Marketern, noch mehr am Puls der Zeit zu sein, als die meisten es ohnehin schon sind. Mit der berühmten “4-Stunden-Woche” hat das nur noch wenig zu tun.

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