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Auch ohne Buy-Button: Warum Marketer einen Twitter-Account haben sollten

Twitter und Marketing – ein leidiges Thema. Von den hochtrabenden Ankündigungen der Anfangszeit ist nicht viel geblieben und den Platz, den Twitter sich in der Marketinglandschaft erhoffte, wird mittlerweile von Instagram, Pinterest und Snapchat belegt. 

Dennoch ist ein Account bei Twitter, zumindest in den Augen der meisten Marketer, nach wie vor unumgänglich. Warum ist das so? Welchen Nutzen hat ein Account, wenn er sich schon nicht zum Verkaufen von Produkten eignet? Schließlich hat Twitter in den letzten Monaten eindeutige Schritte in Richtung “Entkommerzialisierung” unternommen.

Auch ohne Buy-Button machen die Cards Sinn.

Auch ohne Buy-Button machen die Cards Sinn.

Von der Ankündigung, den “Buy-Now”-Button abzuschaffen, über das Ende des E-Commerce Support bis hin zur Tatsache, dass Twitter selbst es einfach nicht schafft, mit seiner Werbeplattform in die schwarzen Zahlen zu gelangen, ist die Frage nach der “Marketing-Tauglichkeit” der Plattform durchaus gegeben.

Networking vs Verkaufen

Ohne Twitter damit Unrecht zu tun, muss man wohl zugeben, dass sich die Plattform für den direkten Verkauf von Produkten oder Services einfach nicht eignet. Welche Gründe das im Detail hat, kann man natürlich an anderer Stelle diskutieren – aber das ändert nichts am aktuellen Ist-Zustand.

Dieser sieht so aus, dass Facebook, Instagram und sogar Pinterest bei der Monetarisierung von Fans und Followern deutlich bessere Ergebnisse bringen. Erst kürzlich hatte Uhrenhersteller Omega gezeigt, wie so etwas in der Praxis aussehen kann, als man innerhalb weniger Stunden Luxusuhren im Wert von mehreren Millionen Dollar auf Instagram verkaufte – ohne Vorankündigung oder andere Werbekanäle. (#speedytuesdays)

Screenshot @Forbes.com

Screenshot @Forbes.com

Wenn also andere Plattformen deutlich besser geeignet sind – warum hat trotzdem jeder Marketer, der was auf sich hält, einen Twitter-Account? Und wofür wird er verwendet? Hauptsächlich zum Networking, ist klar. Aber das kann nicht alles sein.

Kommunikation in Echtzeit

Zeit ist Geld. Bei manchen ist es der Stundenlohn, bei anderen der Jahreszins – und bei Marketern die Zeit, die zwischen News und der passenden Reaktion vergeht. Je weniger, desto besser. Das kann heißen, schnell genug auf einen Hypetrain aufzuspringen, selbst im Führerhäuschen zu sitzen, oder auch bei einem Großereignis die passenden Worte zu finden.

Was News in Echtzeit angeht, ist Twitter, unabhängig von den Querelen der letzten Zeit, nach wie vor die unangefochtene Nummer eins. Niemand, der noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, versucht bei Facebook “auf dem Laufenden zu bleiben” oder direkte Reaktionen von Politikern oder Stars ungefiltert und vor allem sofort auf z.B. Instagram zu erfahren. Wenn es aktuell und ungefiltert sein soll, ist Twitter die #1.

“Strategie”

Nach dem “was?” und “warum” noch kurz ein Blick auf das “wie?” Ständig lese ich von sogenannten “Twitter-Strategien” und welche Widgets, Tools und Plugins man dafür angeblich braucht – selbstverständlich in Verbindung mit einem Schedule, in welchem jeder Tweet auf die Minute genau geplant ist.

Schaut man sich dann die Accounts dieser “Experten” an, haben diese entweder nur sehr wenige (<10.000) Follower, oder ein riesiger Teil der Anhängerschaft besteht aus Bots oder anderen “fake Accounts”.

Katy Perry ist die #1 mit 96mio Fans. | Quelle: Twittercounter.com

Katy Perry ist die #1 mit 96mio Fans. | Quelle: Twittercounter.com

Auf der anderen Seite stehen Accounts, die teilweise eine Million und mehr Follower haben, ohne dass auf den ersten Blick erkennbar wäre, worum es überhaupt geht. Daraus lässt sich also nicht unbedingt eine Strategie ableiten. Es gibt vermutlich nur eine Sache, auf die sich fast alle einigen können: Wenn es “politisch” wird, entweder GANZ raushalten, oder klar (in Verbindung mit der Corporate Identity) Stellung beziehen. Was man auf keinen Fall tun sollte, ist, wie zB McDonalds Leute einzustellen, die ihre Arbeitszeit damit verbringen, den U.S.-Präsidenten zu beleidigen und damit Millionen von Kunden vor den Kopf zu stoßen.

Fazit

Auch wenn Twitter in der beim Thema Zensur, bei der Monetarisierung und, infolge dessen, auch bei der Börsenperformance arg schwächelt, hat sich bis heute keine ernstzunehmender Konkurrent abgezeichnet. Was schnelle, persönliche, und vor allem “authentische” Kommunikation betrifft, gibt es bisher keinen Ersatz. Ein gutes Beispiel, welches die meisten Leser wohl schon kennen dürften, sind die „regelmäßigen“ Google-Updates, die sich häufig in Posts von Barry Schwartz, Gary Illyes oder John Mueller „ablesen lassen“.

 

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