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Facebook Watch soll Community-Engagement steigern

Facebook will mit “Watch” eine Alternative zu Streamingdiensten wie Netflix & Co. etablieren und produziert dafür auch eigene, exklusive Shows. Die Interaktion mit der Community rückt in den Fokus.

Dass sich Facebook gerne bei anderen Plattformen bedient, wenn es um “Ideen” für neue Features geht, ist ja bekannt. Schon seit längerem versucht man im Hause Zuckerberg, eine Alternative zu den Video-Giganten Netflix bzw Youtube zu schaffen. Anfang des Jahres wurde zB ein extra Video-Tab eingeführt und User können nun Videos sehen, die von ihren Freunden empfohlen wurden. Für das neu vorgestellte Feature “Watch”, welches vor kurzem in den USA in die Testphase gelauncht wurde, sollen auch eigene Serien von verschiedenen Celebrities und Content-Creators ihren Weg auf die Plattform finden. Neben vorproduzierten Shows werden zahlreiche Live-Events, von Konzerten bis zu Football, gestreamt, was bereits mit “Facebook Live” ausgiebig getestet wurde.

Community Engagement

Doch der eigentliche Fokus soll laut Facebook auf der Community liegen, auf der Interaktion zwischen Usern und dem Content bzw untereinander.
Vorbild dafür scheint, wie bereits beim Hashtag, wieder einmal Twitter zu sein. Der Kurznachrichtendienst wird von vielen Usern bereits seit langem als “Second Screen” neben dem TV dafür genutzt, Serien in Echtzeit zu kommentieren und sich über laufende Storylines auszutauschen. Zum Beispiel schafft es jede neue “Game of Thrones” Folge in wenigen Minuten an die Spitze der (internationalen) Trends, was zeigt, dass das Engagement offensichtlich gewaltig ist. Bei “Watch” werden Nutzer animiert, solche Unterhaltungen nun auf Facebook zu verlagern, statt zu einem anderen Anbieter, in diesem Fall Twitter, zu wechseln.

Director of Product, Daniel Danker, schrieb dazu kürzlich in einem Blogpost:

“We’ve learned from Facebook Live that people’s comments and reactions to a video are often as much a part of the experience as the video itself. So when you watch a show, you can see comments and connect with friends and other viewers while watching, or participate in a dedicated Facebook Group for the show.”

Um das zu erreichen, stehen Usern einige neue Funktionen zur Verfügung, darunter auch “Worüber Leute lachen” und “Meiste Reaktionen”, oder eigene Gruppen für jede Serie, wo man die Unterhaltung bei Bedarf noch vertiefen kann. Und genau da liegt der eigentliche Kern der Sache.

Im Ökosystem halten

Wie bereits bei vielen anderen Updates der letzten Jahre, geht es Facebook anscheinend vor allem darum, die Nutzer ständig im eigenen Ökosystem zu halten und unter allen Umständen zu verhindern, dass diese sich ausloggen oder gar eine App der Konkurrenz nutzen. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Zahl der (gleichzeitig eingeloggten) User und deren aktives Engagement mit Content (und der dort platzierten Werbung) die wohl wichtigsten Kennzahlen für Advertiser auf der Plattform sind.

Sollte sich das neue Feature durchsetzen und vor allem die eigens produzierten Shows ein ausreichend großes Publikum finden, könnte “Watch” nicht nur eine ernstzunehmende Alternative zu Netflix und Youtube werden, sondern auch einige TV-Zuschauer konvertieren, die bisher noch auf ihren Fernseher + 2nd Screen vertrauen. Nicht umsonst hat Facebook erst kürzlich einige Empfehlungen für Advertiser herausgegeben, wie diese ihre TV-Ads besonders für Social Media optimieren können. Dafür wurde auch ein eigener Report installiert, mit dem die Werbetreibenden den Erfolg dieser Anpassungen an das andere Format im Detail verfolgen können.

Fazit

Nach User-Generated Content à la Youtube und Live-Video wie bei Twitter (Periscope), steht nun also mit “Watch” die Konkurrenz zum klassischen TV und Streaming-Diensten in den Startlöchern. Falls diese ähnliche Nutzerzahlen anziehen können, wie es virale Videos im normalen Feed regelmäßig schaffen, werden sich Advertiser vermutlich schon sehr bald genauer mit den oben erwähnten Empfehlungen auseinandersetzen (müssen).

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