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Local SEO: Imaginäre Firmen und Spam

Passend zur Session bei der SMX West, welche übrigens auch Daten einer Studie von MOZ verwendete (siehe Artikel), erschien dort im Blog ein interessanter Beitrag zu “ungewöhnlichen” Methoden, mit denen sich lokale Rankings beeinflussen lassen. Manche davon können durchaus als Spam betrachtet werden – allerdings nicht im üblichen Sinne.

Die Zustände sind teilweise so schlimm, dass sich Casey Meraz von MOZ genötigt sah, das Thema anzusprechen und einige der Tricks zu erklären.

Vom Geschäftsnamen zum Local Ranking

Kurz gesagt: Neben der Optimierung der Google My Business-Seite (“GMB”) und einzelnen Location-Pages, lässt sich die lokale Suche noch über einen weiteren Faktor beeinflussen – der nicht direkt mit dem Online-Auftritt zu tun hat.

Bei einer Recherche zu Anwaltskanzleien in Denver stieß Meraz auf einen Anbieter, hinter dessen Name er Spam vermutete – da dieser sehr “generisch” daherkam und den Eindruck erweckte, für möglichst viele Begriffe ranken zu wollen (“Denver Trial Lawyer”). Eine nähere Untersuchung ergab allerdings, dass der Anbieter den Firmennamen als solchen geändert hatte – damit die eigene GMB-Seite nicht gegen die AGB verstößt und von Konkurrenten als Spam gemeldet bzw editiert werden kann.

denvertriallawyer

Wie man sehen kann, wurde der Firmenname Ende 2016 tatsächlich geändert.

Im Artikel werden noch weitere Beispiele angeführt, wobei sich die Frage stellt: Wie “generisch” darf ein Name sein? Wo soll man die Grenzen ziehen? Fest steht: Laut Googles AGB ist das obige Beispiel kein Spam und völlig legitim. Das trifft jedoch längst nicht auf alle zu.

Tatsächliche Manipulation und “spammy” Firmennamen

Während die Anwaltskanzlei oben ein mehr oder weniger neutrales Beispiel darstellt, ergab die Recherche auch zahlreiche Ergebnisse, bei welchen der Spam, also die bewusste Änderung des Firmennamens, offensichtlich ist.

Da der Firmenname von Google derartig hoch bewertet wird, bietet sich die Manipulation dieses Rankingfaktors förmlich an. Als Beispiele dienen hier Anwälte im kalifornischen Fresno. Die Suchanfrage “Fresno personal injury lawyers” ergab einen “exact match”, also ein Ergebnis, bei welchem der Firmenname angeblich genau der Suche entspricht – wie unwahrscheinlich das ist, dürfte klar sein.

fresnoattorney

„No reviews“ – trotzdem auf #2…irgendwas stimmt da nicht.

Ein Anruf bei der Kanzlei bestätigte dann auch Meraz´ Verdacht: Der GMB-Eintrag hatte nichts mit dem eigentlichen Firmennamen zu tun und war simpler Spam, durch den die Firma allerdings seit Monaten weit oben im Local Pack angesiedelt war.

Eine kurze Vergleichs-Suche für die deutschen SERPs ergab übrigens ein sehr ähnliches Ergebnis. Da laut MOZ besonders Klempner und Schlüsseldienste unter dieser Art Spam leiden, haben wir den Test mit “Klempner Berlin” gemacht – mit leider wenig überraschendem Ergebnis.

Einer der Anbieter heisst nicht so, wie er im Local Pack gelistet ist….

Einer der Anbieter heisst nicht so, wie er im Local Pack gelistet ist….

“Klempner Berlin” lautet der GMB-Eintrag, “Klempner-24-Berlin.de” die URL, während der Anbieter selbst allerdings “VAR-Tec Gebäudeservice” heisst – ein offensichtlicher Spam-Eintrag, der im Local Pack den zweiten Platz belegt.

Hier stimmen Firmenname und GMB-Eintrag offensichtlich nicht überein.

Hier stimmen Firmenname und GMB-Eintrag offensichtlich nicht überein.

 

Review Spam

Eine allseits beliebte und seit vielen Jahren benutzte Form des Spam sind gefälschte bzw bezahlte Positiv-Bewertungen des eigenen Service-Angebots. Mit welchen Incentives die einzelnen Anbieter die vermeintlichen “Kunden” dazu bringen, eine gute Bewertung zu hinterlassen, sei einmal dahingestellt. Fest steht: Man kann seit vielen Jahren nicht nur Facebook-Fans oder Twitter-Follower “kaufen”, auch ausführliche Reviews auf Amazon und anderen Portalen lassen sich “organisieren”. Da offensichtlich niemand damit hausieren geht, muss man sich auf solche Testimonials wie dieses hier (Cracked.com) verlassen.

Screenshot von Craigslist

Bis zu 50$ pro Review erhalten Accounts mit gutem “Standing”

 

 

“Fake Firmen”

Treibt man diese Methoden weiter, ist der nächste, “logische” Schritt natürlich, einfach vollständig gefälschte Einträge anzulegen, bei denen es gar keine echte Firma gibt. Auch hier dürfte man vor allem bei lokalen Anbietern mit “Notdiensten” und ähnlichem fündig werden – im Zweifel einfach einmal mit der nächstgelegenen Großstadt selbst ausprobieren.

Fazit

Die Situation hat eine positive und eine negative Seite. Negativ, weil offensichtlich in einigen Branchen sehr viele Spam-Einträge existieren und das Ranking in unfairer Weise verschieben. Positiv, weil es beweist, dass Local SEO tatsächlich gut funktioniert – sonst würde sich niemand die Mühe machen.
Ob Ihr nun selber Tricks anwendet, oder die obigen Informationen nutzt, um Eure Konkurrenz unter die Lupe zu nehmen, bleibt natürlich Euch überlassen. Wir empfehlen offensichtlich die Variante, welche mit Googles Webmaster Guidelines übereinstimmt.

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