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Penguin 4.0 Rückblick – was ist passiert?

Als nach über 700 Tagen Wartezeit vor gut zwei Wochen das neueste Penguin-Update aus dem Hause Google endlich in den Live-Betrieb entlassen wurde, entsprachen die Auswirkungen nicht unbedingt den hohen Erwartungen mancher SEOs.

Aufgepasst, Pinguine unterwegs!

Aufgepasst, Pinguine unterwegs! | Quelle: freeimages.com

Vorgeschichte: Die letzte Version des Algorithmus´, der vor allem die Qualität des Linkprofils einer Seite bewertet, hatte bei einigen Domains, deren SEO als “spammy” gewertet wurde, zu massivem Sichtbarkeits- und Reichweitenverlust geführt. So weit, so schlecht – richtig problematisch wurde die Situation dadurch, dass anscheinend nur eine weitere Runde Penguin diese Penalties würde rückgängig machen können.

So war die “Vorfreude” vieler Seitenbetreiber relativ hoch, als sich um den 23.September die ersten Signale von Penguin 4 in den bekannten SEO-Tools zeigten – diese Vorfreude war jedoch arg verfrüht, wie wir jetzt im Nachhinein wissen.

Allgemein

Unabhängig von der Gefühlslage einiger Webmaster, dies sind Infos zu Penguin 4.0, die ausgewertet bzw. offiziell von Google bestätigt wurden:

“Now in real-time”

Die erste Änderung, die man so im Google Webmaster-Blog finden konnte, war der Übergang von regelmäßigen Updates zum Echtzeit-Algorithmus. Sprich: es kommen in Zukunft keine angekündigten Updates mehr, sondern Penguin wird kontinuierlich erweitert und arbeitet im Hintergrund.

Inwiefern dafür ein komplett neuer Crawl einer jeweiligen Seite nötig ist, wissen wir nicht, aber es ist klar, dass Änderungen an einer Website nun deutlich schneller erkannt werden.

“More granular”

Die zweite, bestätigte Änderung ist für einige Leute (die von Penguin 3.0 nicht so negativ betroffen waren) deutlich interessanter: Penguin 4.0 arbeitet jetzt “feinfühliger”, als die Vorgänger-Version.

Im Webmaster-Blog hieß es dazu:

“Penguin is now more granular. Penguin now devalues spam by adjusting ranking based on spam signals, rather than affecting ranking of the whole site.”

Konkret bedeutet dies, dass eine “spammy” Unterseite nicht gleich eine ganze Domain abwertet, sondern nur noch die konkrete Seite und weiter, dass “spam signals” jetzt “devalued” werden. Sie werden also nicht mehr zu den positiven oder negativen Signalen gezählt, sondern schlicht “entwertet”, absichtlich übersehen.

Dies ist nicht nur deutlich gerechter, als bisher – es erlaubt SEOs auch eine viel detailliertere Herangehensweise. Außerdem hat sich Google ausnahmsweise einmal dazu durchgerungen, eine konkrete Erklärung abzugeben: In einem Interview, welches Barry Schwartz für MarketingLand führte, wurde explizit darauf hingewiesen, dass Penguin vor allem die Quelle eines Links betrachtet, nicht so sehr das Ziel.

Kurz: Ihr solltet darauf achten, wer auf Euch verlinkt, weniger in die andere Richtung.
Dies macht “negative SEO” zwar deutlich leichter, erlaubt es umgekehrt aber, die wirklich guten Seiten zu einem gewissen Thema zu finden. So können Seiten mit vielen Links von Fachleuten z.B. schnell höher ranken, als welche, die deutlich mehr Traffic haben. Wie sich das genau darstellt, muss man abwarten.

Recovery

Zum oben erwähnten Sichtbarkeitsverlust und anschließender “Erholung”, hat das Team von Sistrix die Seite von Home24.de betrachtet. Deren Abstieg in den SERPs in Folge einer falschen SEO-Strategie, die von Penguin 3 als äußerst fragwürdig bewertet wurde, galt in der Szene lange Zeit als Paradebeispiel für eine Google Penalty.

Seit 2013 "Opfer" von Penguin. | Quelle: Sistrix.de

Seit 2013 „Opfer“ von Penguin. | Quelle: Sistrix.de

Seit einigen Tagen hat sich die Situation jedoch massiv verändert, wie man im passenden Blogbeitrag nachlesen kann.

Generell sagte Google zum Thema Recovery folgendes:

Quelle: SERoundtable.com

Quelle: SERoundtable.com

Wie man am Datum sehen kann, dauerte es offensichtlich etwas länger, bis auch die deutschen Datenzentren die neueste Version live schalteten.

Da in Zukunft keine “Updates” mehr kommen sollen, gehören derartig massive Verschiebungen hoffentlich vorerst der Vergangenheit an.

Fazit

Wie sagte ich bei der letzten Version schon? Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Die ständigen Panikattacken um Penguin, Panda oder Hummingbird sind mehr Clickbait für SEO-Blogs, als alles andere.

Häufig macht es Sinn, einfach ein paar Tage oder gar Wochen zu warten, bevor man sich eine Meinung bildet. Gibt zwar weniger Klicks, dafür aber mehr Erkenntnis – siehe z.B. Sistrix.

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