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Hamburger Menus and you – Google wertet in Zukunft auch “hidden content”

Die Ankündigung, dass Google in Zukunft auch Content, welcher hinter Menus und Tabs “versteckt” ist, in das Ranking einfließen lassen wird, ist eine der wichtigsten News der letzten Wochen.

Was ist Hidden Content?

Es ist gar nicht allzu lange her, dass Webmaster – besonders die aus dem Blackhat-Bereich – “versteckten” Content dazu nutzten, Seiten mit Keywords zu “stuffen” (vollzustopfen) und so für diese zu ranken, auch wenn die Seite eigentlich gar nichts relevantes zum Suchbegriff erhält.

Hamburger-Menus sind ein beliebtes Designelement. | Quelle: Unsplash - Edward Franklin

Hamburger-Menus sind ein beliebtes Designelement. | Quelle: Unsplash – Edward Franklin

Es gibt verschiedene Methoden, Content auf Seiten vor dem User zu verstecken, die Google allerdings nicht daran hindern, den entsprechenden Inhalt zu crawlen und auch zu indizieren:

  • Schriftgröße der entsprechenden Module per CSS auf “0 pt” setzen. So ist der Content zwar immer noch da, kann aber von Usern nicht gelesen werden.
  • Ausblenden ganzer Style-Elemente per CSS “visiblity:hidden”
  • Bildbeschreibungen, die im Frontend nicht angezeigt werden
  • Versteckte Links, welche durch Sonderzeichen, Formatierung etc nicht im Frontend angezeigt, allerdings im Quellcode gecrawled werden
  • Mouseover-Popups, die nur beim hovern angezeigt werden.
  • usw.

Welche Methode man auch verwendet – alle dienen dazu, sowohl die Suchmaschinen, als auch deren Nutzer, fehlzuleiten. Daher wurde versteckter Content auf Desktops die letzten Jahre über im Zweifel  “ignoriert” und später einfach nicht mehr indiziert. Soweit, so gut. Allerdings ergibt sich dadurch ein anderes Problem.

Nicht immer Blackhat

Was ist aber mit Content, der sowohl “versteckt”, als auch “indizierbar” sein soll? Also mit Texten, die erst nach Anklicken eines Menüpunktes erscheinen oder Videos, die in einer Sidebar untergebracht sind? Was ist mit den häufig verwendeten Hamburger Menü-Icons, den “Akkordeons” und “Carousels”, die man vor allem auf mobilen Websites bzw. den Smartphone- und Tablet-Versionen immer häufiger findet?

Hier dient das Verbergen des Inhalts nicht etwa der Irreführung, sondern ist vor allem dem häufig zu geringen Screenspace geschuldet. Unter 7 Zoll Bildschirmgröße lassen sich nur wenige Inhalte einwandfrei darstellen – sofern man diese nicht aus der Hauptnavigation bzw. Homepage “verbannt”. So landen lange Texte, Grafiken und andere, interaktive Elemente immer häufiger verborgen hinter Designelementen.

Google verspricht Besserung

Dass in einer, (von Google selbst) als “mobile first” bezeichneten, Suchmaschinen-Welt dieser Umstand nicht nur unpraktisch, sondern unhaltbar ist, haben auch die Verantwortlichen bei Google erkannt. Hieß es vor nicht allzu langer Zeit aus dem Munde von John Muller noch:

“From our point of view, it’s always a tricky problem when we send a user to a page where we know this content is actually hidden. Because the user will see perhaps the content in the snippet, they’ll click through the page, and say, well, I don’t see where this information is on this page. I feel kind of almost misled to click on this to actually get in there. So that’s…the problem that we’re seeing. …we’ve gone a little bit further now to actively ignore the information that’s not directly visible. So if you want that content really indexed, I’d make sure it’s visible for the users when they go to that page.”

Sieht die aktuelle Situation eher so aus:

 

Hier sagt Gary Illyes ganz eindeutig, dass Content, welcher aus Gründen der Bedienbarkeit (“ux” – user experience) von der Hauptseite ausgeblendet wird, in vollem Umfang in das Ranking einfließen sollte.

Nicht nur, dass damit Seiten auf mobilen Endgeräten besser ranken, die ihre Navigation und Layout voll auf die kleine Bildschirmgröße angepasst haben – durch die Einführung des “single Index”, der, wie bereits im letzten Artikel (link) erwähnt, die mobile Seite als Standard betrachten wird, landen diese Seiten dann auch auf Desktop ganz oben. Auch wenn dort das “Verstecken” des Content weder nötig noch sinnvoll erscheint.

Fazit

Kurz gesagt ist SPÄTESTENS jetzt der Zeitpunkt gekommen, alle Seiten auf “mobile first” auszurichten. Dass hochwertiger Content nicht gefunden wird und sich dies negativ auf das Ranking auswirken könnte, ist anscheinend eine unbegründete Angst.

Also: Guter Content zuerst, dann User Experience auf Mobile – wenn danach noch Zeit bleibt, kann man sich auch um Desktop kümmern. Nötig sein wird das in Zukunft allerdings nicht mehr.

PS: Wer es nach diesem Artikel immer noch nicht gemerkt hat, für den ein Zitat von Gary Illyes von gestern Abend, kein Kommentar nötig:

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