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Penguin 4 – Update vollständig ausgerollt (und warum es so lange dauert)

Kurz vor dem Wochenende war es nach fast zwei Jahren Wartezeit endlich soweit: Google bestätigte des Ausrollen des neuesten Penguin-Updates. Oder, genauer: Google bestätigte, dass Penguin nun ein fortlaufender Prozess ist, der in Echtzeit aktualisiert wird – und es daher, genau wie bei den anderen Updates bereits geschehen, keine konkreten Ankündigungen mehr über einzelne Aktualisierungen geben wird.

Da dachten noch alle, das Update käme bereits im Frühjahr.

Da dachten noch alle, das Update käme bereits im Frühjahr.

Schnell konnte man auf den entsprechenden Seiten und Blogs nachlesen, dass dies tatsächlich offiziell bestätigt wurde – die konkreten Auswirkungen ließen allerdings auf sich warten. In keinem der bereits am Freitag erschienen Artikel war etwas über tatsächliche Verschiebungen in den SERPs, Penalties oder ähnliches zu lesen, worauf von einem Großteil der SEO-Experte das Update als “halb so wild” abgestempelt wurde.

Ganz schön heiß

So fragte z.B. der von mir sehr hochgeschätzte Dr.Pete bei MOZ “was it worth the wait?” – hat sich das Warten gelohnt? Außer einem “mehr wissen wir noch nicht” und “wird die nächsten Tage aktualisiert” gab es dort allerdings ebensowenig Info, wie bei Barry Schwartz, der bei SERoundtable wieder einmal der erste war, der die News pushte.

Dort zitierte Schwartz Google mit den Worten:

 

  • Penguin is now real-time. Historically, the list of sites affected by Penguin was periodically refreshed at the same time. Once a webmaster considerably improved their site and its presence on the internet, many of Google’s algorithms would take that into consideration very fast, but others, like Penguin, needed to be refreshed. With this change, Penguin’s data is refreshed in real time, so changes will be visible much faster, typically taking effect shortly after we recrawl and reindex a page. It also means we’re not going to comment on future refreshes.

  • Penguin is now more granular. Penguin now devalues spam by adjusting ranking based on spam signals, rather than affecting ranking of the whole site.

 

Also: ab jetzt immer in Echtzeit und einzelne Signale werden gezielt abgewertet, statt gleich die ganze Seite. So weit, so gut.

Halb so wild?

Eine kurze Wartezeit und Blick auf die entsprechenden Tools hätte allerdings die Überschriften mancher Artikel bzw. Einschätzung von Experten deutlich verändert – gab es doch in manchen Verticals die höchsten Verschiebungen seit Jahresbeginn.

Heisses Wochenende, auch bei MOZ. Quelle: MOZcast.com

Heisses Wochenende, auch bei MOZ. Quelle: MOZcast.com

Die Werte auf MOZcast waren zwar schon recht hoch, richtig interessant wurde es allerdings erst, als das Update die deutschsprachigen bzw europäischen SERPs erreichte. Dort wurde, laut SEOWetter der höchste Wert des Jahres (überhaupt?) gemessen:

Wie man unschwer sehen kann, ist der Wert heute morgen mit knappen 30° immer noch deutlich “wärmer”, als es im Schnitt üblich ist. Quelle: SEOWetter.com

Wie man unschwer sehen kann, ist der Wert heute morgen mit knappen 30° immer noch deutlich “wärmer”, als es im Schnitt üblich ist. Quelle: SEOWetter.com

Nicht voreilig werden

Warum es dennoch zu früh ist, eindeutige Aussagen über Gewinner und Verlierer zu treffen, konnte man bei diversen, großen Updates in der Vergangenheit betrachten: eine Art Feedback-Effekt, ähnlich einem ins Wasser geworfenen Stein: Zunächst breiten sich die Wellen gleichmäßig aus – allerdings nur solange, bis sie an eine Wand/Ufer stoßen und zurückgeworfen werden. Kurz danach bricht das konzentrische, “gleichmäßige” Wellenmuster (die ersten SERP-Verschiebungen direkt nach Rollout)) zusammen und verläuft sich danach recht schnell (die tatsächlichen Verschiebungen nach 48h+) im Wasser.

Darüber hinaus wissen wir nicht, wie sich die dauerhafte Echtzeit-Aktualisierung auf SERP-Volatility auswirkt: ob es sich zum “Hintergrundrauschen” gesellt, wie andere Updates vorher, oder ob es unregelmäßig zu Ausschlägen kommen wird, über deren Ursprung dann nur spekuliert werden kann.

Fazit

Eigentlich alles, wie gehabt: Keine konkreten Infos, viel Spekulation, Clickbait-Headlines. Zumindest wissen wir damit, dass sich über das Wochenende nichts wirklich geändert hat. Am Stil, meine ich – zum Algorithmus möchte ich mich nicht äußern…

PS:

Ungefähr eine Minute, bevor ich diesen Artikel hochladen wollte, gab es weitere Infos auf SERoundtable, die eigentlich nur bestätigen, was ich oben bereits schrieb: aufgrund der Funktionsweise dieser Updates lässt sich, auch 48h+ nach dem Beginn des Rollout, nicht sagen, wie die Verschiebungen konkret aussehen. John Mueller dazu:

“Overlap” – man denke an die Kreise im Wasser.

Zum Abschluss noch ein Schmankerl aus dem Kommentarbereich, wo noch jemand recht voreilig zu sein schien:

Quelle: SERoundtable.com

Quelle: SERoundtable.com

PPS: Ich hatte gestern noch die Gelegenheit, mich mit Dr.Pete kurz auf Twitter auszutauschen – wobei ich ihn darauf hingewiesen habe, dass MOZcast zwar „nur“ einen mittelstarken Ausschlag hatte, SEOWetter hingegen jenseits der 38° lag – wir kamen daraufhin zu dem Schluss, dass die deutschen Datencenter wohl deutlich früher, als große Teile der restlichen Welt mit dem Update versehen wurden. Dies wurde, indirekt, auch von Gary Illyes bestätigt.

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