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Neue EU-Steuerregelung im E-Commerce hilft Händlern

Wie gestern nachmittag bekannt wurde, hat sich die EU-Kommission nach längerer Diskussion dazu entschlossen, deutliche Verbesserungen beim Steuerrecht für Onlineshops vorzunehmen.

Dass ein “gemeinsamer Markt”, wie die EU von den Verantwortlichen gerne genannt wird, nur dann funktionieren kann, wenn nicht nur der Versand und die Bezahlung über Landesgrenzen hinweg abgewickelt, sondern auch die dabei anfallenden Steuern möglichst unkompliziert abgeführt werden können, sollte eigentlich klar sein. Ohne, dass sich ein Händler gleich in zig verschiedene Steuersysteme einarbeiten muss.

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Bei der Lösung dieses Problem ist die EU-Kommission gestern anscheinend einen deutlichen Schritt weiter gekommen. In einer Pressemitteilung heisst es:

Die Europäische Kommission hat heute eine Reihe von Maßnahmen vorgestellt, mit denen die mehrwertsteuerlichen Rahmenbedingungen für den elektronischen Geschäftsverkehr in der EU verbessert werden sollen. Mit unseren Vorschlägen wird es Verbrauchern und Unternehmen, insbesondere KMU und Start-ups, erleichtert, Waren und Dienstleistungen online zu kaufen und zu verkaufen.”

Was bedeutet das in der Praxis?

Streuverluste und Papierkram

Anlass der Neuregelung ist der Umstand, dass der EU laut eigenen Angaben jedes Jahr rund 5-7 Milliarden Euro an Mehrwertsteuern entgehen. Um dies zu beenden, hatte die EU vor längerer Zeit angekündigt, eine Anlaufstelle einzurichten, die es Online-Händlern erlaubt, die fälligen Steuern an einem Ort zentral abzuführen. Dies spart Zeit, verringert Papierkram und sorgt für mehr Überblick bei allen Beteiligten.

Andrus Ansip, Vizepräsident für den digitalen Binnenmarkt, sagte dazu gestern:

„Wir setzen unser Versprechen um, Hindernisse für den elektronischen Geschäftsverkehr in Europa zu beseitigen. Wir haben bereits Vorschläge unterbreitet, mit denen die Paketzustellung effizienter und erschwinglicher gemacht, der Schutz für Verbraucher, die im Internet einkaufen, erhöht und gegen ungerechtfertigtes Geoblocking vorgegangen wird. Mit der Vereinfachung der Mehrwertsteuervorschriften fügen wir nun den letzten Mosaikstein hinzu. Der heutige Vorschlag wird nicht nur den Unternehmen, insbesondere Kleinstunternehmen und Start-ups, Auftrieb verleihen, sondern auch die Effizienz öffentlicherDienstleistungen erhöhen und die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg fördern.“

Konkrete Schritte

Die einzelnen Schritte, welche in der neuen Regelung enthalten sein werden, sehen wie folgt aus:

  • Onlinehändler können zukünftig alle Steuern an einem Ort abführen
  • Für Startups und Kleinstunternehmen können zukünftig bis zu 10.000 Euro, bei KMU bis zu 100.000 Euro, Steuern von grenzüberschreitenden Verkäufen direkt im Inland abgeführt werden
  • Neue Regeln und Vorgehensweisen gegen Mehrwertsteuerbetrug von außerhalb der EU sollen Wettbewerbsverzerrung bekämpfen
  • E-Books und andere, elektronische Veröffentlichungen genießen zukünftig den gleichen, geminderten Steuersatz, den bisher nur Printerzeugnisse hatten

Fazit

Sofern man dem Papier glauben darf, werden besonders kleine und mittlere Onlinehändler von der neuen Regelung profitieren. Laut EU sollen diese sogar bis zu 95% Verwaltungskosten werden sparen können.

Die einzelnen Punkte werden in der Meldung noch einmal ausführlicher erklärt. Nachzulesen hier ->

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