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Forschung 2.0? Die Politik spendiert 50 Millionen Euro für neues „Internet-Institut“

Ausgestellt am 1. Juni 2017 von in Internet

„Das Internet ist für uns alle Neuland“, sagte einst Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich ihres ersten Live-Streams im Jahr 2013 während eines Treffens mit dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama.

Die Politik hat inzwischen dazugelernt und möchte die Digitalisierung aktiv fördern. Dafür stellt die Bundesregierung einen Etat von bis zu 50 Millionen Euro für eine geplante Forschungszeit von fünf Jahren zur Verfügung. Wir beantworten Dir dazu alle wichtigen Fragen.

Wer steckt hinter dem Konzept einer Internet-Forschungsstelle?

Wie bereits in der sogenannten digitalen Agenda von 2014-2017 beschlossen wurde, soll eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung gegründet werden. Kürzlich konnten fünf Hochschulen aus dem Raum Berlin-Brandenburg sowie zwei weitere Forschungseinrichtungen mit ihrem Konzept das Rennen für sich entscheiden.

Diese Universitäten und Forschungseinrichtungen werden am zukünftigen Schulterschluss für die Erforschung der Digitalisierung beteiligt sein:

  • Freie Universität Berlin
  • Humboldt-Universität zu Berlin
  • Technische Universität Berlin
  • Universität der Künste Berlin
  • Universität Potsdam
  • Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS)
  • Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Der Sitz der neuen Forschungsstelle wird aufgrund der örtlichen Nähe ebenfalls in der Hauptstadt Berlin sein.

Welche Aufgaben macht sich das Internet-Institut für die vernetzte Gesellschaft zu eigen?

Laut der Bundesforschungsministerin Johanna Wanka besteht das Hauptanliegen darin, sich intensiv mit dem digitalen Wandel auseinanderzusetzen und dabei eng mit Vertretern aus Wirtschaft und Gesellschaft zusammenzuarbeiten. Im Fokus stehen vor allem ethische und juristische Fragen sowie der gesellschaftliche Umgang mit internetspezifischen Phänomenen.

Als „Digital Natives“ werdet Ihr Euch sicherlich zunächst über die Bezeichnung „Deutsches Internet-Institut“ gewundert haben, denn das Alleinstellungsmerkmal des World Wide Webs ist schließlich seine weltweite Vernetzung. Genau wie die Unberechenbarkeit des Internets an sich.

Positiv ausgedrückt ist vor allem die Dynamik des Internets so reizvoll, besonders für viele moderne Start-ups und User der sozialen Netzwerke. Wie soll da nun ein Institut mit herkömmlichen Methoden hinterher kommen? Kritiker fragen sich daher, ob man die Fördergelder nicht besser in den Ausbau der digitalen Infrastruktur stecken sollte.

Neues Internet-Institut als Hausaufgaben-Hilfe für die Politik?

Da die Digitalisierung vor allem in den letzten Jahren zugenommen hat, sind wohl die wenigsten Politiker mit Social Media und Co. aufgewachsen. Sie gehören zur analogen Generation und gelten damit unfreiwillig als „Digital Immigrants“. Dient eine Internet-Forschungsstelle also nur zur Beratung der Politik?

Dagegen spricht zumindest, dass sämtliche Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen, also auch Euch, den privaten Internetnutzern. Ob Ihr für Shitstorms, Fake News und Co. aber extra eine wissenschaftliche Anlaufstelle braucht, ist wiederum eine andere Frage.

In der Jury, die über die Konzepte entschieden hat, befanden sich außerdem relativ unterschiedliche Vertreter der Wissenschaft, Wirtschaft und IT. So beispielsweise die ehrenamtliche Sprecherin des Chaos Computer Clubs, Dr. Constanze Kurz oder der österreichische Jurist, Prof. Dr. Viktor Mayer-Schönberger, der als Vorsitzender zur Verfügung stand.

Fazit

Das Deutsche Internet-Institut klingt zunächst wie ein verspäteter April-Scherz, zumindest für Digital Natives. Die Idee einer Forschungsstelle für das Internet kann nur gelingen, wenn bei den Untersuchungen neue Erkenntnisse gewonnen werden, die einen Mehrwert zu den herkömmlichen Diskursen oder Studien an den Hochschulen und anderen Einrichtungen darstellen.

Ein Faktor könnte hier die Intensität der Auseinandersetzung sein. Eine extreme Vertiefung in Einzelaspekte widerspricht allerdings im Grunde der Schnelllebigkeit des Netzes.

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